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Konkreter Friedensdienst

Handfeste Hilfe in Ghana

Ottenstein Drei Monate waren Christoph Bockhold und Fabian Kemper für den Ottensteiner Ghana-Kreis vor Ort in Afrika und erlebten dort auch Schockierendes.

Handfeste Hilfe in Ghana

Vor Ort besichtigten die Ottensteiner auch den Zustand der Brunnen, die der Ghana-Kreis finanziert hat. fotos (2) privat

Land und Leute haben Christoph Bockhold (19) und Fabian Kemper (20) aus Ahaus drei Monate lang in Ghana beobachtet, erlebt und ihre ganz eigenen Schlüsse daraus gezogen. Sie waren nicht als Touristen dort, sondern um die Arbeit des Ghana-Kreises St. Georg in Ottenstein zu unterstützen, gefördert durch das NRW-Programm „Konkreter Friedensdienst“.

Große Gastfreundschaft

Als die beiden Abiturienten das Flughafengebäude in Accra, der Hauptstadt von Ghana verließen, und von Pater John Bosco Eledi abgeholt wurden, waren sie schockiert. „Zu Beginn der Reise habe ich mich in der Hauptstadt nicht sehr sicher gefühlt“, erinnert sich Christoph Bockhold. „Accra war laut, dreckig, voller Armut“, bestätigt Fabian Kemper. Die Freundlichkeit und die Gastfreundschaft, der sie immer wieder begegneten, half schnell darüber hinweg.

In Tamale machten sie einen Einführungskurs in Sitten und Gebräuche des Landes mit. Danach ging es an ihre eigentliche Wirkungsstätte in Bulenga-Chaggu, der Partnergemeinde von St. Georg in Ottenstein, im armen, bäuerlich geprägten Nordwesten Ghanas. Sie wohnten auf der Missionsstation, unterrichteten Sachkunde und Computergrundwissen in der nahen Schule der Missionsstation und besichtigten die Brunnen und Gebäude, die der Ghana-Kreis errichtet hatte.

Schläge im Schulalltag


„Der Schulalltag sieht deutlich anders aus als in Deutschland. 40 bis 50 Schüler sitzen in einer Klasse. Geschockt waren wir, dass der Einsatz von Schlägen durch die Lehrer zum Schulalltag gehört. Nach drei Wochen hatten wir einigermaßen Disziplin in unseren Klassen ganz ohne Schläge“, schildert Fabian Kemper.

Und noch etwas anderes hat die beiden geschockt: Tische und Stühle lagen beschädigt in der Ecke. Die Ahauser besorgten Hammer und Nägel und begannen mit der Reparatur. Eine Art Reparatur-Workshop mit den Schülern kam jedoch nicht zustande.

Zahlreiche Partnerschaftsmeetings, Gottesdienste und Besuche bei den Häuptlingen der Nachbardörfer brachten sie mit den Menschen der Umgebung in engsten Kontakt. Sie spielten mit Lehrern und Schülern Fußball. Besonders bewunderten sie den Einsatz von Pater John Bosco Eledi, der sich selbstlos für seine Mitmenschen einsetzte.

Trommeln und Hirsebier

Überall schlug ihnen Gastfreundschaft und Freundlichkeit entgegen. Bevor sie in den letzten 14 Tagen vor ihrem Rückflug den Süden bereisten, wurden sie mit einem Fest mit Trommeln, dem landesüblichen Hirsebier Pito und den traditionellen Smocks (handgewebte Oberteile) als Geschenken in Bulenga-Chaggu verabschiedet.

Beide möchten weiterhin die Arbeit des Ghana-Kreises unterstützen: „Der Aufenthalt hat uns weltoffener gemacht. Wir schätzen jetzt Dinge, die vorher selbstverständlich waren wie fließend Wasser und Strom viel mehr als vorher.“ www.ghana-kreis-ottenstein.de

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