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Dortmunder Knipser-Fahndung noch ohne Volltreffer

BVB auf Stürmer-Suche

Michy Batshuayi fliegt mit der belgischen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Russland - und wohl nicht zurück zu Borussia Dortmund, für das er in der Rückrunde der abgelaufenen Saison auflief.

Dortmund

von Jürgen Koers

, 05.06.2018
Dortmunder Knipser-Fahndung noch ohne Volltreffer

Fährt mit Belgien zur WM: Borussias Leih-Knipser Michy Batshuayi (l.). © dpa

Seit seiner Fußverletzung aus dem Derby, das Mitte April war, hat Michy Batshuayi keine einzige Minute Spielpraxis sammeln können. Trotzdem steht der Stürmer, bis Ende Juni offiziell in Diensten des BVB, im Kader der Belgier für die WM in Russland. „Einige Ärzte haben mir gesagt, mein WM-Traum sei vorüber“, sagte Batshuayi, „und jetzt fliege ich doch nach Russland.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass der „Batsman“ nach der WM wieder zurück nach Dortmund jettet, ist hingegen gering.

Leihe erweist sich als Glücksgriff

Die Leihe von Notlösung Batshuayi, der im Winter anstelle des favorisierten Franzosen Olivier Giroud bei den Schwarzgelben landete, entpuppte sich für Spieler und Verein als Glücksgriff. Die neun Treffer des Belgiers trugen wesentlich dazu bei, dass die Borussia mit eineinhalb blauen Augen ihr Saisonziel erreichte. Der Torjäger kam gut an - aber nun kommt der Faktor Geld ins Spiel, und da wird es kompliziert.

Beim FC Chelsea, wo Batshuayi angestellt ist bis 2021, ist erstens noch unklar, wer in der kommenden Saison an der Seitenlinie steht, und zweitens sind dort die Ablöseerwartungen mit Summen weit jenseits von 40 Millionen Euro immens. Eine Kaufoption konnte Sportdirektor Michael Zorc bei seiner als knallharte Verhandlerin bekannten Kollegin Marina Granovskaia im Winter nicht erwirken. Und die nun aufgerufenen Beträge erscheint der 24-Jährige dem BVB nicht wert, je nach WM-Verlauf könnten die Zahlen sogar noch steigen.

Watzke betont „grundsätzliches Interesse“

Mehr als eine Bluff-Karte im Transfer-Poker scheint Batshuayi also nicht herzugeben, auch wenn Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betonte, „das Interesse, ihn zu verpflichten, ist grundsätzlich da“. Die Mängel im fußballerischen Bereich außerhalb des Strafraums sind den Dortmunder Verantwortlichen nicht verborgen geblieben. Und genau solche Stärken im Pass- und Kombinationsspiel soll der gesuchte Torjäger bitteschön mitbringen. Der neue BVB-Cheftrainer Lucien Favre kam in besten Gladbacher Zeiten ganz ohne klassischen Mittelstürmer aus und entfachte dennoch ein Offensiv-Spektakel.

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In Marco Reus und Maximilian Philipp stehen zwei Optionen für zentrale Angreifer bereits im Kader. Gesucht wird noch der Königstransfer. Den richtigen Knipser zu finden, dürfte die schwierigste Problemstellung werden in diesem Sommer. Es braucht Geduld und einen Riecher. Die bisher spekulierten Kandidaten wie Alvaro Morata (FC Chelsea) oder Alassané Plea und Mario Balotelli (OGC Nizza) gehören dabei wohl nicht zu den heißen Anwärtern.