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Nach Überfall in Alstätte suchen Polizeitaucher nach Spuren

Abgetaucht im Schweinesee

AHAUS. Vier Grad Celsius, trübes Wasser, schlammiger Untergrund. Es gibt an einem Montagmorgen im März sicher angenehmere Arbeitsplätze. Zwei Jahre nach einem Raubüberfall in Alstätte gibt es neue Hinweise auf mögliche Beweismittel. Danach fischte die Polizei jetzt im Trüben.

Abgetaucht im Schweinesee

Taucher Michael Scholz entsteigt den Fluten. Foto: Stefan Grothues

Und im Kalten. Doch Michael Scholz, der gerade aus dem Schweinesee in der Ork aufgetaucht ist, winkt ab. „Halb so wild“, sagt der Polizeitaucher aus Bochum. Ihm ist das Lachen nicht vergangen. „Wir tragen ja einen Trockenanzug und eine Vollmaske.“ Nur die behandschuhten Hände werden nass. Sie sind heute das wichtigste Sinnesorgan des Tauchers.

Polizeitauchgruppe aus Bochum

Das Borkener Kriminalkommissariat 11 hat die Tauchgruppe der Polizei Bochum – eine von drei Polizeitauchgruppen in NRW – angefordert, um mögliche Spuren eines Verbrechens zu sichern: Am 23. Januar 2016 haben zwei maskierte und bewaffnete Räuber in Alstätte einen 45-jährigen Mann überfallen, der mit einer Geldkassette auf dem Weg von einer Tankstelle zum K+K-Markt war.

Abgetaucht im Schweinesee

Mit Leinenunterstützung von Land haben am Montagmorgen Polizeitaucher aus Bochum die ufernahen Bereiche des Schweinesees durchsucht. Foto: Stefan Grothues

Jetzt, zwei Jahre später, gehen die Fahnder neuen Hinweisen nach, wonach die Täter möglicherweise Beweismaterial im Schweinesee versenkt haben. Danach suchen jetzt Michael Scholz und drei weitere Taucher mit Unterstützung ihrer Trocken-Kollegen vom Tauchzug Bochum die ufernahen Bereiche des Regenrückhaltebeckens, das alle Ahauser nur als „Schweinesee“ kennen, systematisch ab – bis zu 20 Meter vom Ufer in den See hinein.

Durch den Schlamm tasten

„Das ist in etwa die Wurf-Entfernung“, sagt Michael Scholz. Wonach genau sie suchen ist unklar. Noch unklarer aber ist das Wasser. „Man sieht nichts. Erst recht nicht, wenn der Modder aufgewirbelt wird“, sagt Michael Scholz. Und das ist fast unvermeidlich. „Das Wasser ist nur selten tiefer als einen Meter. Das macht das Gleiten unter Wasser schwer. Es gibt zu oft Bodenkontakt.“ So tasten sich die Taucher blind mit den Händen durch den Schlamm – und werden fündig: eine leere Bierflasche, ein Angelhaken, ein Ziegelstein. Fehlanzeige. Diese Fundstücke werden nicht einmal kriminaltechnisch untersucht werden.

Fundstücke werden genauer untersucht

Aber: Auch ein Schuh wird aus dem See geborgen. Das muss nichts bedeuten. Aber wie einige weitere Gegenstände, die die Polizei nicht näher benennt, ist der Schuh interessant genug, dass die Experten der Kriminalpolizei in Borken ihn noch genauer untersuchen würden, erklärt der Einsatzleiter vom K11.

Mittags, nach zweistündiger Suche ist Schluss. Die Leinen, an denen Taucher geführt wurden, werden wieder eingeholt. Der Tauchzug rückt ab. Still ruht der Schweinesee, der sich seine Geheimnisse nicht einfach entreißen lässt.

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