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„Der erste Eindruck hat meist keine zweite Chance“

mlzEtikette-Seminar am GSG

An einem Etikette-Seminar durften die Schüler der Qualifikationsphase 1 des Geschwister-Scholl Gymnasiums teilnehmen. Sie wurden auf das richtige Verhalten im Berufsleben vorbereitet.

von Malena Stöhler

Stadtlohn

, 08.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Knapp 100 Schüler der Qualifikationsphase 1 des Geschwister-Scholl Gymnasiums hatten am Dienstagnachmittag keinen normalen Schulunterricht. Sie wurden von Sonja Hüls, einem Business Coach, auf alles rund um ein gutes Auftreten bei einem Vorstellungsgespräch vorbereitet. Finanziert wurde das Seminar von der Stiftung Aktive Bürger.

Um 13.45 Uhr soll das Seminar in der Aula des Gymnasiums beginnen. Sonja Hüls sitzt da schon entspannt auf der Bühne und beobachtet, wie die Schüler hereinkommen und sich setzen. Als alle einen Platz gefunden haben, legt sie los: „Ich habe euch gerade beobachtet und es haben mich nur fünf oder sechs von euch beim Reinkommen gegrüßt. Soll ich das jetzt persönlich nehmen?“. Damit ist der Einstieg geschafft. Sonja Hüls betont, wie wichtig es ist, Blickkontakt mit den Menschen aufzunehmen, wenn man in einen Raum kommt. „Wenn man Blickkontakt vermeidet führt das nur zu Streitigkeiten oder Missverständnissen“, erklärt Sonja Hüls den Schülern. Die sind durch den unerwarteten Einstieg etwas überrumpelt und hören der Seminarleiterin aufmerksam zu.

Es sind ein paar Kernfragen, die Sonja Hüls an diesem Nachmittag beantworten will:

? Was ist die richtige Körperhaltung?

Alle Schüler sollen sich hinstellen. Sonja Hüls schlendert durch die Reihen und schaut sich die Schüler ganz genau an. „Und jetzt stellt euch mal alle hüftbreit hin. Schultern zurück und Kopf hoch“, so Sonja Hüls. „Und wie fühlt ihr euch, wenn ihr so steht?“, fragt sie die Schüler, die vorher teilweise mit runterhängenden Schultern und gesenkten Köpfen vor ihr standen. „Nicht so wohl, so bin ich nicht“, antwortet ein Schüler. Sonja Hüls gibt zu, dass es Gewöhnungssache sei, so zu stehen. Aber es wirke auf andere sehr selbstbewusst und sicher. „Genau so, wie ihr vor eurem zukünftigen Chef stehen wollt, oder?!“, so Sonja Hüls.

? Was ist beim ersten Eindruck am wichtigsten? „Der erste Eindruck hat meist keine zweite Chance“, ein Zitat von Sonja Hüls, das die Schüler des Geschwister-Scholl Gymnasiums zum Staunen bringt. Sonja Hüls erklärt, dass Körpersprache und Kleidung 55 Prozent des ersten Eindrucks ausmachen. Mimik, Sprache und Gestik sind noch einmal 38 Prozent. Und nur sieben Prozent macht der eigentliche Gesprächsinhalt aus. Das sorgt bei den Schülern wieder für staunende Gesichter. „Die andere Person bildet sich also einen ersten Eindruck von dir und du kannst mit dem, was du der Person sagst, fast nichts daran ändern. Deshalb ist die richtige Haltung und das richtige Auftreten auch so wichtig, wenn du eine Person das erste mal siehst und einen guten Eindruck bei ihr hinerlassen willst“, erklärt Sonja Hüls den Schülern.

? Wie gibt man sich richtig die Hand? „Was bei einem Vorstellungsgespräch natürlich auch ganz wichtig ist, ist dem Chef richtig die Hand zu geben“, erklärt die Trainerin. Sie geht durch die Stuhlreihen der Schüler und streckt vielen ihre Hand entgegen. Die ersten drei Schüler bleiben dabei sitzen, während Sonja Hüls steht. „Ihr müsst beim Händeschütteln aufstehen, das ist ganz wichtig. Man muss mit der Person auf Augenhöhe sein“, erklärt sie den Schülern. Ganz wichtig sei auch der richtige Händedruck: „Man darf die Hand des anderen nicht zerquetschen und sie auch nicht zu lange schütteln. Was aber ganz wichtig ist: Schüttelt eurem Gegenüber nicht die Hand mit dem „toten Fisch“. Also habt Spannung in eurer Hand und haltet sie nicht leblos hin!“, sagt Sonja Hüls. Übrigens: Immer der höher Gestellte muss dem anderen die Hand reichen. „Wenn man also vor seinem Chef steht und sich begrüßt, muss man warten, bis der Chef die Hand zum Schütteln anbietet“, erklärt Sonja Hüls.

? Wer wird zuerst gegrüßt?
„Stellt euch vor, ihr trefft euren Chef mit seiner Frau in der Stadt und ihr lauft genau aufeinander zu, was macht ihr dann?“, fragt Sonja Hüls die Schüler. „Ich würde als erstes die Frau von meinem Chef grüßen“, antwortet einer. Fast richtig. Sonja Hüls erklärt, dass sich immer die Beiden grüßen, die sich kennen. „Und dann geht es nach dem Prinzip erst der Ranghöchste, dann der Ältere, dann der Kunde, dann der Gastgeber und die Regel „Ladies first“ greift im Geschäftsleben zuletzt“, sagt die Seminarleiterin.

? Wie gehe ich mit Visitenkarten um?

Wenn man bei einem Vorstellungsgespräch die Visitenkarte vom Chef bekommt, sei es gut, wenn man sich die Karte erst einmal anschaut, nicht zu lange aber auch nicht zu flüchtig, sagt Sonja Hüls. „Dann sollte man die Karte vor sich auf den Tisch legen und sie erst einstecken, wenn man den Raum verlässt“, so der Business Coach.

? Was zieht man bei einem Vorstellungsgespräch an?
Sonja Hüls kennt die Antwort auf diese Frage. Sie gibt den Schülern den Hinweis, vor dem Vorstellungsgespräch auf der Internetseite des Betriebes zu schauen. Dort seien meist Leute abgebildet, die in dem Unternehmen arbeiten. „Und dann passt euch an. Wenn die Leute auf der Internetseite in Anzug abgelichtet sind, dann wäre es nicht so gut, wenn ihr nur in Jeans und T-Shirt zum Vorstellungsgespräch geht“, erklärt sie. „Zieh dich nicht für den Job an, den du hast, sondern für den, den du haben möchtest“, gibt Sonja Hüls den Schülern zum Abschluss mit auf den Weg.

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