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Bächlein am Hessenweg wird aus dem Rohr befreit

mlzNeues Baugrundstücke

Der Name des Gewässers am Hessenweg ist so romantisch wie das Bild, das es abgibt. Das Gewässer heißt: WL 1410. Und es ist unterirdisch verrohrt. Das wird sich aber schon bald ändern.

Stadtlohn

, 09.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Wer am Hessenweg in Höhe des Cohaus Eschs den Blick nach Norden richtet, sieht einen Acker. Hier wird die Stadt bis zum Sommer 2020 den Kindergarten „Die Kita“ für die Evangelische Jugendhilfe errichten. Und entlang des Kindergartengrundstücks, das zeigen die Zeichnungen, wird von Nord nach Süd ein Bächlein naturnah mäandern. Das Bächlein gibt es bereits. Auf alten Luftaufnahmen aus den frühen 1960er-Jahren ist es noch zu erkennen. Seit mehr als 50 Jahren allerdings fließt es nur noch unterirdisch verrohrt unter der Ackerkrume. Erst südlich des Hessenweges, im Grünstreifen des Telgekamps, tritt es wieder offen zu Tage.

Neuverrohrung ist keine Alternative

„Die Verrohrung ist keine Alternative für die Zukunft“, stellte Fachbereichsleiter Mathias Pennekamp am Dienstag im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss klar. Das bestehende Rohr ist in einem schlechten Zustand und nicht ausreichend dimensioniert, um das Wasser künftig sicher ableiten zu können. Es müsste also durch ein neueres, größeres Rohr ersetzt werden. Dem steht aber die europäische Wasserrahmenrichtlinie entgegen, die beim Gewässerausbau auf ökologische Standards setzt. Mit anderen Worten: Eine neue Verrohrung würde von der Unteren Wasserbehörde gar nicht genehmigt.

Renaturierung kostet 120.000 Euro

Die Verwaltung empfahl dem Ausschuss, das Gewässer wieder in den natürlichen Zustand zurückzuversetzen. Diese Maßnahme kostet rund 120.000 Euro. Es besteht aber die Aussicht, dass der naturnahe Ausbau zu 80 Prozent aus Mitteln der EG-Wasserrahmenrichtlinie gefördert wird. Mathias Pennekamp nannte die wichtigsten Vorteile der Renaturierung: Es entstehen Kleinbiotope und Retentionsräume, die das Wasser bei Starkregen zurückhalten. Und es wird ein neuer Grünzug mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen, der ein neues Wohngebiet auf natürliche Weise von der neuen Kita abgrenze.

Neues Baugebiet auf den Weg gebracht

Der Ausschuss folgte dem Verwaltungsvorschlag einstimmig. Genauso einmütig brachte der Ausschuss anschließend den Bebauungsplan Nr. 4 „Freudenberg“ auf den Weg. Östlich des freigelegten Gewässers entsteht am Hessenweg ein kleines Neubaugebiet mit zwölf Baugrundstücken. Der Bebauungsplanentwurf wird nach dem einstimmigen Votum des Ausschusses nun öffentlich ausgelegt. Die Flächen gehören der Stadt und werden demnächst an Bauwillige veräußert. Mathias Pennekamp: „2020 soll die Erschließung der Baugrundstücke abgeschlossen sein.“

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