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Bücherei St. Otger bietet eine Auswahl aus modernen Trends und Dauerbrennern

mlzJahresrückblick

Daniela Kies von der Bücherei St. Otger hat sich durch die Ausleihzahlen des vergangenen Jahres gearbeitet. Es hat sich herausgestellt: Klassiker sind nach wie vor gefragt.

von Alex Piccin

Stadtlohn

, 14.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Früher war es der Kassettenrekorder und die kleine MC, die abends dem Kind zum Einschlafen vorgespielt wurden. Der heutige Nachwuchs ist da digitaler unterwegs, auch in Stadtlohn. Dies stellt Daniela Kies in ihrem Jahresrückblick heraus. Die Leiterin der Bücherei St. Otger hebt die sogenannte Tonie-Box in ihrem Resümee hervor, der mittels Figuren Geschichten entlockt werden.

Ob Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg oder Tiere: Die Tonies sprechen und dienen auch als Spielgerät. Auch die eigene Stimme kann darauf aufgezeichnet werden. So könnte die weit entfernt wohnende Oma dem Enkelkind abends virtuell etwas vorlesen. „In unserem Bestand haben wir 73 solcher Figuren, am Donnerstag stand nur eine davon bei uns im Regal“, sagt Daniela Kies.

Trendspielzeug Tonie-Box

Offenbar lag eine solche Box unter vielen Weihnachtsbäumen. Eine Tonie-Figur kostet im Handel 15 Euro. Für die gleiche Summe bietet die Bücherei eine Jahresmitgliedschaft an. „Wir ermöglichen Eltern, die Box zu testen anstatt sie zu kaufen, auf die Gefahr hin, dass sie dann im Schrank verschwindet. Unser Ziel ist es, Menschen zu ermutigen, sich selbst eine Meinung zu bilden“, sagt Daniela Kies.

Die hohe Nachfrage bei den Boxen und Figuren ist wie jene bei den Hörbüchern eine Ausnahme bei den digitalen Medien der Bücherei. Rückläufig sind besonders DVDs und CDs: „Wir spüren deutlich die Konkurrenz der Streamingdienste. Es gibt auch kaum noch eine Videothek.“

E-Books keine Konkurrenz zum Buch

Etwas besser sieht es beim digitalen Buch aus. Der Bestand an E-Books zählt gut 24.000 Medien, von den 350 Nutzern haben sich 2018 100 angemeldet. Die Ausleihen über das gesamte Jahr gesehen machen einen Anteil von etwa sieben Prozent aus, rechnet Daniela Kies vor: „Das E-Book ist ein Zusatzangebot, aber, anders als es mal prognostiziert wurde, keine Konkurrenz für das Buch.“

Runde 118.000 Bücher sind im vergangenen Jahr ausgeliehen worden. Die Dauerbrenner sind Thriller und Krimis, allen voran Blutzeuge von Tess Gerritsen und Tödliche Sehnsucht von Sandra Brown, die jeweils 19 Mal ihr Zuhause gewechselt haben.

Jahrhundertromane waren gefragter als in der Vergangenheit. Dabei ist Daniela Kies und ihren Mitarbeiterinnen aufgefallen, dass drei Viertel der Kunden weiblich sind: „Dieses Verhältnis muss allerdings nicht jenem der tatsächlichen Leser entsprechen. Wir können schließlich nicht nachhalten, ob die Frau dem Mann nicht ein Buch mitbringt.“

Alte Bücher landen in der Tonne

„Ladenhüter“ sind hingegen Technik- oder Naturbücher. In regelmäßigen Abständen wird in der Bücherei aussortiert. Zum Teil landen nicht mehr gefragte Werke auf dem Flohmarkt oder werden an der Theke verkauft, schildert Daniela Kies: „In letzter Instanz landen die alten Bücher aber in der Tonne. Man hat aber ein Gefühl, was gut läuft.“ Doch Trends ändern sich. Als sie vor 16 Jahren in der Bücherei ihre Arbeit aufgenommen hat, sortierte sie alle Titel über Handarbeit aus. Seit zwei, drei Jahren sei die Nachfrage jedoch wieder gestiegen.

Kinder fokussieren sich in der Regel auf Sachen, die sie bereits aus Kindergarten oder Grundschule kennen. Lotta-Leben (20 Ausleihen) und davon der zweite Teil (19) waren 2018 am beliebtesten, gefolgt von der Reihe Gregs Tagebuch. Auch das Lernsystem Tiptoi ist sehr gefragt. Bei den Jugendbüchern machte im vergangenen Jahr Harry Potter das Rennen.

Daniela Kies machte einen erstarktes Interesse an Brettspielen aus: „Das mussten auch nicht die Neuesten sein. Ich hätte geschworen, Kakerlakak wäre ganz vorn.“ Tatsächlich registrierte sie beim Klassiker Das verrückte Labyrinth die meisten Ausleihen (19). Eine Erklärung dafür lieferte die Büchereileiterin auch: „Ich kann mir vorstellen, dass Eltern keine Lust haben, eine dicke Anleitung zu studieren und wählen dann lieber bekannte Spiele aus.“

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