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Debakel für Schalke - Hannover 96 siegt 4:2

Fußball-Bundesliga

HANNOVER Meisterschafts-Anwärter Schalke 04 hat sich beim Abstiegskandidaten Hannover 96 kräftig blamiert. Das Team von Trainer Felix Magath erlitt eine unerwartete 2:4 (0:2)-Pleite beim bisherigen Tabellenvorletzten.

Hannover (dpa)

von Von Peter Hübner, dpa

, 10.04.2010
Debakel für Schalke - Hannover 96 siegt 4:2

Die Hannoveraner Konan (l) und Cherundolo kämpfen mit dem Schalker Farfan um den Ball.

«Wir haben zu Beginn zu wenig getan und keinen Siegeswillen gezeigt. Nach der Pause konnte man sehen, dass mehr drin wir. Letztlich hat dann ein Sonntagsschuss von Hanno Balitsch die offene Partie entschieden», analysierte Magath äußerlich ruhig die turbulente Partie, nach der es für Schalke sehr schwer werden wird, doch noch den Titel zu erringen.

Vor 49 000 Zuschauern feierten die vom früheren Schalke-Coach Mirko Slomka trainierten Niedersachsen einen nicht unbedingt eingeplanten Heimsieg. Ein Eigentor des Schalker Verteidigers Heiko Westermann (17. Minute) leitete den Torreigen ein. Der zweifache Torschütze Didier Ya Konan (29./90.+2) und Hanno Balitsch (80.) mit einem fulminanten Schuss erzielten die anderen Treffer für 96. Zwei schnelle Tore nach der Halbzeit von Edu (46.) und Ivan Rakitic (52./Foulelfmeter) konnten die Schalker Blamage nicht verhindern.Defensiv-Chaos ohne Abwehrchef Bordon

Vor allem die Abwehr, ansonsten das Schalker Aushängeschild, präsentierte sich ohne den gesperrten Abwehrchef Marcelo Bordon völlig von der Rolle. «Das ist nicht so einfach zu erklären. Wir haben uns wie eine Amateurmannschaft verhalten. Das zweite Tor geht auf meine Kappe», sagte Torhüter Manuel Neuer. Auch der Nationalspieler hatte einen schwarzen Tag erwischt. Er stand oftmals zu weit vor dem Tor und wurde beim 0:2 getunnelt. Der starke Ivorer Ya Konan schob den Ball durch Neuers Beine und machte unmittelbar vor dem Abpfiff mit seinem achten Saisontor die Sensation perfekt.

«Ich habe großen Respekt vor meiner Mannschaft. Das schnelle 2:2 war nicht einfach hinzunehmen. Wir haben aber stabil verteidigt und gut dagegengehalten», freute sich 96-Trainer Slomka über den Coup gegen seinen Ex-Verein. Bis auf eine kurze Phase nach der Pause stemmte sich seine Mannschaft wie zuletzt beim 0:0 in Hamburg mit Kampf und Leidenschaft gegen den drohenden Abstieg und verbesserte sich auf Relegationsplatz 16. «Diesmal haben wir die Punkte nicht gestohlen, sondern verdient», sagte Verteidiger Mario Eggimann, der Schalkes Torjäger Kevin Kuranyi abmeldete.Keine Torchance in der ersten Hälfte

«Das war ein wichtiger Sieg, wir müssen aber weiter hart arbeiten. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung», sagte 96-Klubchef Martin Kind mit Blick auf die restlichen vier Saisonspiele. Diesmal hatte seine Mannschaft auch das Glück des Tüchtigen. Schalke kontrollierte zunächst die Partie, doch bei einem der 96-Entlastungsangriffe sprang ein Pass des starken Manuel Schmiedebach vom Knie des Schalker Verteidigers Westermann ins eigene Tor. Die Königsblauen wirkten konsterniert und blieben bis zur Pause ohne Torchance. «Durch das Eigentor rutschte das Herz in die Hose», gestand Magath.

Mit seiner Kabinenansprache rüttelte der Trainer die «Knappen» aber noch einmal wach. Er wechselte Rafinha für den schwachen Carlos Zambrano ein und innerhalb von sieben Minuten glichen die Schalker aus. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Torchancen auf beiden Seiten. Hannover 96 zeigte letztlich aber mehr Biss und nutzte zwei Konterchancen zum Sieg. «Es geht weiter. Unsere Situation hat sich nicht grundlegend geändert. Die Aussichten auf einen Champions-League-Platz sind weiterhin gut», sagte Magath.

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