Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Eine neue Chance

DORTMUND Seine Rückkehr in die Bundesliga hatte sich Robert Kovac ganz sicher völlig anders vorgestellt. Denn sein Ruf, den er sich in den Jahren bei Bayer Leverkusen und Bayern München erworben hatte, war immer noch exzellent, als er im Sommer als Nachfolger von Christoph Metzelder beim BVB vorgestellt wurde.

von Von Thomas Rellmann

, 19.10.2007
Eine neue Chance

Hat bisher beim BVB enttäuscht: Robert Kovac

Inzwischen sieht das Ganze etwas anders aus. Nach drei schwachen bis miserablen Auftritten zum Saisonstart, inklusive des Pokalspiels in Magdeburg, musste der Kroate seinen Platz an Markus Brzenska abtreten, durfte nur zwischenzeitlich beim 1:3 in Karlsruhe nochmal auflaufen – und offenbarte wiederum große Tempodefizite.Mit Eigengewächs, Brzenska, das bislang auch nicht vollends überzeugte, wird der 33-Jährige heute das Manndeckerduo bilden, weil Kapitän und Abwehrchef Christian Wörns (Gelb-Rot-Sperre) fehlt.

An alter Wirkungsstätte

Vermutlich würde Kovac (Foto), der bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte garantiert motiviert bis in die Haarspitzen daher kommt, nach Wochen auf der Bank ohnehin nicht viel sprechen wollen. Der Medienboykott der schwarzgelben Kicker erlaubt es ihm aktuell ohnehin nicht. Fest steht: Der Kroate, der als hochprofessionell gilt, zeigte zuletzt so etwas wie ansteigende Form: Als er beim 2:1 über den VfL Bochum nach einer Stunde in die Innenverteidigung rückte, agierte er ohne Fehl und Tadel. Und beim 1:0-Sieg seines Nationalteams gegen Israel gehörte er am vergangenen Samstag zu den Besten.

Wenn Kovac heute gegen seinen Ex-Klub aufläuft, wird er allerdings auf dem Rasen keinen alten Weggefährten mehr begegnen. Denn ausgerechnet Carsten Ramelow und Bernd Schneider, mit denen der BVB-Verteidiger noch gemeinsam unterm Bayer-Kreuz kickte, fehlen. Die beiden Routiniers zählen heute noch – neben Sergej Barbarez – zu den Routiniers unter vielen „jungen Wilden“ im Team von Michael Skibbe. Stefan Kießling, Simon Rolfes, Gonzalo Castro, Tranquillo Barnetta (der Schweizer droht übrigens mit einer Oberschenkelprellung auszufallen), Lukas Sinkiewicz, Arturo Vidal – das Bayer-Team hat Perspektive. Auch wenn zwei Niederlagen zuletzt, gegen die Bayern und in Frankfurt, die gute Zwischenbilanz etwas trübten.

Paul Freier als Joker gegen BVB?

Interessant: In der Innenverteidigung scheint der frühere Kölner Lukas Sinkiewicz momentan Nationalspieler Manuel Friedrich ein wenig den Rang abzulaufen. Und dass Karim Haggui, in der Vorsaison noch der Unglücksrabe in Person, daneben eine feste Größe in der Vierekette ist, hätten vor Saisonstart auch nur die wenigsten erwartet.

Einer, um den es in den vergangenen Monaten ruhig geworden ist, könnte gegen den BVB als Joker wieder ins Geschehen eingreifen: Paul Freier. Der Ex-Bochumer will unbedingt wieder Fuß fassen. „Die Achillessehne“, sagt der 19-fache Nationalspieler, „ist schmerzfrei“. Seine Verletzungsanfälligkeit hat Freier schon oft einen Strich durch die Rechnung gemacht. Heute will er einen Neuanfang wagen. Aber da ist ja noch Robert Kovac: Und der will das, gerade in Leverkusen, mit aller Macht verhindern.

Lesen Sie jetzt