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Schalker Spieler glauben an den Titel

Ende der Bescheidenheit

GELSENKIRCHEN Da konnten die Journalisten noch so hartnäckig nachbohren, dass Wort „Meisterschaft“ kam jedem Spieler des FC Schalke 04 in den vergangenen Wochen nur widerstrebend über die Lippen.

von Von Frank Leszinski

, 22.04.2010
Schalker Spieler glauben an den Titel

Benedikt Höwedes (r.) pricht offen von der Meisterschaft.

Weder den erfahrenen Akteuren wie Bordon oder Kuranyi, und schon gar nicht den vielen jungen Talenten wie Schmitz oder Moritz mochten sich offensiv mit diesem Thema beschäftigen. Doch seit Felix Magath am vergangenen Wochenende das eigene Tabu gebrochen hat und verbal in die Offensive ging („Jetzt haben wir gute Chancen, die Meisterschaft zu gewinnen“), ist alles anders. Die defensive Sprachregelung ist Vergangenheit und das Ende der Bescheidenheit eingeläutet. Am Donnerstag ging selbst ein so ruhiger und besonnener Vertreter wie Benedikt Höwedes für seine Verhältnisse aus sich heraus. „Wir haben eine überragende Saison gespielt und alle Erwartungen übertroffen. Der Gewinn der Meisterschaft wäre das I-Tüpfelchen“, sprach der 22-Jährige ganz offen von dem Thema, das alle Schalker Anhänger bewegt und die Phantasie beflügelt.„Wir können jetzt offen über die Meisterschaft reden, weil nur noch drei Spiele auf dem Programm stehen. Und da sind wir die einzige Mannschaft, die dem FC Bayern München noch Paroli bieten kann“, begründet Höwedes den Sinneswandel im Schalker Kader.

Aber wird Schalke mit dem Druck diesmal fertig? „Das ist kein Druck“, sagt Höwedes, „sondern ich verspüre eine große Vorfreude. Wir wollen am Samstag bei Hertha BSC gewinnen.“ Sollte das klappen, hätte Schalke schon die direkte Teilnahme für die Champions League in der Tasche und in der nächsten Saison Zusatzeinnahmen von mindestens 20 Millionen Euro sicher. Mit einem Auge werden viele Schalker Anhänger am Wochenende auch nach Mönchengladbach blicken, wo die Bayern ihren Zwei-Punkte-Vorsprung verteidigen. Felix Magath traut der Borussia durchaus einen Sieg zu. „Die Bundesliga ist die stärkste Liga der Welt. Da kann jeder jeden schlagen“, so der 56-Jährige. Allerdings hat dem Schalke-Trainer nicht gefallen, dass einige Borussen-Spieler schon im Vorfeld von einem Sieg gegen die Bayern ausgehen.Magath: „Sie sollten nicht vorher tönen, sondern lieber auf dem Platz zuschlagen und hinterher erzählen. Wenn meine Spieler so etwas machen würden, fände ich das sehr bedenklich.“ Doch diese Gefahr ist bei Bordon und Co. sehr gering, seit ihr Trainer Felix Magath heißt.

  • Sollte Schalke das Wunder wirklich schaffen und Meister werden, würde die Stadt Gelsenkirchen wohl vor dem Platz am Musiktheater zur Meister-Feier einladen – so war es jedenfalls 2007 geplant, als sich Schalke im Endspurt noch vom VfB Stuttgart überholen ließ. Eine Präsentation der Schale auf dem Rathaus-Balkon in Buer stand aufgrund der zu geringen Fläche und schlechter Sichtverhältnisse nie zur Debatte.