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Königsblau vom Liga-Thron gestoßen

Bayern schlagen Schalke

GELSENKIRCHEN Im Schlagerspiel des 29. Spieltags stieß der FC Bayern München die königsblauen Schalker vom Bundesliga-Thron. Das 1:2 in der Veltins-Arena tat weh...

von Von Norbert Neubaum

, 05.04.2010
Königsblau vom Liga-Thron gestoßen

Das 0:1 Bayerns Franck Ribery überwindet Schalke-Torwart Manuel Neuer.

Mathias Schober und Gerald Asamoah gaben wirklich alles: Sie peitschten ihre Mannschaft nach vorn, forderten die Mitspieler engagiert zu mehr Mut auf. Der Haken an der Sache: Aktiv eingreifen konnten sie nicht. Schober und Asamoah saßen nur auf der Ersatzbank.  Von dort sahen sie mit den Schalke-Fans in der ausverkauften Arena in einer Mischung aus Verzweiflung und Sprachlosigkeit zu, wie die aufgebotenen S04-Spieler vor dem FC Bayern München fast wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrten. Folge dieser Schockstarre: Der 1:2-Halbzeitrückstand konnte nicht mehr umgebogen werden, die Tabellenführung war verloren – und Schalke blieb die bittere Erkenntnis, dass viele Vorurteile bestätigt wurden.

Schalke kann das Spiel nicht machen: Noch kurz vor dem Spiel hatte Bayern-Kapitän van Bommel die Königsblauen mit diesem Urteil („Die können das nicht“) zu ärgern versucht – obwohl Schalke davor beim 2:0-Sieg in Leverkusen auch einen spielerisch glanzvollen Sieg gelandet hatte. Doch gegen die Bayern bestätigte Schalke van Bommels Einschätzung: Nach dem Platzverweis von Hamit Altintop in der 41. Minute machten die Gastgeber so ziemlich alles falsch, was man in Überzahl falsch machen kann. Viel zu hektisch, viel zu ängstlich, mit einem gespenstischen Pass-Spiel versuchten sie die Suppe auszulöffeln, die sie sich zwischen der 25. und 26. Minute, als die Bayern durch Ribery und Müller (nach schwerem Rafinha-Fehler) mit 2:0 in Führung gegangen waren, selbst eingebrockt hatten.

Danach boten sie den Bayern zwar – endlich – eine richtige „Schlacht“ an, was die Zuschauer sofort honorierten, aber mehr als das Anschlusstor durch Kuranyi (31.) sprang nicht heraus. Im Gegenteil: Selten kam eine Schalker Mannschaft nach der Halbzeit so blutleer aus der Kabine. In über 50 Minuten Überzahl gab es keine Schalker Torchance – das ist auch gegen eine clevere Truppe wie die Bayern erschreckend.

Wenn es drauf ankommt, sind die Bayern da. Ob in der Champions League in Florenz, im Pokal-Halbfinale oder nun im ersten Liga- „Endspiel“ um den Titel in der Arena – die Bayern haben diese kritischen Spiele mit Bravour gemeistert.

Sind die Bayern mal obenauf, lassen sie es die Konkurrenz auch gleich spüren. Der Auftritt von Uli Hoeneß („Wir sind nun mal die beste Mannschaft in Deutschland – das ist schade für die anderen“) in den Arena-Katakomben nach dem Spiel hatte schon etwas von Arroganz. Hoeneß, dessen Verein auch in dieser Saison lange der Tabellenspitze hysterisch hinterherhechelte, entschied sogar, „dass Schalke kein Meister werden darf“. Ein übles Foul des Bayern-Bosses.