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Heißer November

Drei Höhepunkte in sieben Tagen

DORTMUND Das Rauschen im Blätterwald hatte es in sich, und der Tenor nach Borussia Dortmunds 5:1-Gala gegen den VfL Wolfsburg war überall der gleiche: Der Deutsche Meister ist zurück in der Spur.

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Drei Höhepunkte in sieben Tagen

Der Leistungs-Aufschwung bei Shinji Kagawa geht einher mit mehr Stabilität im Spiel des Deutschen Meisters BVB.

Die Financial Times Deutschland, nicht gerade bekannt für überschwängliche Schlagzeilen, titelte in ihrer Online-Ausgabe beinahe schon euphorisch: „BVB meisterlich!“ Wie gut (und wie stabil) der BVB tatsächlich wieder ist, wird sich nach der Länderspielpause weisen.

Auf Jürgen Klopps Team, das gerade einen Marathon mit sieben Spielen binnen 23 Tagen hinter sich gebracht hat, wartet ein heißer Rest-November: FC Bayern, FC Arsenal und im Revierderby der FC Schalke heißen die kommenden drei Dortmunder Gegner – drei auch mentale Höhepunkte, die innerhalb von nur sieben Tagen anstehen. Auf den BVB wartet eine Woche, in der vieles in die richtigen Bahnen gelenkt werden kann: Das Überwintern in der Champions League, sich gegen direkte Mitkonkurrenten in der Liga-Spitze unter den Top-3 festzusetzen. Genau deshalb gönnte Borussia Dortmunds Trainer seinem Kader nach dem Sieg gegen die Wölfe zwei komplett freie Tage, auch am Dienstag sollen die viel belasteten Profis nur regenerativ trainieren.

Weil zumindest die deutschen Nationalspieler erst Dienstag zum DFB anreisen, konnten auch sie durchatmen. „Die Pause“, meint Klopp, „ist angesichts dessen, was da auf uns wartet, für alle enorm wichtig.“ Bisweilen musste man sich sorgen, ob die Spieler überhaupt noch wussten, in welchem Hotelbett sie gerade aufwachten.Bemerkbar machte sich der Kräfteverschleiß nicht. In der Zeitspanne seit der letzten Länderspiel-Pause gewann der BVB wettbewerbsübergreifend fünf Mal, spielte 1:1 in Stuttgart und verlor nur in Piräus. Klopp spricht von einer Rückkehr zur alten Stabilität: „Für unsere Ansprüche“, meinte er nach dem Spiel gegen Wolfsburg, „hatten wir viel zu wenig Tore nach Balleroberung erzielt. Das funktioniert jetzt besser.“

Borussia Dortmund hat sich nach einem Saisonstart, der niemanden im von ehrgeizigen Spielern durchsetzten Kader zufriedenstellte, eindrucksvoll wieder nach oben gekämpft. „Die Partien gegen Hertha und Hannover“, meint Mats Hummels (22), „haben uns die Augen geöffnet.“ Beide verlor der BVB mit 1:2. Hummels weiter: „Jetzt ist wieder mehr Zielstrebigkeit da, das hat am Anfang der Saison gefehlt.“ Die Rückkehr in die Erfolgsspur geht einher mit einem deutlichen Leistungs-Aufschwung beim Japaner Shinji Kagawa (22). „Er steckte in einem tiefen Loch, hat aber schon gegen Stuttgart bewiesen, dass er auf dem aufsteigenden Ast ist“, meint BVB-Sportdirektor Michael Zorc (49). „Nur fehlte ihm dort noch das Glück im Abschluss.“

Vielleicht zahlt sich beim nur 350 000 Euro teuren Japan-Import ja auch aus, dass der BVB seinem Wunsch, die im Sommer begonnenen Vertragsgespräche auf Eis zu legen, entsprochen hat. „Shinji will sich derzeit voll auf den Fußball konzentrieren“, sagte Zorc dem kicker Sportmagazin, noch führt das bei ihm nicht zu größerer Unruhe, weil er daraus keinen Wechselwillen beim Techniker ableiten möchte. Doch die Zeit drängt durchaus: Weil Kagawas Vertrag nur bis 2013 läuft, gerät der BVB im kommenden Jahr unter Handlungsdruck.

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