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Frankfurts Torhüter: Stellt das Bier schon mal kalt

Lukas Hradecky im Interview

Lukas Hradecky ist Stammtorwart bei Eintracht Frankfurt und für die kommende Saison noch ohne Vertrag. Was Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc machen müsste, um ihn zu überzeugen, verrät er vor dem Eintracht-Gastspiel beim BVB im Interview.

DORTMUND

, 11.03.2018
Frankfurts Torhüter: Stellt das Bier schon mal kalt

Lukas Hradecky (r.) zeigt konstant gute Leistungen - auch weil er sich und seinen Job nicht zu ernst nimmt. © picture alliance / Arne Dedert/d

Herr Hradecky, verraten Sie uns Ihr Lieblingsgetränk?
(lacht). Wollen Sie raten? Nein, müssen Sie nicht. Es ist Bier.


Auf Ihrem Instagram-Account sind Sie häufiger mal damit zu sehen...
Es ist ein Getränk für Genießer und ich bin auch nur ein normaler Mensch, der gelegentlich gerne ein Glas Bier trinkt. Klar, ich bin Fußballer in der höchsten Liga, aber das macht meinen Bierdurst nicht weniger (lacht).

Comeback in Berlin ❄️☃️

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Gehört das Siegerbier bei Ihnen in der Kabine dazu?
Ja, das war eine Herausforderung, aber ich habe es geschafft, dass wir in der Kabine ein, zwei Gläschen trinken dürfen.


War Trainer Niko Kovac erst dagegen?
Das kann man so sagen. Natürlich trinken wir nicht nach einer Niederlage und auch nicht so übermäßig nach einem Sieg. Aber mit meinem Torwartkollegen Jan Zimmermann ist es nach einem Sieg Tradition geworden.


Dann trinken Sie in diesem Jahr ziemlich viel. Was macht die Eintracht so erfolgreich?
Gute Frage. Konstanz, gute Leistungen, gute Spieler, ein breiterer Kader als letztes Jahr. Der Vergleich dazu ist einfach: Da haben uns viele Spieler verletzt gefehlt, deshalb haben wir eine ganz schlechte Rückrunde gespielt. Momentan sieht es gut aus. Wir kämpfen füreinander, wir haben das größere Herz, jeder gibt alles für den anderen. Das Fundament ist aber die Defensivarbeit.


Sie stehen hinter der zweitbesten Abwehr der Liga. Wie viel Spaß macht es?
Sehr, aber das war jedes Jahr so. Natürlich ist es mir am liebsten, wenn es so läuft wie jetzt und ich hoffe, dass wir noch ein paar Punkte holen können.

Die anderen Teams spielen nicht so gerne gegen die Eintracht. Pusht Sie dieses Wissen darum, dass die Gegner Respekt vor Ihnen haben?
Ja, es sagt ja alles, dass wir als unangenehmer Gegner gelten. Wir haben sehr viele laufstarke Spieler und kämpfen um jeden Ball. Deshalb kann ich schon verstehen, dass spielstarke Gegner nicht so gerne gegen uns spielen.


Welche Rolle spielt Trainer Niko Kovac für den Erfolg?
Eine große Rolle, das kann man schon daran sehen, dass wir in Abstiegsgefahr waren, als er gekommen ist. In knapp zwei Jahren hat er aus uns einen möglichen Kandidaten für die Europa League gemacht. Er macht das sehr gut, ist ein intelligenter Leader und die Spieler haben alle großen Respekt vor ihm.


Hat er auch einen Blick für Torhüter oder überlässt er das den Torwarttrainern?
Das lässt er die Torwarttrainer machen. Wir sind ja sozusagen eine andere Spezies. Deshalb machen wir die torwarttechnischen Dinge mit unserem Torwarttrainer.


Sie haben mal gesagt: „Ich war schlecht im Fußball und zu faul zum Laufen - also bin ich im Tor gelandet.“ Wie war es denn wirklich?
So richtig schlecht war ich nie, als junger Spieler habe ich alle möglichen Positionen gespielt, aber irgendwann bin ich im Tor hängen geblieben und habe mich ins Torwartspiel verliebt. Das Resultat ist, dass ich hier in Frankfurt sitze und Ihnen ein Interview gebe.


Torhüter sind verrückt heißt es. Sie können 90 Minuten gut spielen, wenn sie dann einen Fehler machen, sind sie der Depp. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?
Ich merke den Druck, messe ihm aber keine große Bedeutung zu. Er macht mich nicht nervös und ich brauche auch keinen Mentaltrainer oder so. Ich rede mit meinem Vater oder Freunden, wenn ich mal ein schlechtes Spiel gemacht habe. Druck ist immer da, ich bin der letzte Mann mit der größten Verantwortung auf dem Platz. Das macht mir aber keine Angst.

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Bei der Entscheidung, wo Sie in der kommenden Saison spielen, machen Sie sich auch keinen Druck?
Nein überhaupt nicht. Ich hoffe, dass man das meinem Spiel ansieht. Ich genieße jede Minute hier und wenn das Eintracht-Logo auf meiner Brust ist, gebe ich alles dafür. Der Rest kommt von alleine.


Haben Sie sich eine Deadline für eine Entscheidung gesetzt? Kein Verein wartet bis zum Sommer...
Ich habe keine Deadline, aber ich verstehe, dass auch die Eintracht wissen will, was die Zukunft bringen wird. Und andere Vereine vielleicht auch. Ich schätze, dass wir vor dem Saisonende Klarheit haben werden.


Sie sind aktuell der begehrteste Torhüter der Bundesliga. Was muss ein Klub Ihnen bieten, damit Sie zusagen?
Als Handgeld zwei Kisten Bier und dann ist das erledigt (lacht).


Eine Stelle wird in Deutschland eigentlich nur beim BVB frei... Hat Michael Zorc Sie schon kontaktiert?
Mich persönlich nicht, ich weiß auch nicht, ob mein Berater mit ihm Kontakt hatte. Natürlich ist es schön wenn ein Verein wie Dortmund meine Leistungen schätzt und wenn etwas kommt, dann müssen wir drüber reden. Mehr kann ich dazu im Moment aber auch nicht sagen.


Am Sonntag spielen Sie in Dortmund. Hätten Sie gedacht, dass es ein Duell auf Augenhöhe wird, Dritter gegen Vierter, Kampf um die Champions-League-Plätze?
Ganz ehrlich: Nein. Der BVB hat sicher eine weniger gute Saison gespielt als sie sich das vorgestellt hätten und wir stehen vielleicht ein bisschen besser da, als wir es am Anfang gedacht haben. Es sind zwei Mannschaften, die ein bisschen unterschiedlich Fußball spielen. Das Hinspiel ging 2:2 aus, ich hoffe zwar als Torhüter, dass dieses Mal weniger Tore fallen, aber es wird trotzdem sicher ein unterhaltsames Spiel.

Aber die Eintracht wird doch defensiv eingestellt sein?
Wie er uns taktisch einstellt, das müssen Sie Niko Kovac fragen. Aber der BVB kann sich auf eine sehr eklige Eintracht einstellen.


Und wie zuversichtlich sind Sie, dass Sie nach dem Spiel wieder ein Bier trinken?
(lacht) Ich schätze, es gibt ganz gute Chancen und hoffe, ihr habt gutes Bier in Dortmund, stellt es schonmal kalt.

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