Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Stillstand im Kollektiv

DORTMUND Mladen Petric stand am späten Freitagabend noch lange in der Mixed-Zone. Borussia Dortmunds Stürmer wirkte fast so, als wolle er unbedingt reden. All das aufarbeiten, was in den 90 Minuten zuvor beim 1:1 (1:0) gegen Berlin auf dem Rasen passiert war. Freiwillig. Kein Frageschwall hielt ihn.

von Von Sascha Fligge

, 09.03.2008
Stillstand im Kollektiv

Fussball, 1. Bundesliga, 30. Spieltag, Hamburger SV - Hertha BSC Berlin, Sonntag (03.05.09), HSH Nordbank Arena, Hamburg: Hamburgs Guy Demel (Frankreich, l.) spielt gegen Berlins Marko Pantelic (Serbien, r.). Foto: David Hecker/ddp Achtung Bildredaktionen: Die Verwendung der Bilder fuer die gedruckten Ausgaben der Zeitungen und andere Print-Medien ist ohne Einschraenkungen moeglich. Die DFL erlaubt ausserdem die Publikation und Weiterverwertung von maximal sechs Bildern pro Spiel im Internet. Eine Weiterverwertung im IPTV, Mobilfunk und durch sonstige neue Technologien ist erst 2 Stunden nach Spielende der jeweiligen Wettbewerbsspiele der Bundesliga und 2. Bundesliga erlaubt !!!

Es war ein grausamer Kick. „Zu viele Fehlpässe“, klagte Hertha-Trainer Lucien Favre. Sein Kollege Thomas Doll urteilte: „Das war wieder sehr wenig. Mit 29 Punkten aus 23 Spielen stecken wir im Niemandsland fest und bewegen uns nicht vom Fleck.“ So wie Petric sich in der Mixed-Zone nicht vom Fleck bewegte. „Wenn ich mir eine Note geben müsste, würde ich mir einen Strich verpassen für nicht anwesend oder unterirdisch“, sagte der Kroate und haderte mit dem stagnierenden Kollektiv: „Am Ende war keine Spritzigkeit mehr da. Wir sind immer ein, zwei Schritte zu spät gekommen.“

"Wir werden den Kader aufrüsten"

Warum die Spritzigkeit fehlte, erklärte Petric nicht. Heute könnte ein Laktattest Aufschluss geben. Doll, dessen im Training zuvor nie vertiefte Systemumstellung (auf ein 4-2-3-1) fehl schlug, macht die unrühmliche Gesamtlage nicht an der Physis fest. „Es gibt sechs, sieben Teams in der Liga, die besser aufgestellt sind als wir“, analysierte er. Daraus könnte man nun schließen, der BVB rangiere auf Rang 8 oder 9. Tatsächlich kränkelt der Klub aber auf Platz 13.

Nur noch der DFB-Pokal, verbunden mit dem Einzug ins internationale Geschäft, kann die verlorene Saison nun noch retten. Sicheres Indiz: Sowohl Doll („Wir werden den Kader so aufrüsten, dass nicht mehr ein gelernter Stürmer hinten links aushelfen muss“) als auch Petric („In der Breite sind wir nicht gut aufgestellt“) sprechen bereits über das, was erst in weiter Zukunft kommen soll.

"Missgeschick in der Kommunikation" An die Partie gegen Berlin (Tore: Kehl zum 1:0 in der 45., Pantelic zum 1:1 in der 50. Minute) würde sich schon in wenigen Tagen niemand mehr erinnern – wäre da nicht Babak Rafati gewesen, der Schiedsrichter. Vor 69 400 Zuschauern zeigte er wenige Minuten nach Herthas Ausgleich dem Torschützen die Rote Karte, nahm sie jedoch entschuldigend wieder zurück. „Es lag ein Missgeschick in der Kommunikation vor“, erklärte Rafati.

Dessen Assistent Holger Henschel hatte signalisiert, am Trikot gezogen und beleidigt worden zu sein – meinte jedoch anstatt Pantelic Hertha-Trainer Favre. Der Gäste-Coach musste schließlich den Innenraum verlassen, Pantelic blieb. Rafati betonte knapp: „Somit ist nichts passiert, auch wenn es natürlich nicht optimal aussieht.“ Keine Frage …

Lesen Sie jetzt