Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Gebiet soll getauscht werde

Südlohn/Burloe/Weseke Mit der Einführung des Geldes als gängiges Zahlungsmittel sind Tauschgeschäfte in der Regel überflüssig geworden. Zwischen Kommunen sind sie offensichtlich noch nicht ganz aus der Mode gekommen. Denn die Gemeinde Südlohn und die Stadt Borken denken über einen Flächentausch nach.

In den vergangenen Monaten haben die Kommunen bereits Gespräche geführt. "Ein uraltes Thema", wie Bürgermeister Georg Beckmann während der Ratssitzung am Mittwoch betonte. Seit 1995 sei die Stadt Borken bereits bestrebt, den Siedlungsbereich in Burlo auszuweiten, erläuterte Herbert Schlottbom vom Bürgermeisterbüro den Hintergrund. Im Jahr 2005 habe die Stadt einen Entwicklungsplan befürwortet mit dem Ziel, weitere Wohnbebauung im Norden des Ortsteils Burlo zu ermöglichen. Der Knackpunkt: Zu verwirklichen seien die Pläne nur, wenn eine Gebietsänderung im Bereich der Gemeinde Südlohn erfolgt.

Vorgespräche beendet

In Vorgesprächen haben die Kommunen ebenfalls die besondere Situation der Hedwigstraße thematisiert. Das Besondere: Die Grenze zwischen Borken-Burlo und Südlohn verläuft mitten durch die Straße, bei einem Grundstück sogar quer durch das Haus. Die Bewohner auf der rechten Seite lebten folglich in Borken, die auf der linken, nördlich gelegenen Straßenhälfte hingegen in Südlohn. Letztere sind "burlo-orientiert, zählen aber postalisch zu Südlohn", erläuterte Schlottbom die Folgen der kurios anmutenden Grenzsituation. Ebenfalls von der Gemeindegrenze "durchschnitten" werde das alte Klärwerk.

Falls die Grenzgemeinde auf die angesprochenen Bereiche verzichtet, soll sie im Gegenzug "interessante, zusätzliche Flächen" von der Stadt Borken erhalten, die in Richtung Weseke lägen. Bei diesem Tausch könnte Südlohn sogar noch an Größe zulegen: 838 503 Quadratmeter bekäme sie von der Stadt Borken, während 622 577 Quadratmeter ihres Gemeindegebiets an die Nachbarkommune gingen - ein Plus von fast 21 600 Quadratmetern. Allerdings "verliert" die Gemeinde an Einwohnern: 77 Südlohner müsste die Verwaltung an Borken "abgeben", "erhielte" aber im Gegenzug nur 15 Borkener. Die Stadt Borken habe nun grünes Licht gegeben, dass offizielle Gespräche beginnen könnten. Doch bis der Flächentausch Realität werde, seien noch viele Schritte nötig: Das Vorhaben wird der Bezirksregierung Münster mitgeteilt, betroffene Bürger würden informiert, Siedlungsverträge geschlossen. Bevor die Bürger die "Grenze wechseln", ist schließlich die Zustimmung beider Gemeinderäte und die Genehmigung der Bezirksregierung einzuholen. kh

Anzeige
Anzeige