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Aus Sicherheitsgründen:

Kind durfte nicht aufs Postbank-Klo

Ahaus Peter Reber wollte seiner sechsjährigen Tochter im Postbank Finanzcenter an der Bahnhofstraße einen dringenden Toilettengang ermöglichen und erhielt eine Abfuhr. Jetzt befasst sich die Polizei mit dem Vorfall.

Kind durfte nicht aufs Postbank-Klo

Nicht überall zählt ein Kunden-WC zum Standard. Foto: FOTO: Christian Boedding

Diese Situation kennt jeder: Sie stehen in einem Geschäft in der Schlange und plötzlich drückt die Blase aufs Heftigste. Wohin so schnell? Gibt’s eine Kundentoilette? Die Zeit drängt…

Dr. Peter Reber stand vor Kurzem mit seiner sechsjährigen Tochter im Postbank Finanzcenter an der Bahnhofstraße. Als er an der Reihe war, um ein Päckchen abzuholen, verspürte seine Tochter ein dringendes Bedürfnis. Peter Reber fragte die Postbank-Mitarbeiterin, ob seine Tochter auf die Toilette dürfe.

Wortgefecht

„Als Antwort bekam ich ein lapidares Nein“, schilderte Peter Reber im Gespräch mit der Münsterland Zeitung den Vorfall. Die Mitarbeiterin habe klar gemacht, dass die Toilette in der Postbank-Filiale nicht von Kunden genutzt werden dürfe. Laut Peter Reber entwickelte sich ein kurzes Wortgefecht. Umstehende hätten sich empört gezeigt, dass der Sechsjährigen die Nutzung des WC verweigert wurde. „Wenn ein Kind muss, dann muss es.“ Das wüssten alle Eltern mit kleinen Kindern. „Auch in unsere Praxis an der Arnoldstraße kommen oft Passanten, die schnell mal auf die Toilette müssen“, berichtete Zahnarzt Peter Reber. „Das lassen wir doch selbstverständlich zu.“

Anzeige erstattet

Im Postbank Finanzcenter war allerdings nichts zu machen. Peter Reber verließ mit seiner Tochter schleunigst die Räumlichkeiten, um ihr anderenorts den Gang aufs stille Örtchen zu ermöglichen. „Was mich ganz besonders geärgert hat, war der letzte Satz der Mitarbeiterin. Sie wünschte mir noch einen schönen Tag.“ Verstärkt wurde sein Ärger dadurch, dass ihm hinterher berichtet wurde, dass in der Filiale die (nicht zugänglichen) Kundentoiletten der früheren Hauptpost wohl noch vorhanden seien. Peter Reber ärgerte sich so sehr, dass er den Vorfall bei der Polizei meldete. Er zeigte die Postbank-Mitarbeiterin wegen unterlassener Hilfeleistung und Körperverletzung an. „Ich denke, dass die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wird.“

So weit ist es noch nicht. Frank Rentmeister, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Borken, bestätigte am Montag auf Anfrage aber den Eingang der Anzeige. „Wir ermitteln.“

Postbank-Pressesprecher Ralf Palm bedauerte die Unannehmlichkeiten, die Peter Reber und seiner Tochter entstanden seien. Das teilte er am Montag auf Anfrage mit. Warum der Toilettengang nicht gestattet worden sei, dafür hat Ralf Palm folgende Erklärung: „Wir bitten um Verständnis, dass wir Dritten aus Sicherheitsgründen keinen Zutritt zu Räumlichkeiten, die außerhalb des Kundenbereichs liegen, gewähren können.“ Dabei spielten auch versicherungstechnische Gründe eine Rolle. Eine separate Kundentoilette gebe es in der Bankfiliale in Ahaus nicht.

Freundlich geantwortet

Pressesprecher Ralf Palm: „Diese Fakten hat unsere Kollegin auch erläutert und auf die Toilette im gegenüberliegenden Imbiss verwiesen.“ Die Mitarbeiterin der Filiale habe Peter Reber mehrfach freundlich mitgeteilt, dass es ihr sehr leid täte und sie den Gang zur Toilette verwehren müsse. „Unsere Mitarbeiter begegnen unseren Kunden mit Freundlichkeit, Respekt und einem serviceorientierten Verhalten. Im gegenseitigen Miteinander hätten wir an dieser Stelle gehofft und erwartet, dass auch unser Kunde einen respektvollen Umgang mit unserer Mitarbeiterin pflegt.“

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