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Doppelt so schnell wie erlaubt rasen manche Verkehrsteilnehmer durch Stadtlohn. Anwohner wollen Straßenrennen auf der Mühlenstraße beobachtet haben.

Stadtlohn

, 14.09.2018 / Lesedauer: 3 min

In den Facebook-Gruppen, die Einwohner von Städten und Gemeinden gegründet haben, wird oft vor „teuren Fotos“ gewarnt: Dann stehen der Kreis oder die Polizei mehr oder weniger sichtbar am Straßenrand und messen die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Und manche greifen dann zum Smartphone und verbreiten diese Neuigkeit schnell „im Netz“ oder geben die Info an den Lokal-Radiosender weiter.

So auch am Montag in Stadtlohn: An der Ortsdurchfahrt – der Mühlenstraße hatten sich Beamte der Kreispolizeibehörde postiert und ihre ESO-Messgeräte in Stellung gebracht.

Schnell machte der „Blitzer“ die Runde in der Facebook-Gruppe „Du bist ein echter Stadtlohner, wenn...“. Meist wird das dankbar zur Kenntnis genommen, und oft fehlt ein sarkastischer Spruch in Richtung der Behörden nicht – aber mindestens eine Stadtlohnerin freute sich auch über den Einsatz der Polizei. „Das machen die dort viel zu selten. Zeitweise werden dort schon ab Elbers Rennen gefahren Richtung Ahaus – und das interessiert keinen“, schrieb sie. Ab 23 Uhr sei das sowieso „freie Rennstrecke“. Auf Anfrage der Münsterland Zeitung teilte die Stadtlohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, mit, dass es nach ihren Beobachtungen bei ihrer abendlichen Runde mit dem Hund gegen 23 Uhr vor dem Ortsausgang zu Rennen komme. Die Starts erfolgten in etwa in Höhe des Autohauses Elbers in Richtung Ahaus.

Spitzen bis zu 105 km/h

Die Münsterland Zeitung hakte bei der Pressestelle der Kreispolizeibehörde nach: Ist die Mühlenstraße als „Rennstrecke“ bekannt oder wurden dort etwa Straßenrennen dokumentiert? Danièl Maltese von der Kreispolizeibehörde Borken kann von durchaus hohen Tempoüberschreitungen auf der Mühlenstraße berichten. Obwohl in der zurückliegenden Zeit auch Geschwindigkeitsspitzen von bis zu 105 km/h – meist stadteinwärts – gemessen wurden, handelte es sich jeweils um Einzelfahrzeuge, die nicht den Rückschluss zuließen, dass es sich um sogenannte Straßenrennen handelte, schränkt der Pressesprecher aber ein.

Polizei freut sich über Warnungen auf Facebook

Die Tempomessung am Montag habe sich über knapp fünf Stunden hingezogen. Dabei seien 63 „ahndungswürdige Geschwindigkeitsübertretungen“ festgestellt worden, fasst Danièl Maltese zusammen. Ein Verkehrsteilnehmer, der mit Tempo 76 – dort, wo höchstens 50 km/h erlaubt sind, gemessen wurde, müsse ein ordentliches Bußgeld zahlen. Und was hält die Polizei von den Warnungen auf Facebook? „Wir haben nicht nur nichts dagegen, wir finden es sogar gut“, betont Danièl Maltese. Nachweislich herrsche dort, wo bekannt sei, dass die Polizei Messungen durchführe, ja ein insgesamt niedrigeres Geschwindigkeitsniveau. Und das sei ja Wunsch und zugleich Ziel der Messungen, sagte er. Denn das zu hohe Tempo der Verkehrsteilnehmer sei nach wie vor im Kreis Borken die „Unfallursache Nummer eins“. Die Polizei mache zum Teil ja selbst öffentlich, an welchen Stellen im Kreisgebiet „geblitzt“ wird. Weitere Teams seien variabel unterwegs – so gebe es eine Mischung aus angekündigten und nicht angekündigten Messungen.

Häufige Messungen an der Mühlenstraße

An der Mühlenstraße werde im Übrigen schon häufig gemessen, betont der Pressesprecher. Und das hat durchaus seinen Grund. Im Herbst 2017 habe die Stadt Stadtlohn der Polizei eine Langzeitgeschwindigkeitsaufzeichnung vom 29. September bis 12. Oktober 2017 für die Mühlenstraße (L572) zur Verfügung gestellt. In der Ortsdurchfahrt war im Bereich Hasenkamp gemessen worden, weil sich Anlieger bei der Stadt Stadtlohn über das zu hohe Tempo dort beklagt hatten. „Hieraus ergaben sich Anhaltspunkte dafür, dass eine wiederkehrende Geschwindigkeitsüberwachung angezeigt ist, obwohl der dortige Straßenabschnitt keine Unfallhäufungsstelle darstellt“, bilanziert Danièl Maltese. Denn zum Teil waren Geschwindigkeiten über 100 km/h und somit doppelt so schnell wie erlaubt festgestellt worden. „Seitdem setzt der Verkehrsdienst Nord in unregelmäßigen Abständen im bezeichneten Straßenabschnitt Technik und Personal zur Geschwindigkeitsüberwachung ein“, so Maltese.

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