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Die Erde ist ihnen nicht egal. Das haben rund 500 Sttadtlohner Schüler unter dem Motto „Fridays for Future“ mit Plakaten und Sprechgesängen gezeigt. Die jungen Demonstranten wurden gehört.

Stadtlohn

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Wir sind hier! Wir sind laut! Weil ihr uns die Zukunft klaut!“ schallt es durch die Stadtlohner Innenstadt. Rund 500 Kinder und Jugendliche sind an diesem Freitagnachmittag unterwegs in Richtung Marktplatz. Dies ist keine schulische Veranstaltung. Die Schüler sind freiwillig hier. Nach der Schule, denn die Zukunft der Erde ist ihnen wichtig.

Mittendrin ist Henrika Nauheimer. Das Mädchen mit der grauen Wollmütze hat sich im Vorfeld sehr dafür engagiert, dass die Demonstration stattfinden kann. Sie und ihre Mitstreiter wollen mit dem Aufmarsch ein Zeichen setzen. Nach dem Vorbild der jungen, schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg, die mit ihrem Protest die „Fridays for Future“ ins Leben gerufen hat, gehen auch Schüler in Stadtlohn auf die Straße.

Morgens zur Schule und nachmittags die Erde retten

Die Plakate hatten die Schüler vorbereitet. © Anna-Lena Haget

Die Nachrichten auf den Plakaten, die die Jungen und Mädchen gebastelt haben, sind eindeutig. „Ihr geht mit der Welt um, als hättet ihr eine zweite im Kofferraum!“ steht da. Und: „Wir ham die Eisbären so gern!“ Auf einem der Plakate kämpfen sich der Zeichentrick-Clownfisch Nemo und seine Freundin, Doktorfisch Dorrie, durch zähen Plastikmüll. Egal ob Gymnasiast, Haupt- oder Realschüler: Sie alle eint die Sorge um den Planeten Erde und wie die Erwachsenen von heute ihn den Erwachsenen von morgen hinterlassen werden.

Politiker sollen handeln

Der lange Zug der Besorgten stoppt schließlich am Brunnen vor dem Marktplatz. Henrika Nauheimer und eine Freundin kämpfen sich durch die Menge und steigen auf eine Sitzbank. Mit einem Megafon wendet sie sich an die Menge: „Wir sind die Wähler von morgen und die Politiker sind die Verantwortlichen von heute!“

Ihre Worte hat einer der Verantwortlichen vernommen. Bürgermeister Helmut Könning steht etwas abseits und hört zu, als Henrika unter anderem Mülltonnen statt Müllsäcke für die Abfallbeseitigung in Stadtlohn fordert.

Morgens zur Schule und nachmittags die Erde retten

Auch Eltern waren dabei. © Anna-Lena Haget

„Ich finde das gut, dass die Schüler das Thema Klimawandel so interessiert und dass sie hier im Kleinen anfangen wollen“, sagt Helmut Könning. Als ersten Schritt bietet der Politiker an, die Schulsprecher aller Stadtlohner Schulen ins Rathaus einzuladen, um über das Thema Umweltschutz zu sprechen und gemeinsam zu überlegen. Immer wieder fegen starke Windböen über den Marktplatz, und die Demonstranten haben Schwierigkeiten, ihre Schilder festzuhalten. Möglicherweise ist das Sturmtief, das die Demo überschattet, bereits eine der Folgen des Klimawandels, gegen den die Jugendlichen demonstrieren.

Engagement geht weiter

Sie sind nicht allein, denn auch einige Eltern sind mit dabei und unterstützen den Zug als „Parents for Future“. Am Ende der Demo für den Klimaschutz zeigt sich Henrika Nauheimer, Schülerin der St.-Anna-Realschule, sehr zufrieden und auch ein wenig überrascht: „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele kommen, und auch dass so viele Eltern dabei sind“, sagt die Schülerin.

Morgens zur Schule und nachmittags die Erde retten

Die Plakate hatten die Schüler vorbereitet. © Anna-Lena Haget

Sie selbst, so sagt sie, sei zwar nur noch etwa ein halbes Jahr an ihrer Schule, vertraut aber darauf, dass das Engagement für die Umwelt weitergeht: „Wenn einer anfängt, wird das später auch weitergemacht.“

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