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Gegen schwächere Gegner tut sich Schalke oft schwer

Stolpergefahr im Tabellenkeller

GELSENKIRCHEN Vor einer Woche hatte Schalke-Trainer Felix Magath seine Zurückhaltung aufgegeben und offen von der Meisterschaft gesprochen. Damit war der Bann gebrochen: Auch die Spieler reden jetzt offen davon, Meister werden zu wollen. Am Samstag haben sie die Chance, den Worten Taten folgen zu lassen.

von Von Matthias Heselmann

, 23.04.2010
Gegen schwächere Gegner tut sich Schalke oft schwer

Können die Schalker am Samstag auch in Berlin jubeln?

Doch Vorsicht: Blickt man auf die fast abgelaufene Saison, so fällt auf, dass es gerade die Gegner aus den unteren Tabellenregionen waren, mit denen sich die Schalker schwer taten – und oft genug wichtige Punkte liegen ließen. Und wenn eine Mannschaft sinnbildlich für den Tabellenkeller steht, dann sind es die Berliner. Seit dem sechsten Spieltag gilt der böse Satz „Willst Du Hertha oben sehen, musst Du die Tabelle drehen“. Mit einer erneute Niederlage gegen Schalke könnte für Hertha schon nach diesem Spieltag der Abstieg besiegelt sein – eine Horrorvorstellung auch für die Hertha-Fans, die auf Schalke nicht gut zu sprechen sind. Doch wie gesagt: Oft waren die kleinen Vereine die Stolpersteine für den FC Schalke 04. Beispiele gefällig? 

Das Hinspiel hatten die Schalker locker mit 3:0 gewonnen, im Rückspiel in Bochum führte man bis zur 82. Minute mit 2:0 – doch am Ende hieß es 2:2, in der Nachspielzeit hatte Sestak für den Ausgleich gesorgt. Unkonzentriert und nachlässig hatten die Schalker einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben.

Zwei Spieltage nach dem Bochum-Spiel folgte das nächste vermeidbare Unentschieden: Im Breisgau konnten sich Schalke-Fans maximal am warmen Wetter erfreuen, viel mehr gab es nicht zu bejubeln. 0:0 hieß es am Ende, ein bisschen Pech war auch dabei, denn gleich zweimal trafen Kuranyi und Co. Pfosten und Latte, ein Kopfballtor von Bordon wurde vom Schiedsrichter nicht anerkannt.

Sicherlich das schmerzlichste Beispiel für einen Stolperstein, und sicherlich die unerwartetste Niederlage. Mit 2:4 kam Schalke unter die Räder. Dabei hatten sich die Schalker, die schnell mit 0:2 in Rückstand gerieten, noch auf ein 2:2 herangekämpft, bevor dann Balitsch und Ya Konan den Hannoveraner Sieg endgültig unter Dach und Fach brachten. Schalke dürfte also gewarnt sein – aber auch die Tatsache, dass es für die Hertha ein Spiel ums sportliche Überleben, sollte der Mannschaft von Trainer Magath Respekt vor dem Gegner einflößen. Hertha-Trainer Friedhelm Funkel jedenfalls glaubt noch an die Rettung: „Wir werden alles investieren, was in der Mannschaft steckt. Wir müssen an unsere Chance glauben“, betonte der Coach, dessen Team seit 14 Heimspielen auf einen „Dreier“ wartet.

Jedoch: Wenn Hertha verliert und Hannover sowie Freiburg ihre Spiele gewinnen, ist der Abstieg auch theoretisch nicht mehr zu verhindern – der Abstand zu Tabellenplatz 17 betrüge dann uneinholbare sieben Punkte.Doch obwohl die Situation für beide Clubs ausnehmend spannend ist, werden sich Felix Magath und sein Pendant Friedhelm Funkel vor dem Anpfiff höchstwahrscheinlich herzlich begrüßen. Hintergrund: Zu Beginn der 90er-Jahre arbeiteten die beiden Fußballlehrer zusammen beim damaligen Zweitligisten Bayer 05 Uerdingen – und stiegen 1992 gemeinsam in die Bundesliga auf. Damals auf Uerdinger Seite zwischen den Pfosten: Bernd Dreher, heute Torwarttrainer bei S04. Ein weiteres Wiedersehen wird auf dem Rasen gefeiert: Lewan Kobiashvili, der in der Winterpause von Gelsenkirchen an die Spree wechselte, trifft zum ersten Mal im Hertha-Trikot auf seine alten Kollegen.