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Weidenfeller für drei Spiele gesperrt

DORTMUND Als Roman Weidenfeller (27) am Donnerstag in seinem Audi R8 die B 236 Richtung Dortmunder Trainingszentrum düste, konnte er langsameren Verkehrsteilnehmern mühelos ausweichen. Schwieriger verhielt es sich mit Berichten über das gegen ihn gefällte Urteil in der „Rassismus-Affäre“. Die liefen auf allen Kanälen.

Weidenfeller für drei Spiele gesperrt

Weidenfeller (rechts) contra Asamoah: Das Aufeinandertreffen fällt aus.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hatte gerade entschieden: Der BVB-Torhüter wird für drei Spiele gesperrt und muss 10 000 Euro Strafe zahlen. Nicht wegen der von Schalkes Gerald Asamoah nach dem Dortmunder 1:4 im Derby beschworenen rassistischen Auswüchse („Schwarzes Schwein“), sondern laut Verband wegen einer „herabwürdigenden und verunglimpfenden Äußerung“. Angeblich handelt es sich um die Wortneuschöpfung „Schwabbelschwein“.

Asamoah wird wegen seiner provokanten Geste (er schnitt sich mit dem Finger bildhaft die Halsschlagader durch) nicht belangt.

RAG kann mit Urteil leben

Der BVB hat das Urteil gegen Weidenfeller akzeptiert, es ist rechtskräftig. Sportdirektor Michael Zorc: „Uns war wichtig, dass Roman nicht wegen Rassismus belangt wird. Eine Beleidigung hat er aber eingestanden.“ Deshalb wird auch der BVB seinen Angestellten nach bestätigten Informationen zur Verantwortung ziehen und ihm ans Gehalt gehen. Weidenfeller selbst wollte sich offiziell nicht zur Sache äußern, in den kommenden Partien soll Marc Ziegler (31, 80 Bundesligaspiele) zwischen den Pfosten stehen.

Dortmunds Hauptsponsor RAG kann mit dem Urteil gut leben: „Wäre Weidenfeller wegen rassistischer Äußerungen bestraft worden, hätte sich die RAG medienwirksam geäußert. Ich bin froh, dass es dazu nicht gekommen ist“, sagte Lutz Dreesbach, BVB-Beauftragter des Unternehmens. Der Trikotpartner investiert jährlich einen 7,5 Mio. Euro-Sockelbetrag in den Klub.

Kehl: Lange Pause Neben Weidenfellers Sperre ereilte den BVB ein weiterer Rückschlag. Vier Ärzte (Dr. Braun, Dr. Eichhorn, Dr. Müller-Wohlfarth, Dr. Boenisch) verständigten sich, Sebastian Kehls Schmerzen im operierten rechten Knie – zunächst – konservativ mit einer Spritzenkur zu behandeln. Zorc: „Wir hoffen, dass er in drei Wochen wieder trainieren kann.“

Möglicherweise wird der Sportdirektor sich um einen neuen „Sechser“ bemühen. Kurzfristig ist die Lage prekär: Kehls Ersatz Marc Kruska brummt am Samstag gegen Cottbus eine Sperre ab, Daniel Gordon befindet sich noch im Aufbautraining

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