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Tafel in Ahaus besteht zehn Jahre

Tafel feiert mit Tag der offenen Tür

Ahaus Bei der Tafel an der Schloßstraße 16 gibt es seit zehn Jahren Unterstützung für Hilfesuchende. Die ehrenamtliche Arbeit wird wohl noch lange erforderlich sein.

 Tafel feiert mit Tag der offenen Tür

Auf zehn Jahre Tafel in Ahaus blicken Marlies Feldmann (Vorstandsmitglied des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF), Ingrid Horst (Tafel-Ehrenamtliche), Diplom-Sozialarbeiterin Alexandra Perl und die SKF-Vorsitzende Mathilde Fischer (v.l.) zurück.Bödding Foto: FOTO: Christian Boedding

Zehn Jahre Tafel in Ahaus – zehn Jahre Unterstützung für Hilfesuchende. Die Verantwortlichen blicken am Sonntag, 6. Mai, in einer Feierstunde auf die Anfänge und die über Jahre geleistete Arbeit zurück und laden die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür ein.

Die Tafel in Ahaus, unter dem Dach des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF), startete im Dezember 2007, offiziell eingeweiht wurde die Tafel im April 2008. „Die Vorbereitungen nahmen fast eineinhalb Jahre in Anspruch“, erinnert sich Mathilde Fischer, die Vorsitzende des SKF. „Damals sammelte die Tafel in Gronau bei den Lebensmittelhändlern in Ahaus. Wir kamen zum Schluss, auch in Ahaus eine Tafel einzurichten.“ Etliche Informationsveranstaltungen folgten. „Uns hat damals beeindruckt, wie schnell sich Ehrenamtliche zur Mitarbeit bereit erklärten. Sie sind ja der Grundstock unserer Arbeit.“

Über 80 Helfer

Innerhalb kürzester Zeit kamen 80 freiwillige Helfer als Fahrer, Sortierer, für die Ausgabe und das Büro zusammen. Gut 70.000 Euro flossen in die Renovierung der Räume an der Schloßstraße 16. „Auch da war ganz viel Wohlwollen“, blickt Mathilde Fischer zurück. „Alleine hätten wir zum Beispiel die Kühlzelle, die Ladenzeile und das Tafelfahrzeug finanziell nicht schultern können.“

Die Tafel in Ahaus ist längst nicht mehr nur ein Ort, an dem Kunden für einen geringen Betrag ihre Einkaufstasche mit Lebensmitteln füllen können. Die Tafel am Kirmesplatz ist Treffpunkt für ein Schwätzchen im Tafelcafé oder für ein Beratungsgespräch mit Diplom-Sozialarbeiterin Alexandra Perl.

436 Tafelkunden

Dass die Tafel heute noch genauso erforderlich wie vor zehn Jahren ist, das macht allein schon die Zahl an Kunden deutlich. 436 Tafelkunden sind aktuell verzeichnet – 228 Erwachsene und 208 Kinder. „Das ist im Moment der höchste Stand, den wir je hatten“, erklärt Diplom-Sozialarbeiterin Alexandra Perl vom SKF. „Ein Abbild der Gesellschaft und der Armutsgesellschaft.“ Dass die Tafeln in Deutschland mittelfristig überflüssig werden, davon geht Mathilde Fischer nicht aus. „Dann wären auch die Kleiderkammern überflüssig. Dass der Staat so viel Geld gibt, dass es für alle auskömmlich ist, daran glaube ich nicht.“

Hartz IV bedeute nicht Armut, hatte Gesundheitsminister Jens Spahn aus Ahaus kürzlich geäußert. Im Gegenzug gab es eine Online-Petition, in der Jens Spahn aufgefordert wurde, einen Monat lang von Hartz IV zu leben (Münsterland Zeitung berichtete). Am Wochenende erklärte Jens Spahn, darauf zu verzichten. Viele Bürger könnten es als „Farce“ empfinden, wenn er als Minister versuche, mit ganz schmalem Geldbeutel auszukommen.

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