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Spektakel im Nirgendwo

DORTMUND Es ist gerade erst 14 Tage her, da war nach zwei Jahren Halbzeit für Angela Merkel und ihre Große Koalition. Grund genug, um einfach mal nachzufragen, wie man denn eine richtig gute Halbzeitansprache halte.

von Von Sascha Fligge

, 06.12.2007
Spektakel im Nirgendwo

Martin Amedick (links) wechselt in die Pfalz.

Warum die Financial Times als Experten für die Klärung des heiklen Sachverhalts ausgerechnet Ernst Middendorp (49, Arminia Bielefeld) heranzog, ist nicht überliefert. An seinen Halbzeitansprachen kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn trotz eben dieser verloren die Ostwestfalen sieben ihrer jüngsten zehn Bundesligaspiele. Auswärts sieht die Bilanz gar noch schlimmer aus: sechs sieglose Partien in Serie, 1:21 Tore. Und am Freitagabend (20.30 Uhr, in Dortmund) ist für Bielefeld mal wieder auswärts.

Es spielt der Tabellen-Zwölfte (Dortmund) gegen den 14. (Bielefeld). 78 000 Menschen werden das Spektakel im Tabellen-Nirgendwo live sehen. „Es ist gigantisch, wie viele Fans trotz allem noch zu uns strömen“, sagt BVB-Trainer Thomas Doll. Für die Belange seines Arbeitgebers interessieren sich einer Sportfive-Umfrage zufolge 21,78 Millionen Deutsche.

Für Dolls Team steht viel auf dem Spiel. Mit einem Sieg kann es sich in Richtung Liga-Niemandsland absetzen und zeigen, dass es gewillt ist, die seit Jahren anhaltende Achterbahnfahrt einzustellen. Bislang hatte BVB-Präsident Reinhard Rauball völlig zu Recht geurteilt: „Die sportliche Entwicklung gleicht einer Sinuskurve.“ Nach dem überraschenden 2:1 in Stuttgart müsste sie nun eigentlich nach unten ausschlagen...

"It doesn't matter"

Doll, der die entsperrten Diego Klimowicz und Markus Brzenska wieder in den Kader aufnimmt, wird dieselbe Elf wie im Gottlieb-Daimler-Stadion auf den Rasen schicken. Manndecker Martin Amedick erhält seine zweite Bewährungschance, vor ihm formiert sich eine Raute mit Sebastian Kehl im defensiven und Giovanni Federico im offensiven Schaltzentrum. Vielleicht hat Doll, der die Mittelfeld-Raute vor einigen Wochen verteufelte, weil sein Personal nicht zu ihr passe, ja inzwischen Statistiken gewälzt. Jede unter seiner Leitung gewonnene Partie wurde mit einer Raute begonnen.

Die Lust auf personelle und taktische Wechselspiele ist Middendorp inzwischen vergangen. „Ich erkenne keine Notwendigkeit, nach dem 0:1 gegen München etwas zu ändern“, sagt er. Gleichwohl ist der Hobby-Anglizist (Standardsatz: „It doesn‘t matter“) zu einer Änderung gezwungen. Für Mathias Hain (Anbruch des Brustbeins) hütet der Südafrikaner Rowen Fernandez das Tor. Zudem ist der Einsatz von Artur Wichniarek (6 Tore) fraglich.

"Fauchende Löwen braucht man nicht"

Was Ernst Middendorp denn nun während der Halbzeit in der Kabine macht – oder eben nicht macht? Dieses Geheimnis konnte inzwischen gelüftet werden. Angela Merkel sei Dank. „Es gibt ja Trainer“, philosophiert Middendorp, „die in der Pause mal einen Adler mitgebracht haben, um die Spieler zu motivieren. Davon halte ich nichts, Adler oder fauchende Löwen braucht man nicht in der Kabine. Die Taktik zählt: Wenn man keine überragenden Einzelspieler hat, heißt es: auf Remis spielen und im Elfmeterschießen gewinnen.“ Er kann‘s ja heute mal versuchen...   BVB: Weidenfeller - Blaszczykowski, Amedick, Kovac, Dede - Kehl - Kringe, Tinga - Petric, Valdez

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