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Nun ist sogar die Champions-League in Reichweite

2:1-Sieg gegen Bremen

DORTMUND Wochenlang ist es nur ein Gedanke, so eine Art Ahnung gewesen, aber jetzt wird der Gedanke zur Gewissheit: Borussia Dortmund kann in dieser Saison die Champions League erreichen. Seit dem 2:1 (2:0)-Sieg gegen Verfolger Werder Bremen trennt den BVB nur noch ein Punkt vom dritten Platz und Bayer 04 Leverkusen.

von Von Sascha Fligge

, 05.04.2010
Nun ist sogar die Champions-League in Reichweite

Auf dem Weg Richtung Champions League: Lucas Barrios (l.) und Kevin Großkreutz.

Am Samstag, um 17.22 Uhr, saßen sie mal wieder vor der vibrierenden Südtribüne, die Herren Fußballer in Schwarzgelb, in Rot und in Halbnackt. Über ihnen wurde bereits der Einzug in einen europäischen Wettbewerb besungen. Und manch ein Kicker setzte den Rhythmus jener Klänge genauso inbrünstig in Bewegungen um wie die Schmähgesänge auf den Erzrivalen Schalke 04, der kurz zuvor das Spitzenspiel gegen den FC Bayern München verloren hatte. Gelsenkirchen lag in Trauer und Dortmund feierte bis tief in die Nacht. Kevin Großkreutz (9./fünftes Saisontor) und Neven Subotic (22./drittes) hatten die Borussia vor 80 552 Fans im ausverkauften Signal Iduna Park für fulminante erste 30 Minuten gegen Bremen belohnt. Der Gast musste feststellen, dass er einfach nicht in der Lage ist, aus seinen Fehlern zu lernen. Nach einer Vorrunde mit verbesserter Defensive (nur 16 Gegentore) weisen die Unbelehrbaren von der Weser inzwischen wieder die meisten Gegentreffer aller Spitzenteams auf, nämlich 37.

„Wir haben die erste Hälfte hergeschenkt“, klagte Trainer Thomas Schaaf, dessen Team zwar von der 30. bis zur 80. Minute bemerkenswert dominant agierte und insgesamt mehr Torschüsse (15:14), Ecken (8:5) sowie Flanken (16:10) produzierte, aber eben nur noch dieses eine Tor durch Aaron Hunt (65.). Seit dem Dortmunder 2:1 gegen seinen Verfolger muss sich vor allem Bayer Leverkusen nun fragen: Was kann Dortmund? Auf nur noch einen Zähler ist der Vorsprung des Teams, das den zur Champions League-Qualifikation berechtigenden Platz 3 belegt, zusammengeschmolzen. Erstmals wagte sich am Wochenende ein BVB-Spieler aus voller Deckung und lüftete die Tarnkappe ein wenig. „Wir haben die beste Ausgangslage, um auch nach vorne zu schauen“, sagte Verteidiger Patrick Owomoyela, der sein achtes Tor (das zum 1:0) vorbereitete.

Sein Trainer Jürgen Klopp, der dem BVB eine in der Liga einzigartige Spielphilosophie aus Aggressivität, Inbrunst, Kilometerfressen und jugendlicher Waghalsigkeit verpasst hat, war die Frage-Tortur nach der Königsklasse piepegal. „Wir werden alles rausquetschen, was geht“, sagte er. Und: „Aber wir wären blöd, würden wir am 34. Spieltag die Euro League erreichen und uns dann darüber ärgern, dass wir es nicht in die Champions League geschafft haben!“