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Kevin Kuranyi: Ärger um Hip Hop-Clip

Schalke-Spieler als Statisten

GELSENKIRCHEN Aufregung um Hip-Hop-Video: Die FC Schalke 04-Spieler Kevin Kuranyi und Mohamed Amsif sind in einem Musik-Clip des Skandalrappers Farid Bang zu sehen. Darin rappt der Musiker über Drogen und klopft frauenfeindliche Sprüche. Nun wehren sich die Spieler.

von von Dennis Werner

, 30.04.2010
Kevin Kuranyi: Ärger um Hip Hop-Clip

Kevin Kuranyi hat sich für einen wechsel nach Moskau entschieden.

Das verwundert nicht. Die brisanteste Zeile in dem Song: „Ey guck mal, ich bin auf der Flucht, und lauf besoffen in den Saunaclub./F..., komme Heim und hau‘ dann erst mal meine Frau kaputt.“ Im Video zur Musik werden Kuranyi und Amsif als Statisten im Hintergrund eingeblendet. Sie lachen und nicken im Rhythmus zur Musik. „Die Jungs sind gelinkt worden“, sagt Schalke-Sprecher Christoph Pieper auf Anfrage dieser Zeitung. Sie seien zwar beim Videodreh dabei gewesen, hätten den Text des Songs aber nicht gekannt. Auch seien die Aufnahmen der Fußballstars verwendet worden, ohne dass sie es wollten.

Bereits im Februar hatte Kuranyi seinen Verein informiert und sich vom Video und den Inhalten des Songs distanziert. In der offiziellen Version des Videos sind die Schalke-Spieler nicht mehr zu sehen. Doch das Internet vergisst nie: Dort sind die Sequenzen sowie Fotos vom Videodreh noch immer präsent: Kuranyi und Amsif sitzen in einer nachgestellten Disko-Szene auf der Bank. Feiern mit Farid Bang und anderen. Auch dieses Ursprungsvideo soll nach dem Willen der Spieler von der Internetseite entfernt werden. Wie unserer Zeitung bekannt ist, soll es nur noch einen Menschen geben, der die alte Version ins Netz gestellt hat. Gegen ihn will der Produzent des Videos rechtlich vorgehen.

Der Düsseldorfer Farid Bang, der für frauenfeindliche Texte bekannt ist, schmückt sich im Video mit den Stars. Die Szene kennt ihn. Sein Album Asphalt Massaka 2 war sogar auf Platz 56 der deutschen Charts. Doch wie ernst sind die Sprüche des so genannten Gangster-Hip-Hops? Der Musikwissenschaftler und -soziologe Oliver Kautny von der Universität Wuppertal kennt sich aus in dem Metier. Die Texte seien voller Szene-Codes, die für Außenstehende schwer nachvollziehbar blieben. Die Rapper benutzten Begriffe ironisch oder meinten sie nicht so: „Es gibt zum Beispiel bestimmte Formen, kriegerische Sprache zu benutzen, ohne eigentlich Krieg zu meinen“, so Kautny. Auch die Angeber-Kultur sei selten wortwörtlich zu nehmen: Genitalvergleiche, Sex-Prahlereien seien weit verbreitet und dienten zur Demonstration von Stärke, meint der Musikwissenschaftler. „Doch nicht selten, so schränkt Kautny ein, „werde Porno-Sprache einfach so benutzt wie sie gemeint ist – eben als Pornografie".