Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nichts Genaues weiß man

JAKARTA Wie viele Einwohner Jakarta hat, weiß niemand so genau. Norman Prayudi, TV-Journalist in der gigantischen Metropole, schätzt, dass es „zwölf bis achtzehn Millionen Menschen sind, die im Großraum leben“. Nachgezählt hat aber noch kein Indonesier.

von von Sascha Fligge

, 18.12.2007
Nichts Genaues weiß man

Roman Weidenfeller und Kollegen kickten mit indonesischen Kindern.

Und so verhält es sich mit vielen Dingen in diesem Land, in dem Borussia Dortmund bis zum Donnerstag Werbung für die Bundesliga macht. Das Nationalstadion, in dem der BVB heute auf die Auswahl des Staates (verlor zuletzt mit 1:3 gegen Syrien) trifft, fasst – je nachdem, wen man fragt – zwischen 80 000 und 100 000 Zuschauer. Zwischen 20 000 und 40 000 haben sich angeblich mit Optionsscheinen eingedeckt, die Mittwoch in Tickets umgetauscht werden können. Exaktes ist nicht zu erfahren. Nur, dass irgendwann zwischen 16.45 Uhr und 17 Uhr (Ortszeit) angestoßen werden soll. Übertragen wird im Free-TV des Landes, das angeblich 200 Millionen Menschen zählt. Wobei es Einheimische gibt, die behaupten, es wären 240 Millionen. Indonesien ist für Besucher zwar ziemlich aufregend. Aber eben stets unberechenbar.

Nachhilfe mit Petric

Das 29-köpfige BVB-Ensemble präsentiert sich in diesen Tagen allerdings als höchst berechenbare PR-Größe. In der Regel freundlich. Und immer pünktlich. Dienstag Nachmittag absolvierte das Team von Trainer Thomas Doll eine Einheit mit Mini-Fußballern der internationalen Schule von Jakarta. Zuvor hatte Mladen Petric, jener Mann, der England die EM-Qualifikation geraubt hat, einem indonesischen Fernsehteam ausführlich erläutert, wie ein Außenristschuss funktioniert. Und ein Vollspannschuss. Und einer mit dem Innenrist.

Party fällt aus

„Petric kennen wir hier. Und Valdez vielleicht auch noch“, sagt Prayudi: „Aber ansonsten hat der BVB in Indonesien viel von jenem Stellenwert eingebüßt, den er nach dem Champions League-Triumph 1997 und der Meisterschaft 2002 hatte. Die bekanntesten Spieler der Borussia sind hier nach wie vor Tomas Rosicky und Jan Koller.“ Nur spielen die längst nicht mehr in Dortmund.

Florian Kringe (Zerrung), Sebastian Kehl (Magen-Darm-Infekt) und Robert Kovac (Adduktorenschmerzen) spielen auch nicht. Jedenfalls nicht Mittwoch. „Wahrscheinlich“, meint Kringe grinsend, „mussten wir mit nach Indonesien, weil die ganze Tour gut für den Mannschaftsgeist ist.“ Der sollte ursprünglich Donnerstagnacht im Hardrock Cafe gefördert werden. Allerdings fällt die Party aus. Pünktlich um 0 Uhr beginnt einer der wichtigsten Feiertage im Land. Viele Bars und Discotheken schließen. Eine Spaßreise wird das nicht.

Lesen Sie jetzt