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Magath nimmt Löw und Kuranyi-Berater Wittmann aufs Korn

Ironische Spitzen

GELSENKIRCHEN Ironische Spitzen sind eine Spezialität von Trainer Felix Magath. Und davon gab es im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag eine ganze Menge.

von Von Frank Leszinski

, 15.04.2010

Denn Magath ist genervt von den Diskussionen um Kevin Kuranyi, die sich um dessen berufliche Zukunft und sein Comeback in der deutschen Nationalmannschaft drehen. Hatte der 56-Jährige gehofft, dass Joachim Löw nach seiner dreitägigen Klausur im Schwarzwald endlich eine Entscheidung trifft, ob er nun Kuranyi begnadigt, so tat ihm der Bundestrainer diesen Gefallen nicht. Löw will erst Ende April eine Entscheidung in der Personalie Kuranyi fällen. Was Magath am Donnerstag so kommentierte: „Ich finde es gut, dass sich das Trainerteam drei Tage hinsetzt und dann entschieden hat, noch etwas zu warten. Wenn er sich nach 30 Spieltagen noch nicht entscheiden kann, dann müssen wir eben bis zum 34. Spieltag warten.“ Hintergrund für Magaths Spott ist seine Befürchtung, dass sich Kuranyi durch die ungeklärte Situation belastet fühlt und negative Auswirkungen auf seine sportlichen Leistungen möglich wären. Auch Kuranyis Berater Roger Wittmann bekam sein Fett weg.

Der hatte öffentlich seinem Schützling einen Wechsel von Schalke nahe gelegt. Kommentar von Felix Magath: „Der Berater kann sagen, was er will. Sein Job ist es doch, dem Spieler einen Verein zu bringen, bei dem er mehr Geld oder mindestens das Gleiche verdient wie bisher. In unserer schönen Fußball-Welt gibt es nun einmal Clubs, die mehr zahlen können als wir.“ Dass gegen Borussia Mönchengladbach ein Schlüsselspiel für Schalke auf dem Programm steht, verdeutlichte Magath mit einem Appell an die eigenen Fans: „Sie haben uns im bisherigen Saisonverlauf großartig unterstützt. Die Stimmung war sehr gut. Ich hoffe, dass es gegen Gladbach noch um eine Nuance gesteigert werden kann. Das würde uns sehr helfen.“ Denn die Königsblauen wollen, so Magath, „eine überragende Saison veredeln“.

Trotz zuletzt zweier Niederlagen in Folge sieht der Schalke-Trainer keinen Grund, jetzt Trübsal zu blasen: „Wir sind die einzige Mannschaft, die nach 30 Spieltagen dem FC Bayern auf den Fersen geblieben ist.“ Dass Magath selbst den Titelgewinn noch nicht ganz abgeschrieben hat, wird daran deutlich, dass er Bayerns Qualifikation für das Halbfinale der Champions League „als gut für Schalke bewertet.“ Denn wer wisse schon, ob die Bayern die Konzentration auf die Bundesliga aufrechterhalten können, wenn sie international gefordert werden. Und das meinte Magath diesmal ganz Ironiefrei.