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Santana eifert seinem Kumpel Naldo nach

Ein ungleiches Paar

DORTMUND Es ist ein Dilemma. Da verfügt Borussia Dortmund in Felipe Santana (23) über eine junge, kopfballstarke Manndecker-Rakete. Aber seine PS darf der Brasilianer nur dann abrufen, wenn einer der noch jüngeren Neven Subotic (21) oder Mats Hummels (21) verletzt oder gesperrt fehlt.

von Von Sascha Fligge

, 02.04.2010
Santana eifert seinem Kumpel Naldo nach

Felipe Santana im Zweikampf mit Bremens Angreifer Markus Rosenberg.

„Eine Luxus-Situation oder ein Luxus-Problem – ganz, wie Sie wollen“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc (47). Santana, der Mann mit Rock im Namen, wird heute auf der Bank sitzen. Vier Partien in Serie hat er in den vergangenen Wochen absolviert, weil Hummels nach einer Kiefer-Operation nur zuschauen durfte. Jetzt ist der U21-Nationalspieler wieder einsatzfähig, und Santana rückt vor dem Top-Spiel gegen Bremen ins zweite Glied. Von der Bank aus genießt der Brasilianer, der in Rekordzeit Deutsch gelernt hat, immerhin einen freien Blick auf seinen Kumpel Naldo (27, Bremen). „Ständig“, sagt Santana, „bin ich in meiner Anfangszeit in Deutschland mit ihm verwechselt worden. Wir sehen uns offenbar sehr ähnlich.“ Längst besteht zwischen den beiden Südamerikanern reger Kontakt. „Wir telefonieren oft und sprechen viel über Privates“, berichtet der Dortmunder.

Naldo und Santana – auch im fußballverrückten Brasilien sind sie Stars. Der Bremer (149 BL-Spiele/19 Tore) gilt in seiner Heimat laut BVB-Linksverteidiger Dede als „einer der beliebtesten Abwehrspieler“. Was durchaus kein Wunder sei. „Zwei Bundesliga-Spiele pro Woche werden schließlich live im TV gezeigt. Und oft sind es die Werder-Partien, so wie an diesem Wochenende“, sagt Dede. Felipe Santana (41 Liga-Partien/4 Tore) wiederum, über den Zorc sagt, er habe in Dortmund „keinen runden Start gehabt. Aber ein Naldo hat in Bremen ein ganzes Jahr gebraucht, ehe er sich umgestellt hat“, ist am Zuckerhut als jüngster Kapitän aller Zeiten in einem Erstliga-Team bekannt geworden.

Naldo gehört übrigens nach wie vor zum erweiterten Kreis der Santana-Vorbilder. Genauer gesagt belegt er in der Ikonen-Rangliste des Borussen Rang vier. „Es führen Lilian Thuram, Lucio und Juan“, sagt Santana, packt sein Zahnpasta-Lächeln aus und betont: „Von Naldos Schussstärke hätte ich gerne etwas. Aber wahrscheinlich hätte er auch gerne meine Explosivität im Sprint.“ Explodieren darf Santana heute wahrscheinlich nicht. Wieder nicht. Aber das macht ihn offenbar keineswegs nervös. „Wir wussten immer, dass er nicht dazu neigt aufzugeben“, sagte Zorc schon vor Monaten. Heute lobt er: „Felipe hat seinen Wert beweisen können, obwohl Subotic und Hummels zurzeit ein Stück vor ihm stehen. Er verkörpert gehobenes Bundesliga-Niveau!“ Felipe Santana selbst träumt noch vom ganz großen Durchbruch in seiner Wahl-Heimat. „Hoffentlich“, meint er, „werde ich hier in Deutschland mal so berühmt wie Naldo...“