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Amprion-Stromtrasse

Eingriff in die Landschaft

Ahaus Für die geplante Stromtrasse A-Nord müssen Erdkabel verlegt werden. Mit welcher Entschädigung von Amprion können Flächenbesitzer rechnen?

Eingriff in die Landschaft

Das Foto zeigt die Amprion Baustelle in Raesfeld Nordrhein-Westfalen) am 23.09.2014, auf der Erdkabel verlegt werden. Foto: picture alliance / dpa

Er müsse kein Prophet sein, um zu wissen, worum es den Lokalpolitikern gehe. Amprion-Sprecher Jonas Knoop sollte Recht behalten. Die drängendsten Fragen kreisten am Donnerstag um die Entschädigungen für Landwirte. Jonas Knoop und Projektleiter Klaus Wewering stellten den gemeinsam tagenden Ausschüssen für Wirtschaft und Landwirtschaft den geplanten Streckenverlauf der Erdkabeltrasse A-Nord vor. Die auch über Ahauser Gebiet führende Stromleitung soll Windstrom aus dem Norden Niedersachsens nach Nordrhein-Westfalen bringen. Im Kreis Borken würde das Erdkabel auf einer Länge von etwa 80 Kilometern verlegt. Insgesamt ist die Trasse 300 Kilometer lang, im Jahr 2025 soll sie in Betrieb gehen.

„Bodenschonend“

Die sogenannte Baubedarfsfläche für die Verlegung des Kabels ist 35 Meter breit. Die Kabel liegen in gut zwei Meter Tiefe. „Wir arbeiten in bodenschonender Bauweise“, erklärte Jonas Knoop. „Die Schicht, die ganz unten liegt, kommt auch wieder nach ganz unten.“ Um das Erdreich zu schonen, würden auf den Baustraßen Baggermatten ausgelegt. Nicht zuletzt aufgrund des Gewichtes der Kabeltrommeln. „1000 Meter Kabel wiegen 50 Tonnen.“

Im Münsterland gehe es vor allem darum, ob das Erdkabel rechts oder links an der Siedlung vorbeigehe, sagte Klaus Wewering. Dabei wird für die Trasse vor allem auf landwirtschaftlichen Flächen gearbeitet. „Für die Eigentümer gibt es eine einmalige Entschädigung“, berichtete der Projektleiter. Der Geldbetrag entspreche 20 bis 30 Prozent des Boden-Richtwertes. Den Bewirtschaftern der Flächen ersetzt Amprion Ernteausfälle. Über der Stromtrasse darf nach dem Leitungsbau wieder geackert werden, „aber es wäre mutig zu behaupten, dass es auf 300 Kilometer Länge keine Probleme mit der Erde geben wird“. Amprion entschädige gegebenenfalls auch in 15 Jahren noch. Sollte sich ein Landwirt mit Amprion beispielsweise über die Ertragslage beim Mais nicht einigen können, werde auf Kosten von Amprion ein Gutachter bestellt. Klaus Wewering: „Oft ist es so, dass man sich auf 30 Prozent einigt, bevor der Gutachter die Entschädigung auf 25 Prozent festsetzt.“

Sollten Reparaturen anstehen, betrete Amprion nach Rücksprache das Feld. „Finanziell entschädigt wird meist der Bewirtschafter, nicht der Eigentümer. An der Tatsache, dass das Kabel in der Erde liegt, ändert sich ja nichts.“ Kein Landwirt dürfe als Benachteiligter aus dem Vorhaben herausgehen, erklärte der Projektleiter. „Das wird ja nicht das letzte Erdkabel sein, das wir verlegen. Wir wollen die Landwirte nicht gegen uns aufbringen.“ Die im Kreis Borken notwendige Ausgleichsfläche berechnete Klaus Wewering mit „unterhalb von einem Hektar je Kilometer Leitungstrasse“. Anliegen des Energieversorgers sei, den Entzug landwirtschaftlicher Flächen zu vermeiden. Klaus Wewering: „Auch ich möchte mittags noch was zu Essen auf dem Tisch haben.“ Amprion berücksichtige zudem kommunale Belange. „Wir wollen ja nicht möglichst dicht an Ahaus vorbei, damit sich die Stadt nicht entwickeln kann.“

Hubschrauber im Einsatz

Beide Ausschüsse verzichteten darauf, eine eigene Resolution gegen die Schaffung von Ausgleichsflächen zu verabschieden. Dafür schlossen sich die Lokalpolitiker einem Positionspapier des Kreises an, in dem unter anderem flexible Ausgleichsverpflichtungen und angemessene Entschädigungen gefordert werden. Amprion wird ab Samstag, 10. März, Luftbilder und ein 3-D-Höhenmodell der in Frage kommenden Trassenführung fertigen lassen. Für die Korridore in NRW sind mindestens 13 Flugtage vorgesehen. Nach und nach fliegt ein Hubschrauber in einer Höhe von 350 Metern bis zu 50 Kilometer lange Abschnitte vier Mal ab.

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