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In Nürnberg treffen fünfzehn Meistertitel aufeinander

Tradition verpflichtet

DORTMUND Mit welcher Hingabe Hans-Joachim Watzke (51) immer wieder die Traditionsklub-Karte spielt, ist in der Bundesliga hinlänglich bekannt. Und so überrascht der Inhalt einer SMS, die Dortmunds KGaA-Boss am Montag gegen 23.30 Uhr an Kaiserslauterns Stefan Kuntz (47) schrieb, nicht wirklich.

von Von Sascha Fligge

, 22.04.2010
In Nürnberg treffen fünfzehn Meistertitel aufeinander

Nuri Sahin ist trotz Nasenbruchs wieder im Mannschaftstraining

Watzke gratulierte dem Vorstandsvorsitzenden des traditionsreichen FCK nach dessen 2:1-Erfolg bei Arminia Bielefeld zur fast sicheren Erstliga-Rückkehr. „Schließlich“, begründete der Dortmunder gestern frech, „laufe ich ja lieber den Betzenberg hoch als da in Sinsheim dieses Stadion zu suchen!“ Wie die Verantwortlichen des Emporkömmlings Hoffenheim über die neuerliche verbale Salve aus dem Ruhrgebiet denken, ist nicht überliefert. Am kommenden Wochenende jedenfalls – das steht schon fest – wird Watzke keineswegs nachlegen müssen, denn Dortmund tritt beim 1. FC Nürnberg an (Sa., 15.30 Uhr). Der hat neunmal die Deutsche Meisterschaft gewonnen und steht nicht im Verdacht, für die Aufarbeitung seiner Historie im neuen DFB-Museum nur ein kleines Eckchen neben dem Schirmständer zu benötigen.

Beide Klubs klagen vor dem Duell über personelle Probleme. Der „Club“ muss unter anderem auf seinen Kapitän Andreas Wolf verzichten, dessen „schlimmer Finger“ – genauer gesagt der rechte Daumen – gerade erst operiert wurde. Im Gespräch sagte Wolf: „Die Strecksehne war total abgerissen. Hätte ich den Eingriff nicht vornehmen lassen, wäre der Daumen wohl steif geworden.“ Dortmunds Trainer Jürgen Klopp muss sich selbst in den nächsten Stunden vor allem die Frage beantworten, ob Tamas Hajnal oder Nelson Valdez am Samstag den Kreuzbandriss-Patienten Mohamed Zidan in der Spielregie ersetzen soll. „Tamas hat einen Tick mehr Rhythmus, Nelson schafft durch seine Schnelligkeit Räume. Ich kann mir beide Varianten vorstellen“, so Klopp am Donnerstag.

Sicher ist bislang nur, dass der junge BVB-Linksverteidiger Marcel Schmelzer nach abgebüßter Gelbsperre Publikumsliebling Dede wieder aus der Startelf verdrängen wird. „Alles andere wäre das völlig falsche Zeichen“, sagte Klopp und betonte: „Ein neuer Kampf um Positionen beginnt erst in der Vorbereitung zur nächsten Saison.“ Nuri Sahin gibt die laufende noch nicht auf. Borussias Mittelfeldspieler, der sich beim 1:1 gegen Hoffenheim am Sonntag die Nase gebrochen hatte, trainierte erstmals mit einer teuren Carbon-Spezialmaske und soll in Nürnberg auflaufen können. „Ich glaube, Nuri hat das komplette Champions League-Spiel der Bayern mit Maske geguckt, um sich an das Ding zu gewöhnen“, scherzte Klopp gestern.

Beim Stichwort Bayern – fraglos ein Traditionsklub – kam übrigens auch Watzke wieder ins Spiel. „Durch den Münchner Sieg gegen Lyon wurde der deutsche Rückstand auf Italien in der Nationenwertung erneut verkürzt“, sagte er. Der vierte Champions League-Startplatz ist in greifbarer Nähe, der sechsmalige Meister Dortmund hofft auf eine Rolle als Profiteur. Tradition verpflichtet schließlich.