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Siegerhengst gestellt

Ein unvergessliches Zuchtjahr

Ahaus Josef und Karl-Heinz Rudde haben als Zuchtgemeinschaft den Siegerhengst im Springen bei der Westfälischen Reitpferdekörung 2017 gestellt. Und das ist nicht der einzige aufsehenerregende Erfolg.

Ein unvergessliches Zuchtjahr

Die beiden Züchter mit ihren besonderen Stuten: „My Lady“ (l.), Mutter des preisgekrönten Siegerhengstes im Springen, mit Josef Rudde, Karl-Heinz Rudde und „Selina“, Mutter des in Hannover ausgezeichneten Staatsprämienhengstes (Dressur).Susanne Menzel Foto: Susanne Menzel

Für die einen ist es vielleicht ein Lottogewinn, für die Ruddes aus Wessum ist es eine ganz besondere Auszeichnung, die das Jahr 2017 für sie zu einem unvergesslichen machen. Die Zuchtgemeinschaft der Gebrüder Josef und Karl-Heinz hat bei der Westfälischen Reitpferdekörung den Siegerhengst in der Disziplin „Springen“ gestellt.

„So etwas passiert vielleicht einmal im Leben“, sagt der 62-jährige Wessumer Josef Rudde, der mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Karl-Heinz seit 20 Jahren Pferde züchtet, „bisher aber nie so einen bedeutenden Erfolg aufweisen konnte. Ich weiß gar nicht, ob im Kreis Borken überhaupt schon mal jemand diese Auszeichnung erhalten hat.“

Dabei haben die Brüder nicht viel von der Verkaufssumme gesehen: Aufgezogen bei Ansgar Westrup in Havixbeck, wechselte der zweijährige Cornet Obolensky/Montender-Sohn für sage und schreibe 155000 Euro den Besitzer. Beheimatet sein wird er zukünftig auf dem Gestüt Ligges in Ascheberg-Herbern.

Mit drei Boxen angefangen
„Ursprünglich wollten wir 1997 vor allem Tiere für meine Tochter züchten, die sich damals noch dem Reitsport als Hobby verschrieben hatte“, erinnert sich Josef Rudde. Drei Boxen standen in den Anfängen in einer Schoppe dafür zur Verfügung. Heute hat sich daraus ein eindrucksvoller Stall mit sechs Zuchtstuten (und momentan neun Jungpferden) für Springen und Dressur entwickelt. Und die beiden Brüder „betreiben ihr Hobby mit viel Engagement Leidenschaft.“

Selbst auf dem Pferd sitzen heute weder Vater und Onkel, noch die Tochter. „Wir konzentrieren uns nur noch auf die Zucht“, sind sich die Wessumer einig.

„i-Tüpfelchen“

Schon Mitte des Jahres hatten sich die beiden Tierfreunde über die Auszeichnung eines weiteren Tieres aus ihrem Stall als „Staatsprämienhengst“ in der Dressur in Hannover gefreut. Der Springhengst kam jetzt sozusagen als das „i-Tüpfelchen“ hinzu.

Für die Wessumer auch eine klare Bestätigung, „auf diesem Weg weiter zu machen“. Obwohl der Pferdemarkt, so bedauern sie, „inzwischen ganz schön nachgelassen hat. Die Preise sind eingebrochen, man muss wirklich genau schauen und prüfen, wenn man sich ein gutes Pferd kaufen möchte.“

Pferdepartnersuche
Gleiches gelte auch für die Zucht. „Im Frühjahr sind wir jedes Wochenende unterwegs, um uns geeignete Väter ansehen, die auch genetisch zu unseren Stuten passen“, erklärt Josef Rudde.

Ist dann der richtige Pferdepartner gefunden, wird mit dessen Besitzer verhandelt. Ist man sich einig geworden, wird der Samen des Tieres per Kurier nach Wessum gebracht, ein Tierarzt erledigt dann zwei Stunden später alles weitere. „Einen Natursprung gibt es heute kaum mehr“, sagen die Ruddes.

Nach der Besamung heißt es elf Monate warten, bis die Zuchtstute das Fohlen zur Welt bringt. „Das passiert bei uns meistens nachts“, sagt Josef Rudde und lacht. „Ich weiß gar nicht genau, wann das letzte Mal bei Tag ein Fohlen hier zur Welt gekommen ist.“

Beziehung zum Tier

Sechs Monate bleiben die Kleinen bei der Mutter, bevor sie abgesetzt werden. „Natürlich baut man in der Zeit eine Beziehung zu dem Tier auf“, versichern die Züchter. Sofern sie nicht schon als Fohlen verkauft werden, lassen die Gebrüder die Pferde dreijährig einreiten. Je nach Eignung für die Dressur oder das Springen. „Aus der gleichen Zucht, aus der auch unser Siegerhengst jetzt stammt, wurde ein Fohlen nach Bayern verkauft“, freuen sich die Züchter. Die neue Besitzerin berichte ihnen regelmäßig, wie sich ihr Schützling entwickle. „Gerade hier im deutschen Raum versuchen wir, regelmäßigen Kontakt zu den Besitzern zu halten. Im Ausland reißt die Verbindung oft schnell ab“, bedauert Josef Rudde.

Neues spannendes Jahr
Als Zuchtgemeinschaft hoffen er und sein Bruder nun, „dass sich die Prämierung auf unsere weiteren Fohlen positiv auswirken wird.“ Hengst-Mutter „My Lady“ jedenfalls ist bereits wieder trächtig. „Aber an einen zweiten Erfolg dieser Art glauben wir aber nicht“, üben sich Josef und Karl-Heinz Rudde in Zurückhaltung: „Ende 2018 wissen wir aber mehr.“

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