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Nachgefragt:

Fluglinien-Pleiten schrecken Urlauber nicht

Ahaus Trotz der Insolvenzen der Fluglinien Air Berlin und Niki ist die Reiselust ungebrochen. Reisebüro-Kunden zeigen seitdem sogar ganz neue Seiten.

Fluglinien-Pleiten schrecken Urlauber nicht

Marlies Rings, Mitarbeiterin im Reisebüro Weilke. Foto: FOTO: Christian Boedding

Urlaub gebucht, alles schon bezahlt – und mit Schrecken festgestellt, dass die insolvente Airline Niki einen zum Reiseziel hätte fliegen sollen. Seit der Bekanntgabe der Insolvenz der Fluglinie hat der ein oder andere sicher noch mal einen genauen Blick auf seine Reiseunterlagen geworfen. Wir haben uns am Donnerstag bei einigen Ahauser Reisebüros umgehört, welche Auswirkungen die Niki-Pleite hatte – und hat.

Mit Wirkung zum 14. Dezember stellte die Niki Luftfahrt GmbH ihren Flugverkehr ein. „Wir haben uns an dem Tag alle Buchungen angeschaut. Das war Tagesaufgabe“, berichtet Stefanie Schwanitz, Inhaberin des Reisebüros Brinkman an der Bahnhofstraße. Eine Arbeit, die das Reisebüro unter Service für den Kunden verbuchte.

Vertragspartner
Denn: Bei Pauschalreisen ist nicht das Reisebüro, sondern der Reiseveranstalter für die Beförderung der Passagiere zuständig. Er ist Vertragspartner und muss die Kunden auf eine andere Airline umbuchen. „Aber das kann man keinem zumuten, darauf zu warten, dass sich der Veranstalter meldet. Bis die jeden einzelnen Vorgang mit Niki-Beteiligung rausgezogen haben, das dauert.“ Zudem würden die Reiseveranstalter nach Kurzfristigkeit gehen. „Sie schauen auf die aktuelle Situation. Für die Reiseveranstalter ist der Januar weit weg, der Sommer sowieso.“

Im Reisebüro Weilke an der Marktstraße berichtet Mitarbeiterin Marlies Rings, dass die Kunden schon nach der Air-Berlin-Pleite sensibler geworden seien, was die Fluggesellschaften angehe. Mancher frage, ob man der Airline vertrauen könne, mit der man in den Urlaub fliege. Geäußert werde auch, dass man angesichts der Unsicherheiten mit Blick auf Air Berlin und Niki von einer Urlaubsbuchung im Internet Abstand genommen habe. „Das Internet kann einen persönlichen Ansprechpartner nun mal nicht ersetzen.“

Umbuchungen vorgenommen

Das Reisebüro Weilke kümmerte sich nach der Niki-Insolvenz ebenfalls sofort um seine Kunden. Marlies Rings: „Wer ist betroffen? Können wir Alternativen anbieten?“ Umbuchungen wurden vorgenommen und Kunden, die gerade Urlaub in Ägypten machten, per Handy informiert. „Wir wollten wissen, ob sich die Reiseleitung schon gemeldet hatte.“ Denn der Reiseveranstalter muss den Kunden im Urlaubsland auf eine andere Airline umbuchen. Vier Kunden seien kurzfristig von der Niki-Insolvenz betroffen gewesen.

Im Reisebüro Rickert an der Coesfelder Straße waren ebenfalls nur in geringem Maße Kunden betroffen, die man direkt informierte. Inhaberin Waltraud Rickert: „Nach der Air-Berlin-Pleite haben wir Niki-Flüge vorsorglich nicht mehr gebucht. Es war ja absehbar, dass die hinterherziehen.“ Trotz der Umbuchungen seien die Kunden gegenüber früher gelassener geworden, hat Waltraud Rickert festgestellt. Früher sei bei einer Umbuchung oftmals die Welt zusammengebrochen.

Weihnachtszeit, Reisezeit
Trotz aller Turbulenzen um die Fluggesellschaften – die Reiselust der Menschen ist ungebrochen. Dabei gilt: Weihnachtszeit ist Reisezeit. „Die teuerste Reisezeit im ganzen Jahr“, sagt Stefanie Schwanitz. Warum? „Fragen Sie die Hoteliers und die Veranstalter“, antwortet sie auf diese Frage. Eine Erklärung: „Die Ferienzeiten sind unterschiedlich, aber die Weihnachtsfeiertage sind weltweit gleich.“ Über Weihnachten und Neujahr stehe halt nur eine begrenzte Zeit für den Urlaub zur Verfügung. „Die Termine stehen fest.“

Wohin es die Ahauser über die Feiertage zieht, darüber berichtet Marlies Rings: „Die eine Hälfte möchte in die Sonne, die andere Hälfte in den Schnee.“ Als gefragteste Reiseziele zwischen den Jahren nennt Marlies Rings die Kanaren, Ägypten und die Kapverden. „Österreich läuft immer“, ebenso ein Winterurlaub in Deutschland, gerne als Wellnesswoche über den Jahreswechsel. Im Reisebüro Rickert werden für einen Urlaub über die Feiertage neben Flugreisen vor allem Kreuzfahrten in der Karibik und Asien angefragt.

Warum die Kanaren in den Weihnachtsferien so beliebt sind, erklärt Stefanie Schwanitz: „Ein schnell greifbares Ziel, wenn sie in die Sonne wollen. Auf Mallorca kann das Wetter aktuell ja so sein wie bei uns.“

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