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Nicht gegen die Wand fahren

DORTMUND Es ist erst der dritte Spieltag, aber im Umfeld von Borussia Dortmund herrscht schon Endzeit-Stimmung: 0 Punkte, 2:7 Tore, Platz 18, Ernüchterung pur. Und am Samstag (15.30 Uhr) kommt Energie Cottbus. Die Fleisch gewordene Fußball-Wand.

von Von Sascha Fligge

, 24.08.2007
Nicht gegen die Wand fahren

Thomas Doll betet, "dass meine Spieler mit einem dicken Hals reingehen".

Das Interesse an der Partie hält sich – auf hohem Niveau – in Grenzen. 64 100 sahen in der vergangenen Spielzeit den 3:2-Auswärtssieg des FC Energie, gleichzeitig das letzte Heimspiel des glücklosen Dortmunder Kurzzeittrainers Jürgen Röber. Am Freitag kündigte BVB-Ticketingchef Matthias Naversnik „maximal 65 000 Zuschauer“ an. Erst 62 500 Karten sind vergriffen. Lediglich 500 Cottbuser Anhänger wollen live dabei sein – Minusrekord. Im vergangenen Jahr waren es selbst an einem Sonntag 750.

Sportlich sind die Sorgen riesengroß. Torhüter Roman Weidenfeller wurde vom DFB für die Beleidigung von Schalkes Gerald Asamoah gesperrt. Für ihn übernimmt Marc Ziegler.

In Alexander Frei (Faserriss) und Ebi Smolarek (für nun ausverhandelte 4,8 Mio. Euro nach Santander) stehen obendrein die erfolgreichsten Torschützen der vergangenen Jahre nicht zur Verfügung. Wahrscheinlich werden Diego Klimowicz und Nelson Valdez den Sturm bilden.

Dahinter muss Trainer Thomas Doll ebenfalls umbauen, denn in Sebastian Kehl (Spritzenkur), Marc Kruska (gesperrt) und Daniel Gordon (Aufbautraining) stehen alle Kandidaten für das defensive Mittelfeld nicht zur Verfügung. Wegen der Personalmisere rückt nun sogar der „Sechser“ der Amateure, Christian Eggert (21) in den Profikader. Für den Fall, dass der Brasilianer Tinga wie zuletzt maßlos enttäuscht, könnte er zu seinem ersten Bundesliga-Auftritt kommen.

Florian Kringe dürfte ins halblinke Mittelfeld rücken, Philipp Degen, der beim Schweizer Länderspiel-Sieg gegen die Niederlande (2:1) eine starke Halbzeit geboten hat, übernimmt die rechte Defensivbahn. Und in der Innenverteidigung winkt Markus Brzenska dank der chronischen Schwächen von Robert Kovac der erste Saisoneinsatz in Borussias Startelf.

Doll dementiert scharf

Thomas Doll erwartet eine „ausgesprochen konterstarke Mannschaft. Wir müssen vorbereitet sein. Jeder meiner Spieler wird mit einem dicken Hals reingehen“. Seit Tagen äußert er sich so...

Energisch widersprach der Trainer Medienberichten, denen zufolge er einen neuen Spielmacher gefordert und Mladen Petrics Abkommandierung in den Sturm angekündigt hatte. „Ich bin es ja gewohnt, dass Dinge hinein interpretiert werden. Aber ich habe mit niemandem über dieses Thema gesprochen. Das entbehrt jeder Grundlage“, so Doll. Petric, der beim 1:4 auf Schalke schon als Spitze aufgeboten worden war, zeigt sich jedenfalls einsichtig: „Ich habe nicht das gebracht, was von mir erwartet wird.“ Gegen Cottbus kann er sich rehabilitieren.

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