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Zidan: Verdacht auf Kreuzbandriss!

Sahins Nase gebrochen

DORTMUND Der Coach stand nach dem 31. Spieltag vor einem Scherbenhaufen. Zwei Tore hatte seine Mannschaft erzielt – wobei Schiedsrichter Wolfgang Stark einen Treffer (durch Lucas Barrios, 47.) zu Unrecht nicht anerkannt hatte. Hinzu kam Mats Hummels Beteiligung am 1:1. Die BVB-Elf hatte den Sprung auf Königsklassen-Platz drei verweigert und muss nun sogar wieder verstärkt um die Europa League-Qualifikation bangen. Vor allem aber schlugen Klopp zwei schwere Verletzungen aufs Gemüt.

von Von Sascha Fligge

, 18.04.2010
Zidan: Verdacht auf Kreuzbandriss!

Mohamed Zidan (l.) zog sich in dieser Szene einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu.

Im Fall von Nuri Sahin, dem der Ellenbogen des Hoffenheimers Salihovic einen Nasenbeinbruch bescherte, besteht laut Klopp immerhin die vermutlich auch chirurgisch gemeinte Hoffnung, „dass wir das bis zum Nürnberg-Spiel am Wochenende irgendwie wieder hinbiegen“. Viel schwerwiegender allerdings ist der Verdacht, den Teamarzt Dr. Markus Braun nach einer manuellen Diagnostik im Fall des Ägypters Mohamed Zidan hegt. „Der Arzt vermutet, dass es sich um einen Kreuzbandriss handeln könnte“, sagte Klopp und schob hinterher: „Manchmal täuscht die manuelle Untersuchung. Wir hoffen, schnell Bilder vom Knie machen zu können.“

Möglicherweise schon heute wird Zidan in den Kernspintomographen der BG Unfallklinik Duisburg geschoben. Sollte sich der schlimme Verdacht dort bewahrheiten, müsste der zum Regisseur umgeschulte Stürmer mit einer Operation und rund sechs Monaten Pause rechnen. Es wäre ein riesiger Schock für Dortmund, denn Zidan war in der laufenden Spielzeit teamintern der zweitbeste Punktesammler (6 Tore, 8 erste, 2 zweite Vorlagen; Notenschnitt 3,47) und ein Hoffnungsträger für die Zukunft.   Die malt sich Jürgen Klopp inzwischen offenbar rosarot aus. Der Coach, der in den vergangenen Wochen kaum eine Gelegenheit ausließ, mediale Champions League-Träume sinngemäß als pure Fantasterei zu entlarven, zeigte sich in der Bild am Sonntag völlig überraschend von einer ganz anderen Seite. „Ich bin nun 42, also alt genug für den ersten Titel“, ließ sich Klopp zitieren und berichtete, er sei „sogar mal um den Borsigplatz gefahren, damit ich mich mit der Umgebung für die Feierlichkeiten vertraut machen kann. Also eine Art Probefahren…“ Vielleicht, so könnte man angesichts dieser 180-Grad-Drehung jedenfalls schlussfolgern, gibt es ja zwei Jürgen Klopps. Einen kühnen Optimisten und einen, der kühne Optimisten ausbremst. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass nach den bitteren Ereignissen des Sonntagnachmittags beide „bestimmt nicht mehr runtergekommen“ wären.