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Gerichtsentscheid ebnet Barrios Weg zur WM

Gaucho wird Paraguayo

DORTMUND „Die Schwergewichte liegen hinter uns“, sagt Lucas Barrios (25) vor dem Dortmunder Auswärtsspiel am Samstag in Mainz. Wenn er sich da mal nicht täuscht…

von Von Sascha Fligge

, 09.04.2010
Gerichtsentscheid ebnet Barrios Weg zur WM

Könnten bald gemeinsam für Paraguay jubeln: Nelson Valdez (l.) und Lucas Barrios.

Auf die richtigen Schwergewichte des Fußballs könnte der argentinische Torjäger nämlich erst im Sommer während der WM in Südafrika (11. Juni - 11. Juli) treffen. Denn: Barrios, von Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona chronisch verschmäht, erhält als Konsequenz der Entscheidung eines Gerichts in Asuncion vom 25. März die Staatsbürgerschaft Paraguays. Kurios: Für das Nationalteam des Sieben-Millionen-Einwohner-Staates würde Barrios gemeinsam mit Nelson Valdez (26) stürmen, den er beim BVB ins zweite Glied verdrängt hat. Valdez („Lucas und ich sind die Spaßvögel in der Kabine“) hofft, sich während der Weltmeisterschaft für einen neuen Arbeitgeber empfehlen zu können. Die Borussia, die ihrerseits an einer Verpflichtung des Polen Robert Lewandowski (21, Lech Posen) interessiert ist, wäre bereit, Valdez zu verkaufen.

Er sei „überglücklich“ über die Entscheidung des Richters in Asuncion, sagte Lucas Barrios, der in Argentinien geborene Sohn einer paraguayischen Mutter, gestern dem Radiosender 780 AM. Er selbst habe überhaupt nicht gewusst, dass er die Staatsbürgerschaft erhalten werde, fügte der Stürmer hinzu. Dass Paraguays Nationaltrainer Gerardo Martino den Dortmunder Publikumsliebling in das WM-Aufgebot berufen wird, ist allerdings noch nicht offiziell. Der Angreifer – im bisherigen Saisonverlauf 15 Mal für den BVB in der Bundesliga erfolgreich – betonte, ihn habe bislang niemand vom paraguayischen Verband angesprochen, er wolle sich auch keine Illusionen machen. Außerdem sei der Gesundheitszustand von Paraguays Torjägers Salvador Cabañas, den Barrios in Südafrika ersetzen könnte, eine sehr „delikate Angelegenheit“.

Cabañas war im Januar in Mexiko durch einen Kopfschuss schwer verletzt worden und erholt sich zurzeit in einer argentinischen Klinik. Obwohl die Kugel noch im Kopf sitzt, macht er sich Hoffnung auf eine WM-Teilnahme. Die behandelnden Ärzte der Klinik Fleni im argentinischen Escobar attestieren dem Profi erhebliche Fortschritte. Ob er aber tatsächlich wieder voll gesund werde, bleibe noch abzuwarten. Jorge Pautasso, Assistent des paraguayischen Nationaltrainers, reiste gestern nach Europa, um mit Landsleuten zu sprechen, die bei europäischen Klubs unter Vertrag stehen. Möglicherweise wird er in Dortmund mit Valdez und Barrios zusammentreffen. Letzterer muss in Paraguay nämlich noch eine Hürde auf dem Weg zur Staatsbürgerschaft nehmen: Bislang fehlt Barrios‘ Eid auf die Verfassung des Landes. Und den wird der Stürmer kaum leisten, wenn man ihm keine WM-Teilnahme garantiert…

Daran, dass Barrios eine Verstärkung für den Binnenstaat wäre, hat niemand einen Zweifel. BVB-Trainer Jürgen Klopp schwärmte erst kürzlich von Lucas Barrios: „Je näher er dem Tor kommt, desto ruhiger wird sein Puls. Das ist Lucas‘ größte Qualität!“