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Offene Ganztagsschule sorgt für Warteschlange

mlzKinderbetreuung

Die lange Warteschlange der Mütter und Väter bei der Anmeldung zeigt: Die Offene Ganztagsschule ist begehrt. Das Anmeldeverfahren jedoch, so meinen die Eltern, ist viel zu aufwendig.

Stadtlohn

, 07.12.2018 / Lesedauer: 4 min

Als vor 13 Jahren die Erfolgsgeschichte der offenen Ganztagsschule (OGS) in Stadtlohn begann, war der Boom noch gar nicht abzusehen. Die Hilgenbergschule und die Gescher-Dyk-Schule waren die Vorreiter. Damals blieben noch etliche Betreuungsplätze unbesetzt. Doch die Zeiten haben sich geändert. Längst gibt es das Angebot des Jugend- und Familienbildungswerks (JFB) an allen vier Grundschulen in Stadtlohn. Und die Betreuungsplätze sind so begehrt, dass sich bei den Anmeldeterminen schon eine Stunde vor der Zeit lange Warteschlangen vor dem JFB-Büro in der Weststraße bilden. Schließlich werden die freien Plätze nach dem Prinzip vergeben: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

260 Kinder in der OGS und in der verlässlichen Halbtagsschule

Das JFB ist der Träger der Offenen Ganztagsschule. Qualifiziertes pädagogisches Personal betreut und fördert an den vier Offenen Ganztagsschulen 150 Kinder nach Unterrichtsschluss bis 16.30 Uhr. Ohne diese Angebot kämen berufstätige Mütter und Väter in eine missliche Situation. Nicht jeder hat vor Ort Großeltern, Verwandte oder Nachbarn, die bei der Kinderbetreuung einspringen.

Offene Ganztagsschule sorgt für Warteschlange

Die Offene Ganztagsschule der Fliednerschule (hier ein Archivfoto) ist in der ehemaligen Marienschule untergebracht. © Anne Winter-Weckenbrock

Dank OGS aber wissen die Eltern ihre Kinder bei der Hausaufgabenbetreuung, Mittagessen, Spiel, AG‘s und Sportangeboten gut betreut. Darüber hinaus bietet das JFB noch eine Verlässliche Halbtagsschule (VHT) von acht bis eins. Sie wird an den vier Stadtlohner Grundschulen von insgesamt 110 Kinder genutzt.

„Wie ein Sonderangebot bei Aldi oder Lidl“

Die OGS ist so beliebt, dass nach den Anmeldungen oft Wartelisten geführt werden müssen. Das sorgt bei den Eltern für Unruhe. Manche fürchten, es könnte zum neuen Schuljahr eine Betreuungslücke entstehen. Darum bildeten sich auch bei den jüngsten Anmeldeterminen vor einer Woche wieder lange Warteschlangen. Das JFB hellte mit einem Kaffeeausschank zwar die Stimmung auf.

Offene Ganztagsschule sorgt für Warteschlange

Im Flur des JFB drängten sich die Eltern zur Anmeldung ihrer Kinder für die OGS – und draußen vor der Tür bildete sich eine lange Warteschlange. © Stefan Grothues

Aber manche Eltern ärgern sich dennoch: „Die Anmeldung zur OGS läuft ab, als gäbe es Sonderangebote beim Aldi oder Lidl“, sagt zum Beispiel Nicole Kirchhoff. Dabei zeige zum Bespiel Vreden, wie eine einfach Lösung aussehe: Dort können die Kinder direkt bei der Schulanmeldung auch für die OGS angemeldet werden – ohne Extratermin. Sie sagt auch: „Jegliche Vorschläge bei der Stadt Stadtlohn, dass die Abfrage gleich bei der Schulanmeldung mit abgefragt wird, stößt auf Desinteresse.“

„Alle angemeldeten Kinder können auch betreut werden“

Diesen Vorwurf weist Klaus-Dieter Weßing zurück. Der Leiter des zuständigen Fachbereichs im Rathaus sagt: „Eigentlich gibt es kein Problem. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass zum Schuljahresbeginn alle angemeldeten Kinder in der OGS betreut werden können.“ Dass in Stadtlohn anders als in Vreden zwei gesonderte Anmeldetermine für die Schule und für die OGS notwendig seien, hänge mit der Trägerschaft der OGS zusammen. In Vreden tragen Fördervereine an den Schulen die OGS, in Stadtlohn ist es zentral das JFB.

250 Kinder wurden neu angemeldet – 13 sind auf der Warteliste

Von den 250 Kindern, die in der vergangenen Woche neu für die OGS und die Verlässliche Halbtagsschule angemeldet wurden, kamen an der Fliednerschule sechs Kinder auf die Warteliste, an der Gescher-Dyk-Schule fünf und an der Hordtschule zwei. Klaus-Dieter Weßing: „Es gibt immer einige ,Vorsichtsanmeldungen‘. Die Eltern können davon ausgehen, dass auch die Kinder, die jetzt noch auf der Warteliste stehen, im nächsten Sommer einen Platz bekomen werden.

Verfahren steht auf dem Prüfstand

Für die meisten Eltern sei der doppelte Anmeldetermin auch kein Problem, sagt auch Beatrix Frieler vom JFB: „Bei uns hat sich noch niemand beschwert.“ Und lange Wartezeiten müsse es auch nicht geben: „Wir haben zwei Anmeldetermine. Wer sich anmeldet, bekommt in der Regel auch einen Platz. Man muss nicht eine Stunde vor der Zeit dasein. Die Warteschlange ist gar nicht nötig.“ Wenn es aber Anregungen gebe, das Anmeldeverfahren zu verbessern, wolle sich das JFB nicht verschließen. Das sagt auch Klaus-Dieter Weßing für die Stadtverwaltung. „Wir sind immer um Verbesserungen bemüht. Das Verfahren steht ohnehin auf dem Prüfstand. Im Frühjahr wollen wir mit dem JFB und den Schulen das Thema angehen.“

Bedarf für Frühbetreuung wird abgefragt

Dann wird auch ein weiteres Thema auf der Tagesordnung stehen, das Nicole Kirchhoff und manchen anderen berufstätigen Müttern und Vätern am Herzen liegt: die Frühbetreuung. „Ich unterrichte als Lehrerin in Vreden, der Unterricht dort beginnt um 7.45 Uhr. Der Unterricht in Stadtlohn beginnt erst um 8.10 Uhr“, sagt Nicole Kirchhoff. Sie wäre daher froh, wenn sie ihre Tochter, die ab Sommer 2019 in die erste Klasse geht, schon ab 7.30 Uhr betreut werden könnte.“ Klaus-Dieter Weßing sagt: „Wir können eine Frühbetreuung einrichten, wenn sich dafür mindestens fünf Kinder an einer Schule anmelden.“ Diese Zahl wurde in den vergangenen Jahren nicht erreicht. Bis Anfang Januar will die Stadt in den Kindergärten und in den Grundschulen Elternbriefe verteilen, um den Bedarf für eine Frühbetreuung zu ermitteln.

Neuanmeldungen für die Offene Ganztagsschule und die Verlässliche Halbtagsschule

  • Fliednerschule: 36 (OGS)/25 (VHT)
  • Gescher-Dyk-Schule: 30/25
  • Hordtschule: 36/22
  • Hilgenbergschule: 51/25
Die OGS kostet pro Kind 45 Euro im Monat plus 3,20 Euro täglich fürs Mittagessen. SGBII-Empfänger zahlen 20 Euro monatlich plus 1 Euro fürs Mittagessen. Wohngeldempfänger zahlen 45 Euro plus 1 Euro fürs Mittagessen. Die Betreuung eines Kindes in der Verlässlichen Halbtagsschule kostet 25 Euro im Monat.
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