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Ahauser haken beim Parkraumkonzept kritisch nach

Beim Parken gehen die Meinungen auseinander

Ahaus Das Fachbüro Planersocietät stellte in der Stadthalle den Entwurf des Parkraumkonzepts vor. Es gab etliche kritische Nachfragen aus der Bürgerschaft.

Beim Parken gehen die Meinungen auseinander

Jan Disfeld (l.) und Thomas Mattner vom Fachbüro Planersocietät Dortmund stellten in der Stadthalle den Entwurf des Parkraumkonzepts vor. Foto: MEISEL-KEMPER

Ahaus braucht ein effektiveres Parkleitsystem und eine neue Parkraumgestaltung, vor allem im Bereich der Wallstraße. Doch wie genau das Ganze aussehen soll, darüber gingen am Dienstagabend im Foyer der Stadthalle die Meinungen auseinander. Die Stadt hatte das Fachbüro Planersocietät aus Dortmund beauftragt, ein neues Parkraumkonzept zu entwickeln. Thomas Mattner und Jan Disfeld vom Planungsbüro stellten das Konzept rund 40 Interessierten vor.

Die Stadt Ahaus hatte in der Ankündigung das Konzept als „Entwurf“ eingestuft, womit sie richtig lag, wie die Diskussion zeigte. Von den Bürgern wurde bei der Präsentation längst nicht alles abgenickt. In den Augen der Bevölkerung gab es Widersprüche und Fehleinschätzungen. Auch „Leerstellen“ im Entwurf wurden moniert, Alternativen oder Möglichkeiten in Sachen Parken seien von den Planern gar nicht einbezogen worden.

Bestandsaufnahme

Der Entwurf des Parkraumkonzeptes basiert auf einer Bestandsaufnahme der Parkraumnutzung im Oktober 2017. Dabei hatten sich Thomas Mattner und Jan Disfeld auf bestimmte Zeiten der Untersuchung festgelegt. Die Ergebnisse: Am Dienstagvormittag zwischen 10 und 11 Uhr stellten sie mit 65 Prozent Auslastung der insgesamt 2000 innerstädtischen Parkplätze die größte Nutzung des Parkraums fest. Ein Wert, der weder am Mittwochvormittag – zu Marktzeiten – noch am Freitagnachmittag festgestellt werden konnte.

750 der 2000 verfügbaren Parkplätze liegen im Radius von 300 Metern um die Innenstadt. Am meisten drängeln sich die Parkplatzsuchenden an der Wallstraße, während die Tiefgaragen kaum ausgelastet sind. Das wollen die Planer mit einem Eingriff in die Parktarife ändern. Allgemein sollten die vergleichsweise niedrigen Parkgebühren angehoben werden. In den Tiefgaragen soll das Parken mit 70 Cent pro Stunde allerdings preiswerter angeboten werden als im öffentlichen Raum mit 1,20 Euro. Unangetastet bleiben die vorhandenen 900 kostenlosen Stellplätze. Doch nicht nur die Tarifstruktur müsste geändert werden, erläuterten die Planer. Auch die Aufwertung des Parkraums spielt eine Rolle. Dadurch könnten allerdings rund 100 Parkplätze wegfallen Im Fokus steht dabei die Wallstraße.

Parksuchverkehr sorgt für Ärger

Nicht nur bei diesem Punkt mussten Walter Fleige, Fachbereichsleiter Stadtplanung, und die beiden Vertreter des Planungsbüros auf kritische Nachfragen aus dem Publikum antworten. Vor allem der Parksuchverkehr am „medizinischen Ballungszentrum“ rund um die Augenklinik sorgte für heftige Diskussionen.

Mathias Gerl als Leiter der Augenklinik deutete sogar an, dass er den Standort nicht halten könne, sollte sich an der Parksituation nichts ändern. „Wenn es bei diesem Angebot bleibt, fühle ich mich von der Stadt ziemlich verlassen“, so Gerl. Die mögliche Öffnung des Parkplatzes der Rathausmitarbeiter für die Öffentlichkeit wurde mehrfach vorgeschlagen, von Walter Fleige allerdings zurückgewiesen. Der Vertreter der Stadtverwaltung hatte für das Problem an diesem Abend keinen Lösungsansatz parat. Walter Fleige: „Es geht heute um die generelle Richtung. Die Innenstadt ist nicht nur die Fußgängerzone. Wir müssen die Attraktivität der Innenstadt steigern.“

Kritisiert wurde auch, dass der Samstagvormittag nicht in den Erhebungszeitraum mit einbezogen worden sei. Schließlich sei dann am meisten Kundenverkehr in der Stadt. Ein weiterer Vorschlag aus dem Publikum: die Abschaffung der Brötchentaste und dafür ein kostenloses Parkangebot in den Tiefgaragen. „Nicht alle Fragen konnten zufriedenstellend beantwortet werden. Wenn wir die Menschen in unserer Stadt haben wollen, müssen wir auch etwas dafür tun“, gab Bürgermeisterin Karola Voß am Ende den Besuchern mit auf den Weg.

Das Parkraumkonzept kann bis zum 6. Juni im Internet eingesehen werden.

Über ein Online-Beteiligungsformular auf der Homepage der Stadt können Anregungen und Bedenken mitgeteilt werden. www.ahaus.de

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