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Kießling raubt dem BVB den Sieg

LEVERKUSEN Wer so dicht vor dem Auswärtssieg steht, der kann über ein Remis nicht glücklich sein. Vier Minuten vor Schluss kassierte der BVB in Leverkusen den Ausgleich zum 2:2. Bis dahin hatte es dank eines Doppelpacks von Mladen Petric nach dem zweiten Erfolg hintereinander für die Doll-Elf ausgesehen. So wurde es das erste Remis der Saison.

von Von Thomas Rellmann

, 20.10.2007
Kießling raubt dem BVB den Sieg

Dortmunds Doppeltorschütze Mladen Petric im Zweikampf mit Leverkusens Nationalspieler Simon Rolfes.

Der BVB konnte wieder auf die zuletzt lädierten Mladen Petric und Philipp Degen zurückgreifen. Für den gesperrten Christian Wörns rückte Robert Kovac in die Innenverteidigung. Taktisch hatte sich Trainer Thomas Doll gegen die Raute entschieden. Marc Kruska und Tinga liefen als Doppel-Sechs vor der Abwehr auf, während Giovanni Federico (rechts) und Florian Kringe (links) die Flügel besetzten. Von dieser Variante versprach sich der Ex-Hamburger offenbar mehr Stabilität im Zentrum.

Doch zunächst gaben die Gastgeber den Takt an und hatten durch Ersatzkapitän Simon Rolfes die erste dicke Möglichkeit. Der Nationalspieler dribbelte sich durch die gesamte Hintermannschaft, zielte aber über den Querbalken (10.). Auch ein Freistoß von Arturo Vidal verfehlte nur knapp das Ziel (16.). Ob es ein Weckruf für den BVB war? Im Gegenzug legte Federico für Mladen Petric auf und dessen Volleyknaller aus 18 Metern zwang René Adler zu einer Glanztat. Fortan wagten sich die Schwarzgelben immer häufiger in Bayers Hälfte. Doch auch die Werkself blieb gefährlich, etwa bei einer Chance von Barnetta (19.). Dortmund war nun aber im Spiel. Adler musste gegen Diego Klimowicz retten (21.), Kringe hatte geflankt.

Petric mit Traumtor

Das Offensivspiel wirkte jedenfalls schonmal ein Stück weit gefälliger als zuletzt, auch weil die Außen zumindest phasenweise gut harmonierten. Einer davon, Florian Kringe, prüfte Adler nach 32 Minuten aus der Distanz. Bei der anschließenden Ecke setzte Federico den Nachschuss übers Gehäuse. Dennoch: Borussia so häufig in Tornähe – das hatte es seit dem 3:0 gegen Bremen nicht mehr gegeben. Die beste Gelegenheit ließ Klimowicz aus. Nach einer Petric-Flanke wurde Kringes Versuch noch abgeblockt. Den Abpraller hätte der Argentinier dann aber verwandeln müssen (35.). Doch Adler war auf dem Posten. Der Lohn für die Mühen in der Vorwärtsbewegung dann kurz vor der Pause: Florian Kringe, diesmal auf rechts, brachte die Kugel mit einem langen Diagonalpass zu Petric. Und der Kroate fackelte nicht lang, nahm den Ball volley und traf ins lange Eck – ein echtes Traumtor (41.).

Bayer-Coach Michael Skibbe stellte zur Pause nominell und auch taktisch um. Paul Freier kam für Arturo Vidal, Stefan Kießling rückte neben Theofanis Gekas in die Spitze – alles auf Offensive. Die Maßnahme hätte sich schon nach vier Minuten fast bezahlt gemacht, doch Gekas verpasste Freiers Hereingabe um Zentimeter. 60 Sekunden später hatte Freier nach einer Ecke selbst die Chance zum Ausgleich. Der fiel nur weitere zwei Minuten danach. Freier, gerade von einer Verletzung genesen, ließ Dortmunds gesamte Abwehr richtig schlecht aussehen, bediente Gekas und der Grieche musste nur noch den Fuß hinhalten – 1:1. Die Quittung für Borussias Passivität nach der Pause.

Der BVB am Boden? Nicht ganz, denn da war ja noch Bayers Nationalspieler Lukas Sinkiewicz. Der Ex-Kölner leistete sich 120 Sekunden nach dem Ausgleich einen haarsträubenden Fehlpass in die Füße von Petric, der plötzlich allein auf Adler zumarschierte. Im ersten Versuch scheiterte der Zugang aus Basel noch, der Nachschuss aber saß mit etwas Glück. Es war der dritte Doppelpack des 26-Jährigen in dieser Saison. Auch wenn diesmal, zumindest beim zweiten Treffer, die doppelte Portion Fortune nötig war. Das galt aus Gäste-Sicht auch für die nächste Aktion, als ein Gekas-Schuss nur knapp am Tor vorbei rauschte (61.).

Bayer macht mobil

Danach kam von der Werkself allerdings nicht mehr viel, vom BVB allerdings noch weniger. Die Hausherren mobilisierten noch mal die letzten Kräfte, für echte Torchancen reichte es indes lange nicht. Auch wenn Borussias Defensive hier und da in Bedrängnis geriet – sie zeigte sich viel stabiler als in den Wochen zuvor. Die Skibbe-Elf schien ohne ihren Kopf Bernd Schneider in ihrer Kreativität stark eingeschränkt. Bis zur 86. Minute. Die hatte es in sich. Erst musste Keeper Roman Weidenfeller zweimal prächtig parieren, gegen Sinkiewicz und Gonzalo Castro. Doch nach Freiers Flanke wenige Sekunden später war er machtlos, als Kießling die Kugel ins lange Eck nickte. Bitter für den BVB – dieser Sieg wäre extrem wichtig gewesen.

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