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Suplicki: "Man muss erstmal einen Doofen finden"

DORTMUND Olaf Suplicki wird nach dreijähriger Vorstandsarbeit im Dezember auf der ordentlichen Hauptversammlung der BVB Fan & Förderabteilung nicht mehr kandidieren. Über die Gründe sprach er mit RN-Redakteur Constantin Blaß.

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Olaf Suplicki: "Ich habe immer im Sinne des BVB gehandelt."

Olaf Supliki hat als Vorsitzender der BVB-Fan-Abteilung einen Nachfolger gefunden.

Herr Suplicki, wieso nehmen Sie am 9. Dezember Ihren Hut?Olaf Suplicki: Es war einfach an der Zeit. Irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen. Jetzt sollen Jüngere ran. Außerdem: Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören.

Amtsmüde sind Sie nicht?Suplicki: Das will ich nicht sagen. Aus meiner Sicht kann man über Jahre hinweg auf einem hohen Level nicht dieses Engagement an den Tag legen. Man muss berücksichtigen: Vorsitzender der Fanabteilung zu sein, ist ehrenamtlich. Vor allem die Familie bleibt dabei auf der Strecke.

Und dann wehte Ihnen mit schöner Regelmäßigkeit via Internet ein rauer Wind entgegen…Suplicki: Wissen Sie, mit der Kritik an meiner Person und den Entscheidungen, die meine Vorstandskollegen und ich treffen, ist das so eine Sache. Kritik vom Fanbeirat, den Offiziellen des BVB oder meiner Familie nehme ich ernst. Aber Maulhelden, die im Internet große Töne spucken, die aber auf keiner Versammlung persönlich erscheinen, nehme ich nicht für voll.

War diese Kritik, die oft auch unter die Gürtellinie zielte, der Grund, nicht mehr zu kandidieren?Suplicki: Nein, diese Entscheidung stand im Grunde schon bei meiner Wahl vor zwei Jahren fest. Damals hatte sich niemand für den Vorsitz gefunden.

Haben Sie denn Dinge falsch gemacht?Suplicki: Mit Sicherheit. Und auch viele. Aber ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass ich immer im Sinne des BVB gehandelt habe.

Ist das aus Sicht des Fans immer richtig?Suplicki: Ich will es so sagen: Es ist ein Tanz auf der Rasierklinge. Manchmal ist es auch für den Vorsitzenden der Fanabteilung besser, eine Entscheidung für den BVB zu treffen. Nur aus Sicht der Fans zu entscheiden, geht auf Dauer nicht gut.

Drei Jahre waren Sie Mitglied im Vorstand der Fanabteilung. Wie fällt Ihr Fazit aus?Suplicki: Es war eine große Ehre, von Beginn an dabei zu sein. Außerdem haben wir in der Fanabteilung viel erreicht. Wir haben den Fans wieder eine Stimme im Verein gegeben und das Borusseum vorangetrieben. Aber auch auf die anderen vielen Aktionen gegen Rassismus, die Sonderzüge zu Auswärtsspielen, das Ruhrgebietstreffen mit den Fanvertretern aus Schalke, Bochum und Duisburg oder auch das neue Fanmobil können wir stolz sein. In Sachen Infrastruktur ist die Fanabteilung sehr gut aufgestellt.

Welchen Anteil daran haben auch Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung, und Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball?Suplicki: Wir haben mit „Acki“ Watzke einen Geschäftsführer, dem das Wohl der Fans am Herzen liegt. Er hat ein offenes Ohr für Anregungen und Kritik, steht rund um die Uhr zur Verfügung. Gleiches gilt aber auch für Reinhard Rauball. Ohne die beiden wäre die Fanabteilung nicht so erfolgreich.

Immer auf einer Wellenlänge waren Sie mit den beiden aber nicht?Suplicki: Im Detail nicht. Im Grundsatz aber schon.

Was war Ihr persönliches Highlight?Suplicki: Die Präsentation der Pläne für das Borusseum, aber auch der erste Sonderzug bleiben im Gedächtnis. Auch die Nicht-Vertragsverlängerung von Michael Meier gehört zu den Dingen, an die ich mich gerne zurückerinnere. Und natürlich unsere AKtion "Wir sind Borussia", die ja erfreulicherweise für großes Aufsehen gesorgt hat.

  Und was ging gar nicht?Suplicki: Meine Äußerungen vor gut einem Jahr zu Delron Buckley, den ich öffentlich als Fehleinkauf abgestempelt habe, wird mich wahrscheinlich bis ins Grab verfolgen. Das hätte mir nie passieren dürfen.

Im Dezember sind Neuwahlen: Wer wird Ihr Nachfolger?Suplicki: Das steht noch nicht fest. Ich habe auch keine Empfehlung für meinen Nachfolger. Meine Vorstandskollegen und ich machen uns derzeit Gedanken. Leicht wird die Suche aber nicht. Der Job ist sehr zeitintensiv und erfordert großes Engagement. Da muss man einen erstmal einen Doofen finden.

Welche Tugenden sollte er besitzen?Suplicki: Vor allem Durchsetzungsvermögen. Wenn man vorne nicht rein kommt, dann muss man es durch die Hintertür probieren. Und natürlich volle Identifikation mit Borussia Dortmund.

  

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Olaf Suplicki: "Ich habe immer im Sinne des BVB gehandelt."

Olaf Supliki hat als Vorsitzender der BVB-Fan-Abteilung einen Nachfolger gefunden.

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