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Schläge und Stiche

DORTMUND Mit einem Schlag war die gesamte Euphorie wie weggeblasen. Genau genommen waren es sogar drei Schläge – zugefügt von blau-weißen Zebras. Aber die hatten es in sich. Drei Mal traf der Aufsteiger MSV Duisburg am Sonntag Abend im Signal Iduna Park ins Netz, drei Stiche mitten ins BVB-Herz.

von Von Thomas Rellmann

, 13.08.2007
Schläge und Stiche

Delron Buckley (r.) benötigte nach dem von ihm verursachten Strafstoß Trost von Ebi Smolarek (Mi.).

Das Schlimme an der 1:3-Auftaktpleite gegen den Aufsteiger aus der Nachbarschaft: Sie war absolut verdient, auch in der Höhe. Sportdirektor Michael Zorc trieb der Auftritt des schwarzgelben Ensembles die Zornesröte ins Gesicht: „Wir haben alles vermissen lassen, was guten Fußball ausmacht. Uns fehlten die Grundeigenschaften, man hatte das Gefühl, als sei es ein weiteres Vorbereitungsspiel.“

Wäre es doch eines gewesen, mögen sich die bitter enttäuschten Anhänger gedacht haben. Denn in der Testphase überzeugte die Elf von Thomas Doll stetig – und entfachte so große Hoffnungen für den Saisonverlauf. Erfüllen konnte sie diese bei der Premiere nicht in Ansätzen.

Die desolate rechte Abwehrseite mit Philipp Degen und Robert Kovac in der Hauptrolle schreit fast schon nach Ablösung. Im Mittelfeld war Tinga ein Totalausfall, auch Jakub Blaszczykowski und Mladen Petric setzten selten Akzente. Leidtragende dessen waren die Stürmer Ebi Smolarek und Diego Klimowicz, die allerdings selbst auch kaum Initiative zeigten.

Test für Frei

Genügend Kandidaten also, die vor dem Derby gegen den FC Schalke um ihren Platz im Team bangen müssen. Und weil Doll Änderungen angekündigt hat, darf die Reservebank hoffen. Heute (18.30 Uhr) wäre beim Freundschaftskick gegen eine Grevener Auswahl Gelegenheit zum Experimentieren.

Alexander Frei soll auf alle Fälle auflaufen. Der Torinstinkt des vor drei Monaten an der Hüfte operierten Schweizers täte der Borussia gut. Florian Kringe hat mit seinem Tor auf sich aufmerksam gemacht. Auch Marc Kruska, Markus Brzenska, Nelson Valdez oder Giovanni Federico würden sich gern aufdrängen. Und dann ist da ja noch Delron Buckley, der Gewinner der Vorbereitung, der am Sonntag mit seinem Foul im Strafraum vor dem 0:2 wieder zum Verlierer wurde.

Buckleys Kritik

Der Südafrikaner übte Selbstkritik („Da habe ich Scheiße gebaut“), ging aber auch mit den Kollegen hart ins Gericht: „Die Mannschaft hat nicht alles gegeben, das Spiel zu gewinnen. Das ist meine Meinung.“ Buckleys Stunde könnte im Derby gegen den FC Schalke am Samstag schlagen, falls Doll sein selbst ernanntes Alternativsystem mit zwei Sechsern und zwei offensiven Außen im Mittelfeld anbringt.

Unabhängig vom System muss speziell die Gegenwehr in der Arena anders aussehen. „Gegen Duisburg wusste man manchmal nicht, ob da wir oder Fahnenstangen auf dem Rasen stehen“, bemerkte Zorc. „So kannst du dir die Spritkosten nach Schalke gleich sparen. Auch wenn‘s dahin nicht so weit ist...“

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