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Von bissigen Wölfen und grauen Mäusen

WOLFSBURG In der VW-Stadt hatte Borussia Dortmund seit der Eröffnung der Volkswagen-Arena noch nie verloren. Am Samstag riss auch diese Dortmunder Serie. Haarsträubende Fehler im Defensivverhalten sorgten für ein 0:4 bei bissigen „Wölfen“ – der zarte Aufschwung beim BVB ist schon wieder vorbei.

von Von Dirk Krampe

, 15.12.2007
Von bissigen Wölfen und grauen Mäusen

Jan Simunek hat den Zweikampf gegen Nelson Valdez auf faire Art und Weise gewonnen.

Und die Wirklichkeit zu Beginn der Winterpause sieht so aus: Der BVB klebt im Niemandsland der Tabelle fest, hat eine große Chance verpasst, in Blickrichtung obere Tabellenhälfte zu bleiben. So sehen graue Mäuse aus. Im Teamhotel hatte Trainer Thomas Doll am Samstagmorgen noch zwei Hiobsbotschaften verkraften müssen. Sebastian Kehl (Magen-Darm-Infekt) und kurzfristig auch Robert Kovac (Adduktorenprobleme) verloren den Wettlauf mit der Zeit. Kehl saß nicht einmal auf der Bank. Doll musste sein Mittelfeld, bei den Siegen in Stuttgart (2:1) und gegen Bielefeld auffälligster Mannschaftsteil, daraufhin kräftig umbauen. In der Mittelfeld-Raute übernahm Marc Kruska Kehls Sechserposition und kümmerte sich um  VfL-Spielmacher Marcelinho, rechts spielte Delron Buckley erstmals seit dem 12. Spieltag (1:2 in Hannover) wieder in der Anfangsformation. Christian Wörns, der Kovac ersetzte, führte den BVB erstmals seit über zwei Monaten (5. Oktober, 1:0 gegen Bochum) wieder als Kapitän aufs Feld und war am frühen ersten Tor gleich entscheidend beteiligt. Langer Ball in den Strafraum, Wörns Kopfballabwehr landete zentral vor den Füßen des frei stehenden Marcel Schäfer – 0:1 (8.). Bei Schäfers Schuss bekam Roman Weidenfeller die Hände nicht mehr hinter den Ball. Dortmunds Keeper sah hier unglücklich aus.  VfL legt nach Mit dem 1:0 im Rücken legte der VfL konsequent nach. Wörns, Amedick und Kruska störten Dzeko, der konnte dennoch außen auf Schäfer passen. Dessen scharfe Hereingabe verwertete Ricardo Costa zum 2:0 (11.). Ein Doppelschlag, der den BVB aus dem Rhythmus brachte.Denn die ersten fünf Minuten gehörten eindeutig den Gästen, die sich wach präsentierten, lauffreudig und gewillt, auch offensiv Akzente zu setzen. Nach den zwei vermeidbaren Gegentoren aber war der Fluss dahin – hinten blieb der BVB anfällig, weil jetzt auch VfL-Spielmacher Marcelinho aufblühte. Rechts offenbarte Jacub Blasczykowski enorme Probleme gegen den quirligen Schäfer. Und offensiv fand der BVB lange Zeit nicht statt. Federico mühte sich um Spielkontrolle, Nelson Valdez stand bei hohen Anspielen gegen die baumlangen Simunek und Madlung auf verlorenem Posten.  Petric wehrt sich Einzig Mladen Petric bestätigte seine Qualitäten, war anspielbar und setzte ein Ausrufezeichen, als er aus halblinker Position abzog – knapp vorbei (19.). Dortmunds beste Chance vergab Federico, der nach Flanke von Dede aus 16 Metern zum Schuss kam (33.). Vergeblich reklamierte der BVB Elfmeter, als Valdez von Karimov im Strafraum gehalten wurde (37.).

Der BVB nach der Pause mit Klimowicz für Kruska, der Ex-Wolfsburger rückte in den Sturm, Tinga wechselte auf die Sechs. Alle guten Vorsätze waren schnell dahin: Schäfer verlud rechts einmal mehr Blaszczykowski, kluger Querpass, und in der Mitte musste Gentner nur noch den Fuß hinhalten – 3:0 (59.). Erst danach reagierte Doll, wechselte mit Nico Hillenbrand einen Mann für die rechte Seite der Abwehrkette ein, ließ Balszczykowski ins Mittelfeld vorrücken und opferte vorne Valdez. Die x-te Systemumstellung, und nicht mehr als ein Verzweiflungsakt. Denn das Spiel war da  längst entschieden - und der VfL legte sogar noch das 4:0 nach: Dzeko lupfte über den herausstürzenden Weidenfeller (76.), wieder war Wörns weit weg. Ein Lupfer des eingewechselten Diego Klimowicz über Lenz hätte den Ehrentreffer bringen können.  Der Ball aber ging über das Tor.10 Minuten später hatte Schiedsrichter Peter Gagelmann ein Einsehen. Er pfiff ab.   

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