Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Gegen Wolfsburg das Tief überwunden

Kagawa ist zurück

Väterlich nahm BVB-Trainer Jürgen Klopp (44) seinen Mittelfeldkünstler Shinji Kagawa (22) nach der Partie gegen den VfL Wolfsburg (5:1) in den Arm und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Dann schnappte sich der Japaner seinen Trolli und stapfte los. Der Flieger Richtung Katar wartete am Samstagabend um 20.40 Uhr auf ihn.

DORTMUND

von Von Thomas Schulzke

, 06.11.2011
Gegen Wolfsburg das Tief überwunden

Der Leistungs-Aufschwung bei Shinji Kagawa geht einher mit mehr Stabilität im Spiel des Deutschen Meisters BVB.

Von Düsseldorf aus flog er zu der japanischen Nationalmannschaft, die sechs Stunden entfernt wartete. Weil Zeitdruck bestand, war Kagawa einer der ersten Borussen, der die Kabine verließ. Aber nicht nur nach der Demonstration der eigenen Klasse war der 22-Jährige schnell unterwegs. Er war es auch in den 90 Minuten zuvor auf dem Rasen. Meistens war Kagawa zu schnell für seine Konkurrenten aus Wolfsburg.

Ihm gegenüber wirkten sie allesamt wie unbewegliche Dampfer auf dem Mississippi. Die hüftsteifen Chris und Sotirios Kyrgiakos wussten im Zweikampf oft gar nicht, wo sich der Tempodribbler gerade überhaupt befand. Sie bewegten sich in Zeitlupe, Kagawa in Hochgeschwindigkeit. „Shinji hat wieder Drehungen gezeigt, mit denen man nicht rechnet. Das ist seine größte Waffe“, sagte Innenverteidiger Mats Hummels. Es waren nicht nur die Drehungen, die den überragenden Auftritt des Japaners charakterisierten. Es waren die Spielfreude, das technisch hochwertige Zusammenspiel mit Mario Götze und die Effektivität.

Kagawa war an drei Treffern direkt beteiligt. Das 1:0 durch Mario Götze bereitete er vor, ebenso das 4:1 von Robert Lewandowski mit einem Traumpass auf den Polen. Zwischenzeitlich erzielte er seinen dritten Saisontreffer. „Er ist seit einigen Wochen auf dem Weg nach oben, hat seine alte Spritzigkeit wieder. Das Spiel war sein bestes bislang“, sagte Klopp. Die Erleichterung beim BVB darüber, dass die Formkurve des Juwels aus Fernost steil nach oben zeigt, war greifbar. „Ich war ebenso begeistert wie alle hier“, meinte Sportdirektor Michael Zorc (49). Denn die bisherige Spielzeit lief nicht nach Plan.

Kagawa fand einfach nicht mehr zu seiner Form der Meistersaison zurück, in der er in der Hinrunde der große Antreiber im BVB-Mittelfeld war. Nach seinem Mittelfußbruch, den er sich beim Asien-Cup im Januar zuzog, fehlte er fünf Monate. Danach war der alte Kagawa nur selten zu sehen. Vor der Begegnung gegen Wolfsburg lag Kagawas kicker-Notendurchschnitt bei mäßigen 3,67. Nach der Partie gegen ein müdes Rudel Wölfe zog das Fachmagazin die Note 1,0. „Es hat mich natürlich gewurmt, dass ich am Anfang der Saison nicht so richtig in Fahrt gekommen bin“, sagte Kagawa. Mit seinem Leistungsanstieg hat Klopp nun wieder sein kreatives Traumduo Götze/Kagawa. „Shinji ist ein Klasse-Kerl. Er hat wieder eine sehr, sehr gute Leistung gezeigt. Das freut mich“, lobte Götze. 

Lesen Sie jetzt