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Es fehlt die Besessenheit

DORTMUND Jeder Bochumer, der zur 1:2-Niederlage in Dortmund befragt wurde, kam im Grunde zum gleichen Resultat: der VfL hatte mehr vom Spiel, verlor aber durch eklatantes Fehlverhalten bei Standardsituationen.

Es fehlt die Besessenheit

Während der BVB jubelt, verlässt Ivo Ilicevic nachdenklich den Platz.

Auf die Frage, weshalb man diese Spielverläufe nicht zum eigenen Vorteil nutzen kann, fielen die Antworten schon spärlicher aus. Deutlich wurde nur einer, Sportvorstand Stefan Kuntz: "Es fehlt der Mannschaft an Besessenheit, so ein Spiel unbedingt für sich entscheiden zu wollen."

Die Kritik galt ganz offensichtlich und mit Recht der Offensivabteilung und dem Bochumer Spiel in der halbstündigen Schlussphase mit Überzahl. In diesen 30 Minuten war das Bochumer Ensemble weder in der Lage permanenten Druck auf die Borussia auszuüben, noch fähig, einige herausgespielte Möglichkeiten mit Konsequenz abschließen zu können. Lediglich Stanislav Sestak zeigte das von Trainer Marcel Koller geforderte mutige Auftreten und bestätigte damit seinen Aufwärtstrend.

Bechmann indisponiert

Völlig indisponiert gab sich erneut Tommy Bechmann, der in der Offensive jede Durchschlagskraft vermissen ließ und beim entscheidenden Treffer, seinem zugeteilten Spieler Federico nicht folgte. Dem Dänen kommt die 14tägige Spielpause bis zur Heimpartie gegen Tabellenführer Bayern München sicher gelegen. Möglicherweise hätte ihm sein Trainer schon gegen Dortmund eine Pause gönnen wollen, doch fehlen ihm einerseits nach Joel Epalles Ausfall die personellen Alternativen für diese Position, während es andererseits nach der Trainingsarbeit im Vorfeld des Derbys auch die Resthoffnung gab, Bechmann könne womöglich sein Leistungstief überwinden.

Dies war erkennbar nicht der Fall, und so ist der VfL Bochum nach sechs Spielen in Serie ohne Sieg wieder in eine ihm nicht unbekannte prekäre Lage geraten. "Es wird für uns in dieser Saison genauso schwierig wie im letzten Jahr", befürchtet Marcel Koller, "aber wir kennen in Bochum diese Situation und können mit ihr umgehen." Trotzdem: "Die Stimmung ist erst einmal am Boden, denn wir sind fest im Keller mit dabei", sagt Innenverteidiger Marcel Maltritz, während Kapitän Thomas Zdebel folgende gewagte These aufstellt: "Das Wasser steht uns wieder bis zum Hals. Aber vielleicht brauchen wir das ja, um auf dem Platz so zu handeln, dass wir ein Spiel auch gewinnen."

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