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Hundehalter in Ahaus zahlen im Vergleich wenig Steuern für ihre Vierbeiner

Hundesteuer

Kommunen in NRW bitten Hundehalter höchst unterschiedlich zur Kasse. In Ahaus zahlen Hundefreunde vergleichsweise wenig, wie ein Vergleich zeigt.

Ahaus

von Christian Boedding

, 09.07.2018
Hundehalter in Ahaus zahlen im Vergleich wenig Steuern für ihre Vierbeiner

Mopsfidel: Ignaz und Henry im Ahauser Schlossgarten. © Markus Gehring

Ob Mops, Schäferhund oder Bulldogge – der geliebte Vierbeiner kann teuer werden, je nachdem, wo er mit Herrchen oder Frauchen wohnt. Hundefreunde in Ahaus kommen vergleichsweise günstig weg. Das zeigt der vergangene Woche veröffentlichte Hundesteuer-Vergleich des Bundes der Steuerzahler NRW. Die Daten von 338 NRW-Kommunen mit den höchsten Einwohnerzahlen wurden dafür verglichen. Ahaus belegt den elften Platz.

Hundehalter zahlen für den ersten Hund 42 Euro, bei zwei Hunden 60 Euro je Hund und bei drei Hunden 72 Euro je Hund (gilt auch für gefährliche Hunde laut Liste).

Ahaus schneidet im Vergleich wiederholt gut ab. Kein Wunder, die Stadt hat zur Freude aller Hundehalter seit Jahren nicht mehr an dieser Steuerschraube gedreht. Die Hundesteuersätze sind zuletzt zum 1. Januar 2005 angehoben worden, heißt es auf Anfrage der Redaktion aus dem Rathaus. Damals stieg die Hundesteuer für den ersten Hund von 36 auf 42 Euro.

Da die Kommunen die Hundesteuer selbst festlegen können, fällt diese je nach Wohnort sehr unterschiedlich aus. Die höchste Hundesteuer verlangt in NRW weiterhin die Stadt Hagen mit 180 Euro pro Jahr. Einen vergleichsweise geringen Hundesteuersatz pro Hund und Jahr erhebt die Stadt Verl (25 Euro).

In Ahaus wird auf Antrag Steuerbefreiung für Hunde gewährt, die ausschließlich zum Schutz und der Hilfe Blinder, Gehörloser und sonstiger hilfloser Personen dienen (Inhaber eines Schwerbehindertenausweises mit einem bestimmten Merkzeichen). Ermäßigung bietet die Stadt auch sozial schwachen Einwohnern, also Empfängern von Leistungen zum Lebensunterhalt und diesen einkommensmäßig gleichstehenden Personen. Sie zahlen in Ahaus nur 25 Prozent des Hundesteuersatzes.

Keine Befreiung von der Steuer

Eine befristete Steuerbefreiung für Hunde aus Tierheimen – wie zum Beispiel in Gronau praktiziert – ist in der Ahauser Hundesteuersatzung nicht vorgesehen. Darüber sei auch bei Satzungsänderungen bislang nicht diskutiert worden, teilt Pressesprecherin Anna Reehuis schriftlich mit. Dafür gibt es in Ahaus 50 Prozent Steuerermäßigung, wenn der Hund zur Bewachung eines Gebäudes erforderlich ist. Allerdings nur dann, wenn das nächste bewohnte Gebäude mehr als 200 Meter entfernt liegt. 25 Prozent Steuerermäßigung gibt es in Ahaus für den Fall, wenn der Hund zur Bewachung eines landwirtschaftlichen Anwesens erforderlich ist. Vorausgesetzt, die Entfernung bis zum nächsten im Zusammenhang bebauten Ortsteil liegt mehr als 400 Meter entfernt.

Letzte Bestandsaufnahme war im Jahr 1998

In Metelen läuft gerade eine Hundebestandsaufnahme. Dabei wird von einem Unternehmen ermittelt, wie viele Hunde dort „undercover“ leben. In Ahaus gab es die letzte Bestandsaufnahme in Kooperation mit einem beauftragten Unternehmen im Jahr 2003. Dabei wurde ein Viertel der Haushalte an der Haustür befragt, ob einer oder mehrere Hunde gehalten werden. Anna Reehuis: „Eine letzte vollständige Bestandsaufnahme dieser Art bei allen Haushalten gab es im Stadtgebiet zuletzt 1998.“ Eine erneute Bestandsüberprüfung werde aktuell geplant. In Ahaus sind derzeit 4357 Hunde gemeldet.

Die Einnahmen aus der Hundesteuer betrugen in Ahaus im vergangenen Jahr 142.767,26 Euro. „Die Hundesteuer ist als Bagatellsteuer nicht mehr zeitgemäß“, sagt Eberhard Kanski, stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler NRW. „Der Erhebungs- und Kontrollaufwand der Hundesteuer ist hoch und das Aufkommen im Vergleich zu den klassischen Kommunalsteuern, wie die Grund- und Gewerbesteuer, eher unbedeutend.“