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Ein Bad im Erfolg

Ahaus 80. Geburtstag und 60 Jahre Großhandel: Dr. Dieter Pietsch, eine der prägenden Unternehmerpersönlichkeiten der Stadt Ahaus, hat in diesen Tagen zweifachen Grund, auf ein beeindruckendes Lebenswerk zurückzublicken.

Aus dem Ein-Mann-Betrieb, den sein Vater Kurt Pietsch 1947 in Legden gründete, ist dank unternehmerischer Tatkraft ein Großhandelsunternehmen für Sanitär und Heizung gewachsen, das heute über 800 Mitarbeiter an 42 Standorten beschäftigt - davon rund 300 in Ahaus.

Ob er sich an seinen 20. Geburtstag im Jahr der Unternehmensgründung erinnert? Dieter Pietsch überlegt kurz: "Damals wohnten wir mit der ganzen Familie in einer Zweizimmerwohnung bei Rektor Ewersmann in Legden. Und abends haben wir ein wenig in der Gaststätte Homeier gefeiert - da stand ein elektrisches Klavier." Doch 1947 war weniger ein Jahr des Feierns denn des Anpackens. Die aus Breslau stammende Familie Pietsch war durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs ohne jede Habe nach Legden verschlagen worden.

Start bei Null

Kurt Pietsch (kleines Foto), der in Breslau eine Armaturenfabrik und einen Großhandel betrieben hatte, fing im Münsterland noch einmal bei Null an und spannte Sohn Dieter mit ein. "Ich weiß noch wie die erste Lieferung Badewannen mit dem Zug am Bahnhof in Legden eintraf. Weil wir nicht einmal ein Pferd hatten, mussten wir unser Fuhrwerk selber ziehen und schieben."

Umzug nach Ahaus

Noch im Gründungsjahr wurde der Firmensitz nach Ahaus verlegt, wo das Unternehmen in der angemieteten alten Viehversteigerungshalle ein erstes Warenlager errichtete. Die ersten Auslieferungen wurden ab 1948 mit einem ausgemusterten LKW der englischen Armee vorgenommen.

Nach seiner Lehre als Kaufmannsgehilfe absolvierte Dieter Pietsch ein Wirtschaftsstudium in Münster. Hatte er andere Berufsträume, als den ja noch immer kleinen elterlichen Betrieb zu übernehmen? "Nein, nie!", sagt Dieter Pietsch bestimmt. Aber Träume hatte er schon. In Münster gab es einige Sani-tärgroßhändler. "Ob wir jemals eine solch große Firma haben werden?", habe er sich damals gefragt. Die Vorbilder von einst sind längst überflügelt, nicht zuletzt weil Dieter Pietsch schon während seines Studiums einen Kundenkreis in und um Münster aufbaute und so die Voraussetzung für das Wachstum der Firma schuf.

Expansionskurs

Mit dem Eintritt von Sohn Dr. Michael Pietsch Mitte der 90er Jahre wurde der Expansionskurs fortgeführt. "Die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort", so beschreiben Vater und Sohn die Unternehmensdevise. Und das Unternehmen, das bereits zu den Top Ten in Deutschland zählt, will noch weiter wachsen - übrigens mit Dieter Pietsch: Der 80-Jährige ist noch tagtäglich in der Firma anzutreffen. gro

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