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Schweigender Botschafter

DORTMUND Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will das Produkt Bundesliga effektiver vermarkten, im Ausland kräftig die Werbetrommel rühren und schickt zu diesem Zweck heute Borussia Dortmund für einen freundschaftlichen Vergleich nach Warschau. Ausgerechnet den BVB.

von Von Sascha Fligge

, 01.10.2007
Schweigender Botschafter

Jakub Blaszczykowski kehrt für einen Tag in seine polnische Heimat zurück.

Jene blutleere Profi-Ansammlung also, die zwar 30 Mio. Euro an Gehältern verschlingt, national aber regelmäßig einer mangelnden Berufsauffassung überführt wird. In fünf von acht Partien kassierte der BVB mindestens drei Gegentore. Die jüngsten drei verlor der Klub und machte dermaßen in Apathie, dass die Statistiker beim 1:3 in Karlsruhe (13 Mio. Euro Etat) lediglich noch 39 Prozent Ballbesitz für Schwarzgelb notieren durften.

Als Konsequenz produziert die Truppe nun ihren eigenen Stummfilm namens „Medienboykott“. Auf Geheiß des formschwachen Kapitäns Christian Wörns – heißt es. Und so war „Ich darf doch offiziell nichts sagen“ am Montag, am gestrichenen freien Tag, der in einer Laufeinheit im Grävingholz gipfelte, der meistverwendete Satz. Sollte wohl bedeuten: Wer gegen das interne Schweigegelübde verstößt, der macht die Mannschaftskasse fett.

"Kuba" spricht

Ob die Borussen am Dienstag auch in Polen schweigen, wenn sie als fröhliche Repräsentanten einer fannahen Eliteliga auftreten sollen? Wohl nicht, denn Jakub Blaszczykowski muss um 14.30 Uhr in einem Einkaufszentrum zu seinen Landsleuten sprechen. Später treffen die Profis noch auf Waisenkinder. Es steht immerhin viel auf dem Spiel.

Die Bosse der deutschen Klubs verlangen von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert nämlich, mehr Geld zu besorgen – die bislang 420 Mio. pro Jahr reichen nicht, um international mithalten zu können. Jene 60 Mio. Euro, die Italiener und Spanier zusätzlich im Ausland verdienen, sollen das Ziel sein. Ob es die Borussen lebendig macht? Ob es sie rennen lässt? Sprechen? Auflösung: 18.15 Uhr, im DSF.  Delron Buckleys Einsatz gegen Bochum ist aufgrund einer Einblutung am Innenband des linken Sprunggelenks stark gefährdet.

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