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Staatsanwalt und Angeklagter ziehen Berufung zurück

Flucht nach Schlägerei endete mit Unfall

Ahaus/Münster Vor dem Landgericht wurde die Geschichte um die Flucht eines 24-jährigen Ahausers nach einer Massenschlägerei noch einmal aufgerollt. Angeklagter wie Staatsanwalt hatten die Berufung gewollt. Am Ende sah das anders aus.

Flucht nach Schlägerei endete mit Unfall

Das Amtsgericht hatte im Oktober einen 24-Jährigen aus Ahaus wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu 60 Tagessätzen á 60 Euro und Führerscheinentzug bis August verurteilt. Der Angeklagte bestand aber auf Freispruch und ging in Berufung. Das tat auch die Staatsanwaltschaft, die die Strafe als zu niedrig ansah. Der Fall wurde am Dienstag am Landgericht in Münster erneut verhandelt.

Für das Amtsgericht hatte sich von dem Vorfall ein klares Bild ergeben: Der 24-Jährige war bei einer Schlägerei von 20 bis 30 Personen auf einem Parkdeck am Domhof zugegen. Bekannte hätten ihn hinzu gerufen, erklärte der Angeklagte am Landgericht. Im Auto hatte der Mann einen Teleskopschlagstock, einen sogenannten Totschläger.

Massenprügelei

Der 24-Jährige nahm zwei Bekannte, die bei der Massenprügelei verletzt worden waren, in seinem extra laut getunten Mercedes auf und fuhr zügig aus dem Parkhaus. Ein Sicherheitsmitarbeiter stellte sich in den Weg und sprang zur Seite, um nicht angefahren zu werden. „Mit qualmenden und quietschenden Reifen“ habe das Auto das Parkhaus verlassen, zitierte die Richterin den Zeugen aus dem Verhandlungsprotokoll.

Der Angeklagte stellte die Fahrt anders dar: Er habe keinen Sicherheitsmitarbeiter gesehen. „Da war niemand.“ An der Bahnhofstraße überfuhr der 24-Jährige eine rote Ampel, sodass eine Fußgängerin, die „Grün“ hatte, auf den Gehweg zurücklaufen musste. Bei Gericht zweifelte der 24-Jährige an, dass er selbst „Rot“ gehabt haben müsse. Das solle überprüft werden.

Auto gerammt

Auf der Wessumer Straße nahm eine Polizeistreife die Verfolgung des Mercedes auf. Am Hessenweg schließlich, in den der 24-Jährige mit unverhältnismäßig hohem Tempo eingebogen war, rammte er einen SUV. Dessen Fahrer erlitt ein Schleudertrauma, das ihn für zwei Wochen arbeitsunfähig machte.

Und das war nicht das Ende der Tour: Nach dem Crash machten sich seine Mitfahrer aus dem Staub, der 24-Jährige warf den „Totschläger“ weg, damit ihn die Polizei nicht findet. Trotzdem sagte der 24-Jährige, er sei nicht „auf der Flucht vor der Polizei“ und auch nicht mit hohem Tempo unterwegs gewesen.

Mit Gutachten gedroht

Der Staatsanwalt kündigte daraufhin an, „alle Karten für Steuerungsgeräte im Wagen auslesen“ und ein Gutachten anfertigen zu lassen, das zeige, „welche Kräfte“ die Schäden verursacht haben. Der Angeklagte zog seine Berufung auf Anraten seines Anwalts zurück. Auch die Staatsanwaltschaft tat dies wegen der hohen Kosten, die ein Fortgang des Prozesses bedeutet hätte. Damit ist das Urteil des Amtsgerichts Ahaus rechtskräftig.

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