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Spaß auf allein Seiten in Aalen

DFB-Pokal

Wer Ralph Hasenhüttl und Jürgen Klopp im launigen Dialog so zuhörte, der konnte den Eindruck gewinnen, die beiden Trainer würden über ein Freundschaftsspiel in der Saison-Vorbereitung reden. Dabei ging es beim DFB-Pokal-Spiel am Dienstagabend zwischen dem BVB und VfR Aalen um viel mehr.

AALEN

von Von Dirk Krampe

, 01.11.2012
Spaß auf allein Seiten in Aalen

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp (l.) und Aalens Trainer Ralph Hasenhüttl hatten sich viel zu erzählen.

Dass die beiden einen guten Draht zueinander haben, ist bekannt. Es wurde geflachst, gefeixt, Aalens Trainer und der BVB-Coach hatten sich einiges zu sagen. Am Ende fehlte eigentlich nur noch die innige Umarmung.

Ab der 32. Minute, als Marcel Schmelzer das 2:0 für Borussia Dortmund erzielte, hatte die Partie der 2. Runde im DFB-Pokal beim Zweitligisten VfR Aalen tatsächlich nur noch Freundschaftsspiel-Charakter. „Nach den beiden Toren“, meinte auch Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan, „war klar, dass wir in die nächste Runde einziehen, wenn wir hinten nicht mehr nachlässig werden.“ Klopp, Dortmunds Trainer, erlebte einen entspannten Abend, mit dem er eigentlich, wie er später zugab, nicht gerechnet hatte. „Alles war da bei Aalen“, hatte Klopp beim Aufwärmen beobachtet. „Die Mannschaft hat einen richtig guten Eindruck gemacht, die Kulisse stimmte.“ Die zwei Treffer vor der Pause aber, erzielt ausgerechnet von zwei BVB-Abwehrspielern, raubten dem Zweitligisten früh den Mut.

Dass Innenverteidiger Mats Hummels, der das 1:0 mit einem Sonntagsschuss der Marke Lothar Emmerich aus spitzem Winkel erzielt hatte, zur Pause mit muskulären Problemen in der Kabine bleiben musste, konnte die Zufriedenheit Klopps über ein souverän herausgespieltes 4:1 nicht trüben. So weit weg von seiner eigenen Elf sah Klopp den zunächst forsch aufspielenden VfR allerdings nicht. Aalen hatte eine frühe Chance durch Lechleiter (5.), „wir alle“, meinte Klopp, „wissen doch, wie so ein Spiel laufen kann, wenn man nicht 100 Prozent gibt.“ Das war allerdings spätestens mit Mario Götzes feinem Treffer zum 3:0 nicht mehr nötig. Der BVB hatte in der Ostalb alles unter Kontrolle, das 1:4-Ehrentor durch Michael Klauß, ein wunderschöner Freistoß-Treffer obendrein, war nicht mehr als eine kleine Randnotiz.

Als sich der BVB-Tross am Mittwochmittag vom kleinen Regional-Flughafen Aalen-Elchingen aus auf den Rückweg nach Dortmund machte, konnte Hummels schon wieder Entwarnung geben. Eine kleine Verhärtung der hinteren Oberschenkel-Muskulatur diagnostizierte die medizinische Abteilung. Das sollte ihn nicht daran hindern, am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart mitzuwirken. Die dritte Partie in der Baden-Württemberg-Woche für den BVB ist eine, auf die sich einer beim BVB ganz besonders freut: Julian Schieber war einer der Hauptdarsteller beim rasanten 4:4 zwischen diesen Klubs im Frühjahr, als er, damals noch im weiß-roten Trikot des VfB, zur unglaublichen Aufholjagd der Schwaben zwei Treffer beisteuerte. Auch in Aalen traf Schieber, ihm gelang Dortmunds letzter Treffer zum 4:0 – sein erstes Pflichtspieltor für Dortmund. Schiebers Familie, die nur wenige Kilometer entfernt von Aalen lebt, fieberte auf der Tribüne mit und wirkte offenbar beflügelnd.

Mit der Erkenntnis, dass der BVB die klar bessere Elf war, fiel Ralph Hasenhüttl der Übergang zur Tagesordnung nicht allzu schwer. Am Sonntag wartet auf den Aufsteiger der 1. FC Köln, „das ist wichtig für uns, heute war nur Bonus“, meinte er. „Euch spielen zu sehen“, meinte er in Richtung von Jürgen Klopp, „ist immer eine Freude.“ Klopps Grinsen wurde daraufhin noch breiter.

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