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Jürgen Klopp steht vor einer bewegenden Rückkehr

Mainzer Kult-Trainer

DORTMUND Den pointiertesten Satz des 23. Mai 2008 hat Peter Krawietz gesagt. Krawietz war Chef-Scout beim FSV Mainz 05, und auch er stand an jenem Tag vor gut zwei Jahren auf der großen Bühne vor dem Mainzer Staatstheater, die als Stätte für Jürgen Klopps legendäre Goodbye-Partie diente.

von Von Sascha Fligge

, 08.04.2010
Jürgen Klopp steht vor einer bewegenden Rückkehr

Jürgen Klopp als Mainzer Trainer: Herrscher über das Stadion am Bruchweg.

Drei Stunden lang wurde geweint, gesungen und getrunken. Mehr als 20 000 Menschen, viele mit „Danke Kloppo!“-Shirts, feierten den Abschied des Kult-Trainers nach 18 Jahren Klubzugehörigkeit. Irgendwann nahm Krawietz sich das Mikro und sagte: „Hier in Mainz ist alle 14 Tage Fastnacht. In Dortmund kommen alle zwei Wochen 80 000 als Biene Maja Verkleidete ins Stadion.“ Soweit die Gemeinsamkeiten… Heute ist Krawietz (37) Co-Trainer von Klopp (42) beim BVB. Am Samstag kehren die beiden mit Dortmund genauso an den Mainzer Bruchweg zurück wie Klopp-Assistent Zeljko Buvac (48), Manndecker Neven Subotic (21), Mittelfeldspieler Markus Feulner (28) und Offensivakteur Mohamed Zidan (28). Subotic ahnt, was da auf seinen Chef zurollt. „Die Fans dort wissen, was sie an Klopp hatten. Sein Anteil daran, dass Mainz erstligawürdig ist, ist riesig. Der Trainer wird hoffentlich nicht flennen!“

Sentimentalitäten kann sich der BVB eigentlich nicht leisten. Dortmund ist Vierter, der Rückstand auf Leverkusen und die Champions League-Qualifikation beträgt nur noch einen Punkt. Zeit für eine plakative Kampfansage an Bayer? „Kampfansagen zeigt man nicht durch Wörter, die zeigt man auf dem Platz“, meint Subotic. „Schön, dass wir da sind, wo wir sind. Und schön, dass da nach oben noch was möglich ist“, sagt wiederum Rechtsverteidiger Patrick Owomoyela (30). Er freut sich. Auf Mainz. Den Fünften der Heimtabelle. Neven Subotic freut sich auch und vor allem auf einen gewissen Mico – sagt er jedenfalls. Mico führt das Mainzer Restaurant „Haasekessel“, das „nur fünf Meter von der Spielerkabine entfernt liegt“ (so Subotic). Als der Abwehrspieler im Jahr 2006 aus den Vereinigten Staaten nach Rheinhessen kam, leistete besagter Mico offenbar einen wichtigen Beitrag zu Subotics Überleben. „Ich konnte überhaupt nicht kochen, und er hat mich vollgestopft“, erzählt der Borusse. Die lukullische Beziehung blieb nicht ohne Konsequenzen. „Mit 17 Jahren“, erzählt der Serbe, „habe ich dann 92 Kilo gewogen. Das war ein bisschen viel!“

Es hat ja trotzdem noch geklappt mit dem professionellen Fußball. „In Mainz“, sagt Subotic heute, „habe ich vielen Leuten etwas zu verdanken.“ Da ist er nicht der Einzige. Klopp behauptet: „Gäbe es diesen Klub nicht, hätten einige von uns gar keine Profikarriere starten können.“ Seinen Schützling Neven Subotic hat der Trainer übrigens noch beruhigt. Er werde am Samstag nicht weinen, beteuerte Klopp: „Ich habe alle Tränen schon vergossen. Wenn es rein um Fußball geht, ist mir der Gegner völlig egal.“