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Christian Heidel appelliert an die königsblaue Familie

Pokalaus für Schalke

Die Enttäuschung über das Pokalaus beim FC Schalke 04 ist noch immer groß. Die Königsblauen fühlten sich im Spiel gegen Eintracht Frankfurt vom Schiedsrichter benachteiligt. Trainer Domenico Tedesco ließ das aber nicht als Ausrede zu.

Gelsenkirchen

von Frank Leszinski, Matthias Heselmann

, 20.04.2018
Christian Heidel appelliert an die königsblaue Familie

Hand oder kein Hand? Der Schiedsrichter pfiff den Treffer von Franco Di Santo jedenfalls zurück. © dpa

„Dann sitze ich in Berlin eben wieder in Reihe 27“, sagte Christian Heidel am späten Mittwochabend mit einem Seufzer, nachdem er in den Katakomben der Veltins-Arena Frankfurts Manager Fredi Bobic zum Finaleinzug in den DFB-Pokal gratuliert hatte. Wie schon zu seinen Mainzer Zeiten bleibt dem 54-Jährigen in der Hauptstadt nur die Zuschauerrolle.

Aufregung um Schiedsrichterentscheidungen

Seinen Humor hatte der Schalker Sportvorstand also noch nicht verloren, wohl aber ein bisschen den Glauben daran, dass es im Fußball durch den Videobeweis gerechter zugeht. Unter den zahlreichen Entscheidungen, von denen sich die Schalker bei der 0:1-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt von Schiedsrichter Robert Hartmann benachteiligt fühlten, war das nicht gegebene Tor von Franco Di Santo (90.+4) der größte Aufreger.

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Den Schuss des Argentiniers zum vermeintlichen Ausgleich hatte der Unparteiische abgepfiffen, bevor der Ball im Frankfurter Netz einschlug. Das Regelwerk besagt, dass der Videobeweis in solch einem Fall nicht zur Anwendung kommen darf, da die Aktion vorher abgepfiffen wurde. Verändert sich eine Spielsituation durch einen Pfiff signifikant und ist es dadurch unterbrochen, ist es dem Schiedsrichter nicht gestattet, seine Entscheidung durch das Videoteam in Köln zu überprüfen.

Kritik von Di Santo

Hartmann hatte ein Handspiel gesehen, was Di Santo auch noch 45 Minuten nach dem Abpfiff emotional erschütterte. „Es ist eine Schande, dass dieser Treffer nicht gegeben wurde. Es war ein korrektes Tor. Es ist unmöglich, in dieser Szene ein Handspiel zu sehen. Der Schiri muss mit dem Pfiff warten, bis die Situation zu Ende gespielt ist. Erst danach kann er urteilen.“

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Nach kurzem Fernsehstudium der strittigen Entscheidung merkte Hartmann, dass er wohl falsch gelegen hatte. „Ich war bei ihm in der Kabine, er machte keinen glücklichen Eindruck“, berichtete Heidel.

Tedesco sucht Schuld nicht beim Schiedsrichter

Während Alessandro Schöpf tief enttäuscht feststellte, „ich weiß nicht, was der Schiedsrichter da gesehen haben will“, war auch für Trainer Domenico Tedesco klar: „Es war kein Handspiel von Franco.“ In die Rolle des Sündenbockes wollte Tedesco den Schiedsrichter jedoch nicht rücken. „Er ist nicht schuld, dass wir ausgeschieden sind. Wir sind schuld, weil wir vorher das Tor nicht gemacht haben.“ Chancen gab es dazu in der zweiten Halbzeit reichlich.

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Heidel sprach zwar von einem „gefühlten Dämpfer“, aber er richtete gleichzeitig auch einen flammenden Appell an die Vereinsfamilie. „Jetzt ist es besonders wichtig, dass der ganze Verein, die Mannschaft und der Trainer zeigen, dass wir unseren Weg weitergehen wollen. Nun ist es extrem wichtig, dass wir die richtige Reaktion zeigen. Das wirft uns nicht um.“

Fährmann: „Geile und emotionale Saison“

Damit liegt er auf einer Linie mit Ralf Fährmann, der betonte: „Wir spielen eine richtig geile und emotionale Saison. Es herrscht wieder eine Riesenstimmung auf Schalke. Deshalb dürfen wir uns durch so eine bittere Niederlage die Saison nicht kaputt machen lassen“, betonte der Schalker Kapitän.