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„So doof kann man ja gar nicht sein!“

Jürgen-Klopp-Interview

DORTMUND Acht Spiele in Serie war der SV Werder Bremen in der Bundesliga ungeschlagen – bis zum 1:2 (0:2) in Dortmund am Samstag. Der BVB schraubte seine Erfolgsbilanz der jüngsten fünf Partien auf 13 Punkte (von 15 möglichen). Nach dem Schlusspfiff sprach Sascha Fligge mit Trainer Jürgen Klopp (42).

03.04.2010
„So doof kann man ja gar nicht sein!“

Jürgen Klopp (l.) durfte am Ende den vierten Heimsieg in Folge bejubeln. Für Werder Bremen und Trainer Thomas Schaaf wird es im Kampf um einen Europa League-Platz dagegen wieder eng.

Dass es eine Klasse-Partie wurde, lag daran, dass wir auch ganz gut gekickt haben. Wir hatten in der ersten Hälfte tolle Balleroberungen, ein Super-Umschaltspiel, waren gut auf Werders tollen Fußball vorbereitet. Nach der Pause mussten wir alles reinhauen an Leidenschaft, was überhaupt ging, um Bremen auf Distanz zu halten. Ich bin mit dem engen Spiel sehr zufrieden. Ich wusste ja, dass wir Bremen nicht aus dem Stadion schießen würden. Das war heute ein Gradmesser für den Rest der Saison. Jetzt geht’s erst so richtig um die Wurscht!  

Nee, das ist kein Ziel, das wir für uns vor Augen haben. Wir alle können die Tabelle lesen und sehen, mit was für Riesenschritten die Gruppe von Verfolgern ankommt. Mit 52 Punkten qualifiziert sich in dieser Saison niemand für Europa! Wir müssen nach Mainz – und der FSV ist eines der stärksten Heimteams in Deutschland (Platz 5 in der Heimtabelle, d. Red.). Wichtig ist, dass wir dort nicht auftreten wie in Berlin. Wir dürfen nicht animiert werden müssen, wir kommen nur über Vollgas von Anfang an.  

Wir können in dieser Saison kein ganz normales Spitzenteam sein. Wir sind nicht Bremen, nicht München, nicht Leverkusen – uns fehlen die Erfahrungswerte da oben. Ich bin keine Euphoriebremse, ich bin realistischer als Sie alle denken. Wir gewinnen in dieser Saison wichtige Spiele ausschließlich wegen eines – im Vergleich mit dem Gegner – höheren Investments an Laufarbeit und Aggressivität. Dass das Umfeld schwärmt, das ist doch völlig okay. Aber es wäre schön blöd, wenn wir am 34. Spieltag die Europa League erreichen und uns dann ärgern würden, dass wir nicht in der Champions League spielen. So doof kann man ja gar nicht sein!  

Sebastian hat in der 37. Minute angezeigt, dass er etwas im Adduktorenbereich spürt. Es handelt sich wohl um eine Ansatzreizung. Ich gehe davon aus, dass wir den richtigen Wechsel-Zeitpunkt erwischt haben, um Schlimmeres noch zu vermeiden. Mats Hummels hat ebenfalls früh signalisiert, dass er raus muss. Sein Oberschenkel hat offenbar…nun ja…die Strahlkraft verloren. Und Mohamed Zidan ist umgeknickt. Eine Diagnose steht noch aus.