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Castor-Transport von Jülich nach Ahaus ab 2019?

Bundesregierung dementiert Einigung über Atommüll-Transport nach Ahaus

Ahaus Medienberichte, dass es eine Einigung über den Transport von 152 Castor-Behältern von Jülich nach Ahaus gegeben habe, hat die Bundesregierung dementiert: „Es wurden bislang keine abschließenden Festlegungen getroffen“, hieß es am Samstag dazu vom Bundesministerium für nukleare Sicherheit. Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ hat bei ihrer Kundgebung am Sonntag nochmals deutlich gemacht, dass sie die Errichtung eines erdbebensicheren Zwischenlagers in Jülich fordert.

Bundesregierung dementiert Einigung über Atommüll-Transport nach Ahaus

Rund 120 Teilnehmer nahmen an der Kundgebung der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ teil. Anlass war der 20. Jahrestag des ersten Castor-Transportes von Atommüll aus kommerziellen Atomkraftwerken nach Ahaus.

Die „Aachener Zeitung“, die in Jülich erscheint, hatte nach eigenen Angaben Informationen darüber, dass sich eine Kommission aus Bundes- und Landesministerien darauf geeinigt habe, dass die 152 Castorbehälter ab 2019 vom Zwischenlager Jülich ins rund 180 Kilometer entfernte Ahaus transportiert werden sollen.

Transport auf speziellen Lkw

Es gebe allerdings große Bedenken gegen diesen Plan, so die Aachener Zeitung am Samstag weiter. Die Behälter sollten einzeln auf speziellen Lkw ins Zwischenlager nach Ahaus gebracht werden, Ende 2020 sollten alle Castoren in Ahaus eingelagert sein.

Die Sicherheitsbehörden hätten erhebliche Zweifel, ob es realistisch ist, 152 Einzeltransporte bis 2020 abzufertigen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW halte das Vorhaben mit dem derzeitigen Personalstamm nicht für machbar. Vor allem weil sie mit erheblichem Widerstand gegen die Transporte rechne. Zudem sei auch noch nicht abschließend geklärt, ob ein Transport mit Lkw über öffentliche Straßen alle Sicherheitsauflagen erfüllen kann.

„Realistischste Variante“

Wie mehrfach berichtet, gibt es zwei weitere Optionen für den Atommüll aus dem 1988 stillgelegten Hochtemperaturreaktor Jülich: den Transport der Brennelemente in die USA oder den Neubau eines Zwischenlagers in Jülich. Doch nach Informationen der Aachener Zeitung werde der Ahaus-Transport als realistischste Variante eingestuft.

Am Samstag reagierte die Bundesregierung auf den Bericht: Über eine mögliche Zwischenlagerung von Atommüll in Ahaus im Münsterland sei noch keine Entscheidung gefallen.

Bundesregierung dementiert Einigung über Atommüll-Transport nach Ahaus

Im Forschungs-Zentrum Jülich lagern Castorenbehälter (Foto vom 11.01.2011). Für den Atommüll aus dem früheren Forschungsreaktor Jülich gibt es drei Optionen - eine davon ist der Transport ins Brennelement-Zwischenlager Ahaus. Foto: picture alliance / Andreas Ender

Bei der Kundgebung in Ahaus am Sonntag war nicht nur der 20. Jahrestag des ersten Castor-Transportes von Atommüll aus kommerziellen Atomkraftwerken nach Ahaus Thema, sondern natürlich auch die aktuellen Medienberichte. Während ihr Ministerium die Meldung über die Einigung über den Transport des Atommülls von Jülich nach Ahaus am Samstag dementierte, habe eine Twitter-Nachricht der Bundesumweltministerin Svenja Schulze von Samstag diese Meldung indirekt bestätigt, so die BI am Sonntag.

Keine „verantwortliche Wissenschaft“

Die BI fordert gemeinsam mit allen Umweltverbänden und Bürgerinitiativen gegen Atomanlagen, dass in Jülich selbst ein erdbebensicheres Zwischenlager errichtet werden soll. Dies sei schon allein deshalb geboten, weil die Brennelemente aus Jülich nicht endlagerfähig sind, sondern vorher konditioniert werden müssen. Dies könne aber in Ahaus nicht geschehen und sei Aufgabe der Wissenschaftler in Jülich, die schließlich diesen Müll produziert haben und sich ihrer Verantwortung nicht entziehen dürften. „Das ist jedenfalls unsere Vorstellung von verantwortlicher Wissenschaft“, so Hartmut Liebermann von der BI.

In Jülich lagern 152 Castor-Behälter mit knapp 300.000 hochradioaktiven Brennelementekugeln. Im Brennelemente-Zwischenlager Ahaus könnten die Brennelemente nicht endgültig bleiben: Die Lagergenehmigung endet 2036.

Die Stadt Ahaus hat, wie mehrfach berichtet, Klage beim Oberverwaltungsgericht Münster eingelegt.

Atomkraftgegner und Umweltverbände fordern, dass für den Atommüll ein neues Lager in Jülich errichtet wird. Das Zwischenlager in Ahaus sei nicht gegen Flugzeugabstürze und Terrorangriffe gesichert.

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